
Das Währungspaar EUR/USD verlor in der vergangenen Woche 90 Pips. Das bedeutet, der US-Dollar stieg um fast 1 Cent gegenüber dem Euro. Ist dies logisch? Ist es fair? Wir glauben, dass es so ist — allerdings nicht wegen Geopolitik, kriegerischen Handlungen und Drohungen von Donald Trump oder aufgrund von "verborgenen" positiven Aspekten in den US-amerikanischen volkswirtschaftlichen Daten.
Wir sind weiterhin der Ansicht, dass unter Trump der Dollar nicht als "sicherer Hafen" angesehen werden kann. Erinnern wir uns daran, dass von 2008 bis 2022 die US-Währung konstant gestiegen ist. In diesem Zeitraum fiel der EUR/USD-Kurs von 1,6 auf 1,0. Somit war der "sichere" Dollar nicht so sehr sicher wie profitabel. Investoren verstanden, dass der Dollar an Wert gewann und es rentabel war, ihn aus jedem Zweck zu kaufen. Infolgedessen stieg die Nachfrage nach dem Dollar bei jedem geopolitischen Konflikt.
Im Jahr 2022 änderte sich die Situation drastisch. Die Inflation in den USA erreichte jahrzehntehohe Werte, und die Federal Reserve erhöhte den Leitzins auf "super-restrictive" Niveaus. Sobald die Inflation zu sinken begann, fiel der Dollar, da der Markt erwartete, dass die Fed die Geldpolitik lockern würde. Unter dem Einfluss einer erwarteten künftigen Zinssenkung fiel der Dollar von 0,96 $ pro Euro auf 1,11 $. Dann wurde Donald Trump erneut US-Präsident.
Im Januar 2025 fiel der Kurs in einer Korrektur auf 1,02 $, aber Trump schloss diese Lücke schnell mit einem Handelskrieg, der die Bereitschaft der Investoren, Dollar zu halten, erheblich verringerte. Das Jahr 2026 begann, und Trump entschied sich nicht nur, die US-Handelsbedingungen mit vielen Ländern zu überarbeiten, sondern auch Kontrolle über einige von ihnen zu erlangen. Venezuela, Mexiko, Kuba, Iran, und sogar Grönland sind nun bedroht. Die protektionistische Politik verwandelt sich in eine Diktatur. Unserer Meinung nach wird dies für den Dollar nicht gut enden.
Insgesamt handelt der EUR/USD seit 6 Monaten in einem seitlichen Kanal zwischen 1,1400 und 1,1830, und wir glauben, dass dieser Faktor die Preisbewegung treibt. Man bedenke: Der Preis erreichte die obere Grenze des seitlichen Kanals und begann zu fallen. Logisch? Ja. Die Menge und Bedeutung des US-makroökonomischen Hintergrunds letzte Woche waren außergewöhnlich, aber die unten stehende Volatilitätsdarstellung zeigt, dass der Markt an diesen Tagen im Durchschnitt 49 Pips pro Tag gehandelt hat. Warum schwingt der Dollar bei geopolitischen Spannungen so schwach und sind nahezu keine Bewegungen erkennbar? Warum lösten selbst die wichtigsten makroökonomischen Daten nicht die üblichen 80–100 Pip "Flüge" aus? Wegen des Flach-Trends haben Geopolitik und Makroökonomie derzeit fast keine Bedeutung.
Analysiert man die makroökonomischen Daten, müsste der Dollar eher gefallen als gestiegen sein. Aber der Markt ist flach, und daher haben technische Faktoren Vorrang. Wir glauben, dass die US-Währung in den kommenden Wochen leise weiter steigen könnte, da das Währungspaar wahrscheinlich in Richtung der 1,1400-Marke (der unteren Grenze des flachen Kanals) tendieren wird.

Die durchschnittliche Volatilität des EUR/USD über die letzten 5 Handelstage bis zum 12. Januar beträgt 49 Pips und wird als „niedrig“ eingestuft. Wir erwarten, dass sich das Paar am Montag zwischen 1,1586 und 1,1684 bewegt. Der höhere lineare Regressionskanal zeigt nach oben, aber der Tageszeitrahmen bleibt in einer Seitwärtsbewegung. Der CCI-Indikator hat gerade eine „bullische“ Divergenz gebildet, was auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends hinweist. Jedoch bleibt der wichtigste Punkt die Seitwärtsbewegung auf dem Tageszeitrahmen.
Nächste Unterstützungsniveaus:
S1 – 1,1658
S2 – 1,1597
S3 – 1,1536
Nächste Widerstandsniveaus:
R1 – 1,1719
R2 – 1,1780
R3 – 1,1841
Handelsempfehlungen:
Das EUR/USD-Paar bleibt unter dem gleitenden Durchschnitt, während in allen höheren Zeitrahmen der Aufwärtstrend anhält und auf dem Tageszeitrahmen die Seitwärtsbewegung im sechsten Monat andauert. Der globale fundamentale Hintergrund spielt nach wie vor eine große Rolle und bleibt negativ für den Dollar. In den letzten sechs Monaten zeigte der Dollar gelegentlich schwaches Wachstum, aber ausschließlich innerhalb des Seitwärtskanals, ohne fundamentale Basis für eine langfristige Stärkung. Mit der Preisbildung unterhalb des gleitenden Durchschnitts können kleine Short-Positionen auf rein technischer Basis in Betracht gezogen werden, mit Zielen bei 1,1597 und 1,1586. Oberhalb des gleitenden Durchschnitts bleiben Long-Positionen mit einem Ziel von 1,1830 (die obere Linie der täglichen Seitwärtsbewegung) relevant, die bereits effektiv getestet, aber nicht überwunden wurde.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in die gleiche Richtung zeigen, ist der Trend stark.
- Die gleitende Durchschnittslinie (Einstellungen 20,0, geglättet) zeigt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in der gehandelt werden sollte.
- Murray Levels sind Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen.
- Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen den wahrscheinlichen Preiskanal, in dem das Paar basierend auf der aktuellen Volatilität in den nächsten 24 Stunden handeln wird.
- CCI-Indikator — sein Eintritt in überverkaufte Bereiche (unter -250) oder überkaufte Bereiche (über +250) signalisiert eine bevorstehende Trendwende.