Das Pfund hat in den letzten Tagen mit erhöhter Volatilität gehandelt. Obwohl die Bank of England diese Woche ihren Leitzins wahrscheinlich bei 3,75 % belassen wird, müssen die politischen Entscheidungsträger widersprüchliche Signale abwägen: Die Wirtschaft zeigt einerseits Anzeichen der Stärke, während andererseits Arbeitsplätze verloren gehen und die Arbeitslosigkeit sich in der Nähe eines Fünfjahreshochs befindet.

Das geldpolitische Komitee hat einen vorsichtigen Ansatz gewählt. Die neun Mitglieder sind über den angemessenen Zinssatz uneinig, wobei die Schätzungen für den neutralen Satz zwischen 3% und 3,5% liegen. In dem Protokoll der Dezember-Sitzung kamen die Beamten überein, vorsichtiger zu handeln, es sei denn, der Ausblick ändert sich unerwartet.
Diese Vorsicht spiegelt die globale wirtschaftliche Unsicherheit und unvorhersehbare Inflationsdynamiken wider. Wie andere Zentralbanken steht die Bank of England vor der Herausforderung, das Wachstum zu unterstützen und gleichzeitig die Inflation einzudämmen, was fein abgestimmte politische Entscheidungen erfordert.
Die Spaltung im Komitee unterstreicht die Schwierigkeit der Aufgabe. Einige Mitglieder befürworten eine striktere Politik, um die Inflation zu senken, während andere befürchten, dass höhere Zinsen das Wachstum abwürgen könnten. Der gemeinsame Nenner im Protokoll war eine Vorliebe für einen maßvollen Ansatz.
Die entscheidende Unsicherheit bleibt das Tempo, in dem die Inflation von ihrem aktuellen Stand von 3,4% zurück auf das Ziel von 2% fallen wird.
Neue Projektionen im vierteljährlichen Bericht der Geldpolitik der Bank, der gemeinsam mit der Zinsentscheidung am 5. Februar veröffentlicht wird, werden Aufschluss über die Einschätzungen der Beamten geben. Die Prognosen für die Löhne werden ein entscheidendes Puzzlestück sein. Die Bank wird auch die Ergebnisse ihrer Unternehmensbefragung veröffentlichen, bei der die geplanten Lohnvereinbarungen unter die Lupe genommen werden.
Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 5,1%, einem Niveau, das zuletzt Anfang 2021 erreicht wurde. Das deutet darauf hin, dass die jährliche Arbeitslosenquote bis Ende 2025 die November-Prognose der Bank von 5% übertreffen könnte.
Die Märkte preisen dieses Jahr nur eine einzige Zinssenkung nach der viertelprozentigen Lockerung im Dezember 2025 ein, eine Entscheidung, die knapp ausfiel und bei der das Votum von Gouverneur Andrew Bailey den Ausschlag gab. Alles andere bleibt gleich, ein höherer Zinssatz unterstützt das Pfund Sterling, da er die Renditeattraktivität der Währung für Investoren erhöht.
Ein technischer Ausblick für GBP/USD legt nahe, dass Käufer des Pfund Sterling darauf abzielen sollten, den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3705 zurückzuerobern. Gelingt dies, wird der Weg zu 1,3738 freigemacht, wobei ein Ausbruch darüber schwierig wäre. Das erweiterte Ziel liegt im Bereich um 1,3784. Auf der Unterseite werden die Bären versuchen, bei 1,3670 die Kontrolle zu übernehmen. Sollten sie Erfolg haben, wäre ein Durchbruch dieser Spanne ein ernsthafter Schlag für die bullischen Positionen und könnte GBP/USD auf 1,3640 drücken, mit Potenzial, auf 1,3615 zu erweitern.