Gestern schlossen die Aktienindizes deutlich im Minus. Der S&P 500 fiel um 1,57 %, der Nasdaq 100 gab 2,03 % nach. Der industrielle Dow Jones brach um 1,34 % ein.

Die Indizes blieben unter Druck, da sich die Stimmung eintrübte, nachdem AI-bedingte Sorgen einen Ausverkauf bei US-Technologieaktien ausgelöst hatten. Gold und Silber erholten sich in einem schwankungsanfälligen Handel.
Heute lagen die US-Aktienfutures etwa 0,2% im Minus, während die asiatischen Börsen um 1,4% einbrachen und damit den ersten Rückgang seit sechs Sitzungen verzeichneten. Chinesische Technologiewerte gaben ebenfalls nach, da Anleger vor den Feiertagen zum Lunar New Year in Festlandchina und Hongkong Risiken reduzierten.
Mit dem Anstieg der Volatilität erholten sich Gold und Silber – die in diesem Jahr im Gleichschritt mit Aktien gestiegen waren – nach dem Rückgang vom Vortag. US-Staatsanleihen gaben einen Teil der Gewinne vom Donnerstag wieder ab, als der Rückgang der Risikobereitschaft Anleger in die vermeintliche Sicherheit von US-Staatsanleihen getrieben hatte. Die Rendite der zehnjährigen Benchmark-Anleihe stieg um einen Basispunkt auf 4,11% im Vorfeld der für Freitag erwarteten US-Inflationsdaten.
Wie oben erwähnt, spiegeln die starken Schwankungen an den US-Aktienmärkten die wachsenden Einsätze rund um den AI-Boom und die schwer vorhersehbaren Spillover-Effekte über Sektoren, Regionen und Anlageklassen hinweg wider. Diese Bewegungen verdeutlichen auch, wie schnell Stimmungsumschwünge in Bezug auf AI weit über den Technologiesektor hinausgreifen können.
„Software-Aktien handeln derzeit wie Banken im Jahr 2008“, sagte Vantage Point Asset Management in Anspielung auf die globale Finanzkrise. „Asien hat sich in diesem Jahr bislang gut entwickelt, aber ich bin besorgt über die Korrelation zu den globalen Märkten und einen taktischen Rückbau.“ Zum Vergleich: Der MSCI Asia Pacific Index liegt seit Jahresbeginn rund 12% im Plus und damit vor den US-Indizes. Vielen ist klar, dass sich – anders als bei der AI-getriebenen Volatilität an den US-Märkten – die Auswirkungen auf die asiatischen Märkte bislang in relativ engen Grenzen halten, was die Nachfrage nach asiatischen Titeln stützt.

Auf den Rohstoffmärkten verzeichnet Öl erstmals in diesem Jahr einen zweiten aufeinanderfolgenden Wochenrückgang, da die Risikobereitschaft nachlässt.
Das wichtigste Ereignis des heutigen Tages ist die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten für Januar. Für den Kern-VPI wird ein Anstieg um 2,5 % gegenüber dem Vorjahr erwartet.
Was das technische Bild des S&P 500 betrifft, besteht die Hauptaufgabe der Käufer heute darin, den nächstgelegenen Widerstandsbereich bei 6.819 USD zu überwinden. Dies würde dem Index Aufwärtsdynamik verleihen und könnte zugleich den Weg für einen Anstieg auf ein neues Niveau bei 6.837 USD ebnen. Eine ebenso wichtige Priorität für die Bullen wird die Verteidigung der Marke von 6.854 USD sein, was die Position der Käufer stärken würde. Kommt es angesichts nachlassender Risikobereitschaft zu einer Abwärtsbewegung, müssen die Käufer sich im Bereich von 6.801 USD behaupten. Ein Bruch unter dieses Niveau würde das Instrument rasch zurück auf 6.784 USD drücken und den Weg in Richtung 6.769 USD eröffnen.