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FX.co ★ Dollar: Zerbrechliches Gleichgewicht vor Fed-Entscheidung

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Analysen:::2026-01-28T13:17:07

Dollar: Zerbrechliches Gleichgewicht vor Fed-Entscheidung

Dollar: Zerbrechliches Gleichgewicht vor Fed-Entscheidung

Der US-Dollar konnte sich während der ersten Hälfte der heutigen Handelssitzung erholen, wobei der USDX von dem Tiefstand vom Dienstag (dem schwächsten seit März 2022) bei 95,52 auf das aktuelle Niveau nahe 96,20 stieg.

Nichtsdestotrotz bleibt der Dollar unter Druck, und der USD-Index befindet sich weiterhin in einem globalen Bärenmarkt, da er unter dem strategischen Unterstützungsbereich bei 96,80 (monatliches EMA200) handelt. Die aktuelle Entwicklung deutet darauf hin, dass die Erholung des Dollars korrigierender Natur ist, während der allgemeine Trend weiterhin rückläufig bleibt.

Dollar: Zerbrechliches Gleichgewicht vor Fed-Entscheidung

Heute liegt der Fokus des Marktes auf dem ersten Treffen der Fed im Jahr; die geldpolitische Entscheidung wird um 19:00 Uhr GMT veröffentlicht. Im Folgenden beleuchten wir die Aussichten des Dollars - seine Schwächen und potenziellen Unterstützungen.

Negative Faktoren

  • Strukturelle Schwächen. Ökonomen weisen auf langfristige strukturelle Belastungen des Dollars hin: wachsendes Misstrauen gegenüber der US-Handels- und Außenpolitik, die Politisierung der Fed und eine sich verschlechternde fiskalische Disziplin. Diese Faktoren überwiegen einen neutraleren zyklischen Hintergrund.
  • Erwartungen einer Lockerung der Fed. Die Märkte sind sich nahezu sicher (97 % Wahrscheinlichkeit laut CME FedWatch), dass der Leitzins in der Spanne von 3,50 %–3,75 % bleibt, doch sie preisen bereits eine Senkung im März (15 % Chance) und zwei weitere Senkungen im Jahr 2026 ein. Solche Erwartungen nehmen dem Dollar eine wichtige Unterstützung.
Dollar: Zerbrechliches Gleichgewicht vor Fed-Entscheidung
  • Politische Unsicherheit. Präsident Trumps Aussagen über die baldige Ernennung eines neuen Fed-Vorsitzenden und seine Prognosen über Zinssenkungen unter einem neuen Vorsitzenden schüren Befürchtungen über die Unabhängigkeit der Fed, was eindeutig negativ für die Währung ist. Die Marktdiskussion über einen möglichen Ersatz für den Fed-Vorsitzenden, Trumps öffentliche Äußerungen über Zinssenkungen und seine wohlwollende Haltung gegenüber einem schwächeren Dollar als Instrument zur Unterstützung von US-Exporten und -Industrien ("Der Dollar ist in Ordnung", sagte er kürzlich) erhöhen die Unsicherheit, steigern die Volatilität und belasten die Dollarnachfrage gegenüber wichtigen Währungen.

Unterstützende Faktoren

  • Kurzfristige technische Korrektur. Die Erholung im Tagesverlauf (am Morgen) wirkt wie eine "Gerüchtekorrektur", bei der einige Spekulanten vor einem wichtigen Ereignis Short-Positionen schließen.
  • Chance auf eine hawkische Überraschung. Wenn Vorsitzender Powell bei der Pressekonferenz auf anhaltende Inflationsrisiken und die Stärke des Arbeitsmarktes hinweist, könnte der Dollar einen vorübergehenden Aufschwung erfahren.

Obwohl der Dollar im Verhältnis zu den Zinsdifferenzen grundsätzlich unterbewertet erscheint, üben eine Reihe langfristiger Faktoren — insbesondere die Verschlechterung der fiskalischen Glaubwürdigkeit der USA, steigende Staatsverschuldung, nachlassendes Vertrauen in die Handels- und Außenpolitik und Befürchtungen über die Unabhängigkeit der Fed — weiterhin Abwärtsdruck aus, der kurzfristige makroökonomische Vorteile aufhebt und den Dollar in einem Abwärtstrend hält.

Technisches Bild des USDX

Dollar: Zerbrechliches Gleichgewicht vor Fed-Entscheidung

Trotz des heutigen Aufschwungs bleibt der Dollar anfällig.

Wichtiger Widerstand: 96,80. Eine Rückkehr und ein Halten über diesem Niveau sind notwendig, um das unmittelbare Risiko eines stärkeren Rückgangs zu negieren.

Unmittelbare Unterstützung: 95,52 (gestriges Tief). Ein Durchbruch unter dieses Niveau würde den Weg zu tieferen Tiefs öffnen, wodurch möglicherweise 95,00 – 94,50 – 94,00 getestet werden könnten.

Dollar: Zerbrechliches Gleichgewicht vor Fed-Entscheidung

Mittelfristige Aussichten

Das Risiko-Gleichgewicht spricht für eine weitere Schwäche des Dollars. Strukturelle Faktoren und gelockerte Erwartungen schaffen eine starke Abwärtsverzerrung. Jede Stärkung dürfte vorübergehend und korrektiv sein, es sei denn, die Fed vollzieht einen entschiedenen hawkishen Schwenk — was in diesem Stadium jedoch unwahrscheinlich erscheint.

Schlussfolgerung

Der US-Dollar befindet sich in einer schwierigen Übergangsphase. Trotz sporadischer Aufwärtsbewegungen ist der allgemeine Trend rückläufig, und der Markt konzentriert sich zunehmend auf die Aussichten auf Lockerungen seitens der Fed sowie auf politische Risiken. Die kurzfristige Dynamik hängt heute von dem Ton von Jerome Powell ab. Jenseits des Treffens bleibt jedoch ein komplexes Umfeld bestehen: Politischer Druck auf die Fed, ein wachsendes Haushaltsdefizit und Erwartungen von Zinssenkungen werden weiterhin einen pessimistischen Ausblick prägen.

Investoren sollten sich auf erhöhte Volatilität rund um die Entscheidung der Fed, die Pressekonferenz und den darauf folgenden Tag vorbereiten. Die Aussichten für den Dollar werden sich erst nach Bekanntwerden des Ergebnisses des Treffens und der Identität des nächsten Fed-Vorsitzenden klären. Diese Fakten werden letztendlich die Geldpolitik für Jahre definieren. Für den Moment bestätigt der Trend die Schwäche des Dollars, und jede Erholung sollte als Verkaufsgelegenheit betrachtet werden.

Analyst InstaForex
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