Chaos in der Wirtschaftspolitik des Weißen Hauses hat den S&P 500 an den Rand des Abgrunds gedrängt. Der breite Aktienindex betrat kurzzeitig das Korrekturgebiet, bevor er mit zwei aufeinanderfolgenden Gewinntagen wieder anstieg.
Laut UBS schaffen Rückgänge bei Aktien traditionell Kaufgelegenheiten. Der Anstieg der politischen Unsicherheit traf den Markt in einer Phase extremer Optimismus, als die Positionierung übermäßig optimistisch war. Bis Ende März sind diese Faktoren weitgehend eingepreist.
Während der Anteil der pessimistischen Privatanleger erstmals seit Monaten die optimistischen übertroffen hat, setzen institutionelle Investoren auf eine Rallye im S&P 500. Ein Nachweis dafür ist in den sinkenden Hedging-Kosten gegen einen 10%igen Rückgang des Index zu sehen, verglichen mit den Hedging-Kosten für einen 10%igen Anstieg, die ihre niedrigsten Niveaus seit März 2023 erreicht haben.
Hedging-Kosten für S&P 500-Schwankungen

Neben den makroökonomischen Fundamentaldaten und Unternehmensbewertungen verfolgen institutionelle Investoren genau die Marktstimmung. Wenn sich die Stimmung verschlechtert, entstehen oft optimale Bedingungen für Käufe.
Historisch gesehen hat sich der S&P 500 nach den 10 schlechtesten Jahren für die Anlegerstimmung mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 18,7 % erholt. In den 10 optimistischsten Jahren lag die durchschnittliche Rendite hingegen bei nur 0,4 %.
In Anbetracht dieses Trends könnte 2025 für US-Aktien keine spektakulären Gewinne bringen, aber die Volatilität wird erheblich sein.
Was treibt den aktuellen Aufschwung im S&P 500 an?
Der aktuelle Aufschwung wird von zwei Schlüsselfaktoren angetrieben:
* Die Bedenken hinsichtlich des Handelskriegs haben sich vorübergehend verringert. Die Investoren warten nun auf Anfang April, wenn das Weiße Haus voraussichtlich wechselseitige Zölle einführen wird.
* US-makroökonomische Daten deuten auf eine abkühlende, aber nicht kollabierende Wirtschaft hin: ein Szenario, das die Investoren anscheinend begrüßen.
Im Februar stiegen die Einzelhandelsumsätze um nur 0,2 % im Vergleich zum Vormonat und verfehlten damit die Konsensprognose von Bloomberg von 0,6 %. Die Zahlen für Januar wurden nach unten revidiert und zeigten einen Rückgang von 1,2 %, obwohl schlechtes Wetter weitgehend verantwortlich gemacht wurde.
Trends im US-Einzelhandelsumsatz

Die Märkte reagierten positiv auf die Tatsache, dass der Einzelhandelsumsatz nicht den zweiten Monat in Folge rückläufig war, da dies auf eine BIP-Kontraktion im ersten Quartal hingewiesen hätte. Obwohl Rezessionsängste weiterhin bestehen, half bereits ein moderater Anstieg der Verbraucherausgaben, die Marktängste zu lindern und Unterstützung für den S&P 500 zu bieten.

In der Zwischenzeit konzentriert sich Donald Trump darauf, den bewaffneten Konflikt in Osteuropa zu beenden. Die Befürchtungen eines Handelskriegs sind dadurch in den Hintergrund getreten - eine positive Entwicklung für den breiten Aktienindex.
Technischer Ausblick: S&P 500 erholt sich von sechsmonatigen Tiefstständen
Auf dem täglichen Chart hat sich der S&P 500 von einem sechsmonatigen Tief erholt, was die Long-Position von 5.645 zu einem erfolgreichen Schachzug macht. Die Strategie bleibt bestehen, Long-Positionen zu halten und Widerstandsniveaus bei 5.750 und 5.815 anzupeilen, mit einem potenziellen Umkehrsetup im Falle einer Zurückweisung.