Überhitzung ist der treffendste Begriff, um die Situation auf dem US-Aktienmarkt Anfang November zu beschreiben. Nach einem explosiven Anstieg von mehr als 40 % von den Tiefstständen im April hat der S&P 500 wieder nachgegeben. Der breite Marktindex wägt die Vor- und Nachteile seiner weiteren Aufwärtsbewegung ab. Der Sektor der künstlichen Intelligenz ist ein starker treibender Faktor für den Aufschwung, aber ein Großteil seines Potentials ist bereits in die Preise eingeflossen. Zudem zweifeln die Investoren daran, ob die enormen Investitionen in KI zufriedenstellende Renditen erbringen werden.

Dynamik von KI-Investitionskrediten
Aus einer fundamentalen Perspektive ist der S&P 500 eindeutig überbewertet. Der heutige Aktienmarkt weist Parallelen zu den frühen 2000er Jahren auf, als Internetunternehmen steil anstiegen, nur um ein tragisches Ende zu erleben. Alle Blasen platzen irgendwann, obwohl es viele schlechte Tage gibt, an denen sie sich aufblähen. Im Januar 2000 fiel der Nasdaq innerhalb von fünf Handelstagen um 3 %, doch die Investoren nutzten den Rückgang, in der Hoffnung auf Perfektion des Marktes. Letztendlich stieg der Index vor seinem Absturz im März desselben Jahres um 28 %.
Tatsächlich war diese Höchstmarke im Januar ein Warnsignal. Der Rückgang im frühen November könnte als weiteres Warnsignal dienen. Der moderne Aktienmarkt wird ebenfalls als Inbegriff der Perfektion angesehen. Zweifel an möglichen Zinssenkungen der Fed, hohe fundamentale Bewertungen und steigende Renditen auf US-Staatsanleihen werden oft übersehen. Dennoch sind Anzeichen einer Überhitzung offensichtlich.
Dynamik des S&P 500, Lücken mit EMA und Dauer oberhalb der EMA

Die Lücke zwischen dem S&P 500 und seinem 200-Tage-Durchschnitt hat sich auf 13 % vergrößert. Historisch gesehen sind solche Abstände nicht nachhaltig. Im Laufe der Zeit neigen sie dazu, sich durch Korrekturen zu verringern. Der breite Marktindex hat am längsten über dem 50-Perioden-EMA gehandelt, seit 2011. Während diese Anzeichen einer Überhitzung keine bevorstehende Korrektur vorhersagen, fordern sie Anleger dazu auf, wachsam zu bleiben. Im Markt entstehen Zweifel an der Effektivität der Dip-Kauf-Strategie, die sich seit April als erfolgreich erwiesen hat.

Andererseits findet der Markt selbst im Negativen Positives. Der S&P 500 ließ sich nicht von der Tatsache entmutigen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Senkung des Leitzinses im Dezember von 74 % auf 62 % fiel, nachdem starke Daten zur Aktivität im Dienstleistungssektor vom ISM und Beschäftigungszahlen von ADP veröffentlicht wurden. Die Fed hat ein doppeltes Mandat und selbst wenn die US-Wirtschaft gesund erscheint, während sich der Arbeitsmarkt abkühlt, wird die Zentralbank weiterhin eine Lockerung der Geldpolitik in Betracht ziehen.
Technische Aussicht
Technisch gesehen testet der S&P 500 auf dem Tageschart den ersten von drei gleitenden Durchschnitten, die das Alligator-Muster von Bill Williams bilden. Eine Rückkehr zum Hoch der Ausbruchskerze von 6.830 wird als Basis für Käufe innerhalb der Holy-Grail-Strategie von Linda Raschke dienen. Umgekehrt würde ein Rückgang des breiten Marktindex unter das Pivot-Level von 6.770 die Bildung von Short-Positionen signalisieren.