
Gold steht unter Druck; jedoch ist der Mangel an klaren fundamentalen Gründen für den Rückgang wahrscheinlich auf Gewinnmitnahmen im Vorfeld des US-Arbeitsmarktberichts für Dezember am Freitag zurückzuführen. Diese wichtigen Zahlen werden die Erwartungen an Zinssenkungen der Fed stark beeinflussen und die Volatilität des US-Dollar erhöhen, wodurch das gelbe Metall einen neuen Richtungsimpuls erhält.
Gleichzeitig verhindert die zunehmende Akzeptanz von zwei Zinssenkungen der Fed in diesem Jahr, dass der US-Dollar seine wöchentlichen Gewinne halten kann. Aufgrund zunehmender geopolitischer Spannungen beginnt der Risikoappetit zu schwinden, was Gold als sicheren Hafen unterstützen und seinen Rückgang verlangsamen könnte. Daher ist es klug, auf eine starke Fortsetzung der Verkäufe zu warten, bevor man bärische Positionen in XAU/USD eröffnet.
Die Marktreaktion auf die Meldung über die Verhaftung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro in den USA am Wochenende hat nachgelassen und führte am Donnerstag zu einem zweiten Tag von Gewinnmitnahmen bei Gold. Allerdings könnten eine Kombination aus Faktoren den Druck auf XAU/USD begrenzen und einen weiteren Rückgang verhindern. US-Präsident Donald Trump warnte Kolumbien und Mexiko vor möglichen militärischen Maßnahmen im Rahmen der Bemühungen zur Bekämpfung krimineller Gruppen und zur regionalen Stabilität. Der Außenminister Marco Rubio bekräftigte das Engagement für Pläne zur Übernahme Grönlands, wobei eine militärische Option für Trump im Raum steht.
Der Mangel an Fortschritten bei den Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine, Unruhen im Iran und die Lage in Gaza befeuern weiterhin geopolitische Risiken, die Gold als sicheren Hafen begünstigen. Zusammen mit den Erwartungen einer Fed-Zinssenkung im März und einer weiteren bis zum Jahresende sollte dies dazu beitragen, die Verluste des Metalls zu begrenzen.
Das Institute for Supply Management berichtete über einen unerwarteten Anstieg der US-Dienstleistungsaktivitäten im Dezember, wobei der PMI für den Nicht-Produktionssektor von 52,6 im November auf 54,4 stieg. Allerdings wurden die positiven Daten durch schwache Arbeitsmarktdaten ausgeglichen. Der ADP-Bericht zeigte, dass die Beschäftigung im privaten Sektor im Dezember nur um 41.000 zugenommen hat, nach einem Rückgang von 29.000 (revidiert von -32.000) im November, gegenüber einer Prognose von +47.000. Die JOLTS-Daten zeigten, dass die Zahl der offenen Stellen im November auf 7,146 Millionen zurückging.
Für die Eröffnung neuer Positionen ist es ratsam, den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag abzuwarten. Diese Daten werden die Erwartungen bezüglich der Geldpolitik der Fed anpassen, die Volatilität des Dollars erhöhen und Gold neuen Schwung verleihen.
Am Donnerstag werden zudem die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA veröffentlicht, die während der nordamerikanischen Sitzung kurzzeitige Möglichkeiten in XAU/USD schaffen könnten. Allerdings erfordert das aktuelle fundamentale Umfeld Vorsicht, bis ein nachhaltiger Verkaufsdruck bestätigt wird.
Aus technischer Sicht hält sich Gold über dem 9-Tage-EMA, während die Oszillatoren positiv bleiben, was die Stärke der Bullen in der aktuellen Umgebung bestätigt. Der Schlüsselwiderstand für XAU/USD liegt bei $4500; ein Durchbruch über dieses Niveau würde den Weg zu einem Rekordhoch eröffnen.
Die nächste Unterstützung für Gold liegt bei $4440, wo der 14-Tage-EMA verläuft. Darunter liegt der 20-Tage-SMA, nach dem die Preise ihren Rückgang bis zum psychologischen Niveau von $4300 beschleunigen könnten.