Viel Lärm um nichts. Donald Trump hebt Zölle genauso leicht auf, wie er damit droht, sie zu verhängen. Die Märkte schwanken von heiß zu kalt. Investoren wechseln von "Sell America" zu TACO, oder "Trump Always Chickens Out." Erfahrene Händler kennen dieses Muster nur zu gut, daher hat der Rückgang des S&P 500 als Reaktion auf die Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und Europa sie nicht aus der Ruhe gebracht. Im Gegenteil, es bot sich eine Gelegenheit, den Kursrückgang zu nutzen — und sie haben sie ergriffen.
Abseits des geopolitischen Hypes besteht wenig Zweifel an dem Aufwärtstrend im breiten Aktienindex. Die US-Wirtschaft ist stark wie ein Stier und kann einen Leitzins von 3,75% verkraften, zu dem die Fed höchstwahrscheinlich im Juni zurückkehren wird. Analysten an der Wall Street haben ihre Gewinnprognosen für 2026 auf etwa 14% erhöht.
Performance von S&P 500 Aktien, die Schätzungen übertreffen

Ja, es gibt Nachteile. Unter den S&P 500-Unternehmen, die für das vierte Quartal berichtet haben, haben 81 % die Schätzungen übertroffen. Dennoch blieben ihre Aktien um 1,1 Prozentpunkte hinter dem breiten Index zurück. Seit 2017 gab es keine so große negative Lücke. In einem derart nervösen Markt ist es schwer, konstant starke Renditen zu erzielen. Sobald Investoren Geopolitik vergessen, kann sich die Aufmerksamkeit auf spezifische Sektoren verlagern.
Einige sagen, das sei bereits geschehen. Die Existenz eines vorläufigen Rahmens mit der NATO über Grönland deutet darauf hin, dass Donald Trump die Idee, die Insel vollständig zu kaufen, aufgegeben hat. Gespräche könnten stattdessen einzelne Bereiche für militärische Einrichtungen betreffen. Infolgedessen kehren die Märkte zum Rotationsprinzip zurück.
Der Small-Cap-Index Russell 2000 ist seit Jahresbeginn um fast 9 % gestiegen und hat bereits sieben Rekordhochs erreicht. Im gesamten Jahr 2025 gab es nur etwas mehr—nämlich neun. Er hat den S&P 500 13 Handelstage in Folge übertroffen, die längste Gewinnserie seit Juni 2008.
Dynamik der US-Aktienindizes

Trumps Rückzug ist leicht nachvollziehbar. Die obersten 10 % der US-Haushalte machen etwa die Hälfte aller Konsumausgaben aus, und deren Vermögen ist eng mit der anhaltenden Rallye an den amerikanischen Aktienmärkten verbunden. Entweder wedelt der Hund mit dem Schwanz, oder der Schwanz wedelt mit dem Hund. Entweder treibt die Stärke der US-Wirtschaft den S&P 500 nach oben, oder die Rallye des breiten Indexes kurbelt das BIP an.

So führte der Wechsel der Investoren vom "Sell America"-Handel zu TACO dazu, dass sie den Rückgang im Aktienmarkt nutzten. Der geopolitische Lärm hat sich gelegt. Es ist Zeit, dass die Wirtschaft und die Unternehmensgewinne ins Rampenlicht rücken.
Technisch gesehen zeigt das Tagesdiagramm, dass der S&P 500 ein 1-2-3-Umkehrmuster ausspielt und zu einem Aufwärtstrend zurückkehrt. Der erste Versuch, den fairen Wert bei 6.910 zu erreichen, scheiterte. Ein erfolgreicher erneuter Test der Widerstandsebene würde jedoch eine Basis bieten, um Positionen im breiten Marktindex aufzubauen oder zu erweitern.