
Die Wall Street bewegt sich am Freitag in einem Zustand moderater Stärke. Die Indizes schweben nahe an Rekordhochs, die Wachstumstreiber bleiben intakt, aber die Anleger halten ihr Pulver trocken vor den wichtigen Inflationszahlen. Alle Augen sind auf die Reaktion des Marktes auf die heutigen PCE-Daten gerichtet. Weiche Zahlen könnten einen Ausbruch auf neue Höchststände auslösen. Eine heißere Ablesung würde wahrscheinlich eine Runde der Gewinnmitnahmen einleiten.
Die gestrige Sitzung war beeindruckend: Der S&P 500 stieg um 0,32 % auf ein neues Allzeithoch, der Nasdaq legte um 0,53 % zu, und der Dow stieg um 0,16 %. Die Bullen behalten die Initiative, gestützt durch solide Wirtschaftsindikatoren und anhaltenden Optimismus rund um künstliche Intelligenz.
Markterholung und makroökonomische Grundlagen
Der Nasdaq 100 kam der Marke von 23.700 nahe, obwohl es an Überzeugung auf diesem Niveau mangelt. Diese Bewegung fiel mit der Veröffentlichung revidierter Wirtschaftsdaten zusammen, die ein US-BIP-Wachstum von 3,3 % im zweiten Quartal zeigten und frühere Schätzungen übertrafen.
Diese Aufwärtsrevision war ein bedeutender Anstoß für Käufer und spiegelt wider, dass die US-Wirtschaft mehr zugrunde liegende Stärke aufweist als bisher angenommen.
Kapitalausgaben in künstlicher Intelligenz, Cloud-Computing und Software bleiben Hauptantriebsfaktoren. Diese Sektoren haben den Kurs des Nasdaq 100 in den letzten Jahren geprägt, und ihre Überperformance im BIP hat sich zu einer wichtigen Bestätigung entwickelt, dass Fundamentaldaten nach wie vor eine starke Nachfrage nach Technologiewerten antreiben.
Auch die Konsumausgaben bleiben widerstandsfähig und verleihen der Wachstumsstory Balance. Sowohl Unternehmensinvestitionen als auch Haushaltsausgaben tragen zur Marktstärke bei.
Insgesamt stärken die makroökonomischen Daten den Bullenmarktfall für den Nasdaq 100. Die US-Wirtschaft sieht robuster aus, was darauf hindeutet, dass große Technologietitel ihre Umsätze weiter steigern könnten, selbst wenn die Federal Reserve vorsichtig bleibt.
Inflation als begrenzender Faktor
Trotz besserer BIP-Daten bleibt das Inflationsumfeld ein Risiko. Der Kern-PCE-Preisindex—das bevorzugte Maß der Fed—blieb bei 0,3 % im Monatsvergleich und 2,8 % im Jahresvergleich. Auf den ersten Blick ist Stabilität willkommen, aber die Inflation bewegt sich nun seit mehreren Monaten über dem 2%-Ziel der Fed.
Diese hartnäckige Inflation gibt den Politikern keinen Grund, ihren Kurs zu lockern. Trotz wachsendem politischen Druck muss die Fed anerkennen, dass Aufwärtsrisiken für die Inflation bestehen bleiben.
Für die Märkte bedeutet das einen vorsichtigeren Ausblick für Zinssenkungen. Jegliche Daten, die einen Anstieg der Preise bestätigen, stärken schnell die hawkische Rhetorik und setzen den Nasdaq 100 unter Druck, wo wachstumsstarke Aktien besonders empfindlich auf Kreditkosten reagieren.
Dies schafft ein echtes Dilemma. Einerseits wächst die Wirtschaft schneller als erwartet, was Unternehmensgewinne und die hohen Bewertungen des Nasdaq unterstützt. Andererseits bleibt die Kerninflation zu hoch, was die Fed zwingt, die Zinsen länger hoch zu halten und das Risiko eines anhaltend hohen Plateaus erhöht.
Rolle makroökonomischer Katalysatoren
In den kommenden Wochen werden Inflationsberichte und Kommentare von Fed-Beamten die Marktrichtung bestimmen. Schwächere als erwartete PPI- oder CPI-Zahlen oder Signale einer Lockerung der Politik könnten dem Nasdaq frischen Antrieb geben.
Umgekehrt würde ein überraschender Anstieg der Kerninflation oder eine stärkere hawkische Kommentierung wahrscheinlich Risikoscheu auslösen.
Besondere Aufmerksamkeit wird auf die PCE-Zahlen am Freitag gerichtet sein. Die Daten werden bestimmen, ob die Fed im September zu einer Zinssenkung übergehen kann oder sich für eine Verzögerung entscheidet. Für den Nasdaq 100 ist dies ein entscheidendes Ereignis, das den kurzfristigen Marktausblick prägt.
Technischer Ausblick: entscheidender Punkt bleibt bei 24K
Der Nasdaq 100 konsolidiert derzeit in der Widerstandszone von 23.600–23.700, baut eine Basis nach der letzten Rallye auf. Die 24.000-Marke rückt sowohl als psychologische Schwelle als auch als technisches Niveau ins Blickfeld; ein Überschreiten dieses Niveaus würde den Weg für einen neuen Aufschwung ebnen.

Bullishes Szenario:
Falls der Index durch 23.700–23.750 bricht und sich über 24.000 etabliert, bewegen sich die Aufwärtsziele auf 24.200–24.400. Dieses Szenario wird wahrscheinlicher, wenn Inflationszahlen günstig ausfallen oder wenn die Fed-Beamten eine gemäßigte Haltung einnehmen. Die Zuversicht, dass Zinssenkungen unmittelbar bevorstehen, würde Wachstumsaktien einen Vorteil verschaffen.
Bärisches Szenario:
Ein Scheitern am Durchbruch von 23.700 würde den Index in Richtung Unterstützung bei 23.400–23.450 zurückziehen lassen, wobei ein tieferer Rückgang 23.150–23.200 freilegen würde. Ein Bruch unter 23.000 würde den Verkaufsdruck verstärken und das Tief bei 22.750 ins Spiel bringen. Dieses Ergebnis würde wahrscheinlich eintreten, wenn die Inflationsdaten enttäuschen oder wenn die Rhetorik der Fed aggressiver wird.
Kurz gesagt, das Niveau von 24.000 ist zu einem kritischen Wendepunkt geworden. In den kommenden Wochen werden makroökonomische Daten und der Ton der Fed entscheiden, ob der Nasdaq 100 neue Höchststände halten kann oder eine Korrekturphase durchlaufen muss.
Für Händler ist das Setup ideal: klare Schlüsselniveaus, wohl definierte Katalysatoren und erhöhte Volatilität. Die einzige Unbekannte ist die Richtung - es bleibt abzuwarten, wohin sich der Markt in diesem Patt bewegen wird.