
Der japanische Yen erleidet weiterhin Verluste im Tagesverlauf, bedingt durch Unsicherheiten im Hinblick auf den Zinspfad der Bank of Japan und eine Eskalation der Spannungen zwischen China und Japan. Diese Faktoren überwiegen zusammen mit den Risiken einer abflauenden Verbrauchernachfrage, während die Inflation zu Beginn des Jahres 2026 das Lohnwachstum übertrifft, den positiven Überraschungen der japanischen Haushaltsausgaben im November. Zudem belasten Sorgen über Japans fiskalische Lage und die Widerstandsfähigkeit der Aktienmärkte den Status des Yen als sicheren Hafen.
Trotzdem sind die Marktteilnehmer zuversichtlich, dass die Bank of Japan an ihrem Kurs der Normalisierung der Geldpolitik festhalten wird. Dies steht im Gegensatz zum dovishen Kurs der Federal Reserve und könnte weitere Gewinne des US-Dollars verlangsamen, wodurch die Abwärtsbewegung der fernöstlichen Währung begrenzt wird. Gleichzeitig ruft die Spekulation über mögliche staatliche Interventionen zur Stützung der nationalen Währung zur Vorsicht auf, bevor man auf weitere Anstiege des USD/JPY vor der Veröffentlichung des U.S. Nonfarm Payrolls (NFP) Berichts setzt.
Am Freitag berichtete das Statistische Amt Japans von einer Erholung der Verbraucherausgaben nach dem Rückgang im Oktober. Die Ausgaben stiegen im November um 2,9 % im Vergleich zum Vorjahr und übertrafen die Prognosen. Dennoch haben diese Zahlen kaum Auswirkung auf den Yen angesichts des anhaltenden Rückgangs der Reallöhne. Laut offiziellen Regierungsdaten, die am Donnerstag veröffentlicht wurden, fielen Japans inflationsbereinigte Reallöhne den 11. Monat in Folge, und zwar um 2,8 % im November. Dies weist darauf hin, dass der grundlegende Trend, dass die Löhne hinter der Inflation zurückbleiben, unverändert bleibt, was Herausforderungen für die Bank of Japan darstellt und den Yen schwächt.
Gleichzeitig hat China die Spannungen mit Japan verschärft, indem es Beschränkungen für Exporte von Seltenen Erden und Magneten verhängte. Dieser Schritt folgte auf Kommentare des japanischen Premierministers in Bezug auf Taiwan und bedrohte die Lieferketten lokaler Hersteller, wodurch der Druck auf die Währung weiter erhöht wurde.
Der Präsident der Bank of Japan, Kazuo Ueda, schloss eine weitere Straffung nicht aus und erklärte Anfang dieser Woche, dass die Bank die Zinserhöhungen fortsetzen werde, wenn sich die Wirtschaft und die Preise im Einklang mit den Prognosen entwickeln.
In der Zwischenzeit hält sich der US-Dollar auf seinen zweiwöchigen Gewinnrängen und hat ein neues monatliches Hoch gegenüber dem Yen erreicht. Sein Aufwärtspotenzial wird jedoch durch die erwarteten Lockerungen der Federal Reserve begrenzt. Besonders im Fokus steht heute die Veröffentlichung des NFP-Berichts. Es besteht zudem die Möglichkeit einer US-Zinssenkung im März und einer weiteren bis Ende des Jahres, wobei dies von den NFP-Ergebnissen abhängt.
Aus technischer Sicht hat das Paar den Widerstand bei 157,30 durchbrochen, das Dezemberhoch getestet und sich in Richtung der runden Marke von 158,00 bewegt. Das Dezemberhoch fungiert nun als Widerstand, während 157,30 als Unterstützung dient. Gleichzeitig bleiben die Oszillatoren im Tageschart positiv, was einen bullischen Ausblick bestätigt.