
Die ursprüngliche Brexit-Frist (der 29. März 2019) ist bereits abgelaufen, aber Großbritannien bleibt immer noch in der EU. Nun ist der 12. April für den Austritt Großbritanniens aus der EU vorgesehen. Bis dahin sollen die britischen Abgeordneten dem EU-Abkommen zustimmen, sonst ist man dem harten Brexit einen Schritt näher.
Das britische Parlament hat bei der Abstimmung über mögliche Alternativen zum Brexit-Abkommen von der Premierministerin Theresa May wieder alle Vorschläge abgelehnt.
Am Mittwoch wird das Unterhaus erneut beraten und versuchen, sich auf eine Alternative zum Plan von May zu einigen.
Dem Vorschlag von dem Konservativen Kenneth Clarke werden die besten Chancen auf eine Mehrheit ausgerechnet. Das Land bleibt dann in einer Zollunion mit der EU.
Der britischen Zeitung The Sun zufolge nimmt im britischen Kabinett die Bereitschaft zu, einer Zollunion zuzustimmen.
Theresa May hat für heute eine Sitzung ihres Kabinetts einberufen. Die Minister werden fünf Stunden lang beraten und nach einem Ausweg suchen. Einige machen Stimmung für einen No-Deal-Brexit, andere fordern, eine engere Anbindung an die EU zur Regierungslinie zu machen.
Es ist jedoch möglich, dass eine Verlängerung der Brexit-Frist um ein Jahr oder länger auch entgegengenommen werden kann.
Wenn sich die britischen Abgeordneten auf eine Alternative zum EU-Austrittsabkommen von May nicht einigen können, droht Großbritannien nicht nur eine Fristverlängerung, sondern auch ein ungeregelter Austritt aus der EU am 12. April.
Laut dem Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) Klaas Knot sei die Situation um den Austritt Großbritanniens aus der EU für die ganze Eurozone eine drohende Gefahr. Die Folgen eines harten Brexit seien nicht absehbar. Die Märkte hätten diesen nicht nicht eingepreist und das Pfund könne unter Druck geraten.
Einige Experten sind der Meinung, dass Großbritannien in den ersten zwei Jahren nach dem No-Deal-Brexit Wachstumseinbußen von 1,5 Prozent bis 2 Prozent rechnen müsste. Für die britische Währung wären die Auswirkungen ebenfalls negativ (-20 bis -25%).
"Das Paar GBR/USD hält noch seine Position über 1.30. Das bedeutet, dass die meisten Marktteilnehmer immer noch auf das Beste hoffen und mit einem EU-Abkommen rechnen. Einige erwarten sogar, dass der Austritt Großbritanniens aus der EU verschoben werden kann und das Land eine Übergangsphase bis Ende 2020 erhält. Wenn es keine Einigung in den nächsten Tagen erreicht wird, kann das Pfund zu Dollar bis auf $1,28 sinken, denn sich der Markt bestimmt Sorgen wegen einer Möglichkeiten des harten Brexit machen wird", so die Experten der italienischen Bank UniCredit.
