Analyse makroökonomischer Berichte:

Für Dienstag sind einige makroökonomische Berichte angesetzt, von denen allerdings nur wenige wirklich wichtig und interessant sind. Beginnen sollten wir mit den Veröffentlichungen aus Großbritannien, da diese am bedeutendsten sind. Heute werden in Großbritannien Daten zur Arbeitslosigkeit, zu Arbeitslosenanträgen sowie zu den Löhnen veröffentlicht. Unserer Einschätzung nach werden diese Berichte kaum eine starke Marktreaktion auslösen. Die übrigen Veröffentlichungen des Tages (aus der Eurozone und den USA) dürften noch weniger Einfluss auf den Markt haben. So werden beispielsweise die Inflationsdaten Deutschlands veröffentlicht, doch handelt es sich dabei um eine Zweitschätzung, die von Tradern in der Regel nicht besonders ernst genommen wird. In Europa sind die Konjunkturerwartungen des ZEW-Instituts eher als interessante Stimmungsindikatoren zu sehen denn als entscheidende Konjunkturdaten. In den USA wird es einen wöchentlichen ADP-Bericht geben, aber Trader messen in der Regel den monatlichen Daten und den Non-Farm Payrolls deutlich mehr Bedeutung bei.
Analyse der fundamentalen Ereignisse:
Unter den fundamentalen Ereignissen am Dienstag stechen mehrere Reden von Vertretern der Europäischen Zentralbank und der Federal Reserve hervor. Nach der Veröffentlichung der Daten zum US-Arbeitsmarkt, zur Arbeitslosigkeit und zur Inflation sind Änderungen in der Rhetorik der FOMC-Mitglieder zu erwarten. Wir gehen davon aus, dass sich die Haltung der Fed angesichts einer US-Inflation, die sich der Marke von 2 % nähert, in Richtung einer eher „dovishen“ Position verschieben könnte. Eine Veränderung der Rhetorik hin zu einer „weicheren“ Haltung würde dem Markt einen weiteren Anlass geben, die US‑Währung zu verkaufen. Was die EZB betrifft, so zeigte der jüngste Inflationsbericht eine Abschwächung auf 1,7 %. Setzt sich dieser Rückgang fort, wird die EZB gezwungen sein, auf neue geldpolitische Lockerungsmaßnahmen zurückzugreifen, auch wenn Christine Lagarde sich einem solchen Szenario derzeit noch widersetzt.Allgemeine Schlussfolgerungen:
Am zweiten Handelstag der Woche könnten sich beide Währungspaare sehr ruhig entwickeln, da es heute nur wenige wichtige Ereignisse gibt. Der Euro kann aus dem Bereich von 1,1830–1,1831 gehandelt werden, während das britische Pfund aus dem Bereich von 1,3643–1,3652 gehandelt werden kann (ein Verkaufssignal wurde gestern gebildet). Wir sehen nach wie vor keine Grundlage für einen Anstieg des Werts der US‑Währung. Die Volatilität könnte heute erneut gering sein.
Wichtigste Regeln des Handelssystems:
- Die Stärke eines Signals wird durch die Zeit bestimmt, die zu seiner Bildung (Abprall oder Durchbruch des Niveaus) benötigt wird. Je kürzer die Zeitspanne, desto stärker das Signal.
- Wenn auf Grundlage falscher Signale rund um ein bestimmtes Level zwei oder mehr Positionen eröffnet wurden, sollten alle nachfolgenden Signale von diesem Level ignoriert werden.
- In einer Seitwärtsphase kann jedes Währungspaar zahlreiche Fehlsignale oder gar keine Signale generieren. In jedem Fall ist es am besten, den Handel bei den ersten Anzeichen einer Seitwärtsbewegung einzustellen.
- Positionen werden in dem Zeitraum eröffnet, der mit Beginn der europäischen Sitzung startet und bis zur Mitte der amerikanischen Sitzung andauert. Danach sollten alle Positionen manuell geschlossen werden.
- Im Stundenchart sollten Signale des MACD‑Indikators idealerweise nur dann gehandelt werden, wenn eine gute Volatilität und ein durch eine Trendlinie oder einen Trendkanal bestätigter Trend vorliegt.
- Wenn zwei Niveaus zu nahe beieinander liegen (etwa 5 bis 20 Pips), sollten sie als Unterstützungs‑ bzw. Widerstandszone betrachtet werden.
- Nach einer Bewegung von 15–20 Pips in die richtige Richtung ist es ratsam, den Stop Loss auf Break-even nachzuziehen.
Was auf den Charts zu sehen ist:
- Unterstützungs- und Widerstandsniveaus sind Zielmarken für das Eröffnen von Kauf- oder Verkaufstrades. Take-Profit‑Levels können in ihrem Bereich platziert werden.
- Rote Linien zeigen Kanäle oder Trendlinien an, die den aktuellen Trend widerspiegeln und auf die derzeit bevorzugte Handelsrichtung hinweisen.
- Der MACD‑Indikator (14,22,3) – Histogramm und Signallinie – dient als ergänzender Indikator, der ebenfalls als Signalquelle genutzt werden kann.
- Wichtige Reden und Berichte (immer im Wirtschaftskalender zu finden) können die Bewegung eines Währungspaares erheblich beeinflussen. Deshalb sollte während ihrer Veröffentlichung mit größter Vorsicht gehandelt werden, oder es wird empfohlen, den Markt zu verlassen, um eine scharfe Kursumkehr gegen die vorangegangene Bewegung zu vermeiden.
- Anfänger im Forex‑Handel sollten daran denken, dass nicht jeder Trade profitabel sein kann. Die Entwicklung einer klaren Strategie und ein umsichtiges Money Management sind der Schlüssel zu langfristigem Erfolg im Handel.