Warum sollte der S&P 500 nicht weiter steigen, wenn die Wirtschaft in Ordnung ist? Laut den Konsensprognosen von Bloomberg wird eine Expansion um etwa 2% im Jahr 2026 erwartet. Goldman Sachs rechnet sogar mit einem Anstieg von 2,5%. Für Investoren ist das Glas halb voll, insbesondere da die Fed weitere Zinssenkungen plant, während die Renditen von Staatsanleihen hoch bleiben. Würden die Renditen fallen, würden Rezessionsängste in den Markt einsickern. Also scheint alles in Ordnung zu sein — oder etwa nicht?
Dynamik der US-Aktienindizes

Der S&P 500 nähert sich der psychologisch wichtigen Marke von 7.000, während der Dow Jones Kurs auf 50.000 nimmt und den besten Jahresbeginn seit 2003 verzeichnet hat. Der Russell 2000 zeigt seit 2024 die größte wöchentliche Divergenz vom breiten Index. Investoren kaufen Small-Cap-Aktien wie warme Semmeln. Diese Titel sind empfindlich gegenüber der Gesundheit der US-Wirtschaft. Und die Wirtschaft scheint gesund zu sein.
Der Beweis kommt aus den jüngsten starken US-Daten. Die Beschäftigung stieg im Dezember um 50.000, wie von den Ökonomen von Bloomberg erwartet, und die Arbeitslosigkeit fiel auf 4,4%. Investoren betrachten den abkühlenden Arbeitsmarkt mit Verständnis. Massenabschiebungen, eine kleinere Bundesbelegschaft und eine geringere Nettozuwanderung haben das Arbeitskräfteangebot reduziert. Unter diesen Bedingungen muss die Wirtschaft nicht mehr als 50.000 Arbeitsplätze schaffen, um gesund zu wirken.
Dynamik der US-Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft

Ein weiterer Grund für die fieberhafte Nachfrage nach Small-Cap-Aktien sind die schwindenden Hoffnungen für die ehemaligen Marktführer. Erstmals seit mehreren Jahren blieben die 'Magnificent Seven' im Jahr 2025 hinter dem S&P 500 zurück. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktien in dieser Gruppe liegt bei 29, ein sehr hohes Niveau, das ihren großen Anteil in Depots nicht rechtfertigt. Eine Rotation ist im Gange, und sie trifft den Technologiesektor hart.
Man braucht nicht weit zu suchen, um ein Beispiel zu finden. Die Apple-Aktien sind acht Handelssitzungen in Folge gefallen. Noch ein solcher Rückgang würde den Anti-Rekord von 1991 einstellen. Eine achttägige Verlustserie hat in der Geschichte nur viermal stattgefunden — 1998, 2016, 2022 und 2025.

Es lässt sich jedoch nicht behaupten, dass der Himmel über dem S&P 500 wolkenlos ist. Die Wiederbelebung des Themas des Verlustes der Unabhängigkeit der Fed aufgrund der Klage gegen Jerome Powell könnte eine neue Welle des "Sell America"-Handels auslösen. Sollte die Fed nach der Pfeife des Weißen Hauses tanzen, würde dies weder dem Dollar noch den US-Aktienindizes gefallen.
Technisch zeigt das Tagesdiagramm, dass der S&P 500 eine Erholung des Aufwärtstrends zeigt. Sollten es die Bären jedoch schaffen, die Notierungen unter den fairen Wert von 6.910 zu drücken, würde das Anti-Turtles-Umkehrmuster aktiviert, was Verkaufsgründe liefern würde. Solange der breite Index über dieser Unterstützungshürde gehandelt wird, macht es Sinn, an der aktuellen Kaufstrategie festzuhalten.