Die Ruhe vor dem Sturm. Die US-Aktienmärkte blieben gestern aufgrund des Presidents' Day geschlossen, daher richtete sich die Aufmerksamkeit auf die Futures. Die Nasdaq-Futures gaben nach, die S&P 500-Futures schwankten zwischen leichten Gewinnen und Verlusten, und die Dow-Futures legten etwas zu – eine Momentaufnahme einer laufenden Rotation.
Dynamik der US-Aktienindizes

Diese Rotation, zusammen mit den Erwartungen an eine Wiederaufnahme der Fed-Lockerungen und anhaltenden geopolitischen Spannungen, bestimmt derzeit das Marktgeschehen. Donald Trump hat mit militärischen Maßnahmen gedroht, falls Iran kein Nuklearabkommen unterzeichnet. Als Reaktion führt Teheran Militärmanöver durch, was die globale Risikoaufsicht dämpft.
Dennoch ist der Nahe Osten weit entfernt, und Anleger konzentrieren sich auf unmittelbarere Fragen: Wann wird die Fed die Zinsen senken? Hinweise könnten aus dem FOMC-Protokoll für Januar sowie aus den anstehenden Veröffentlichungen zum BIP und zu den persönlichen Konsumausgaben kommen.
Die Aufmerksamkeit des Marktes dürfte sich nach und nach stärker auf die Konsumaktivität verlagern. Parallel zu den Makrodaten wird Walmart, der erste Einzelhändler mit einer Marktkapitalisierung von 1 Billion US-Dollar, seine Ergebnisse für das vierte Quartal vorlegen, die vom Markt genau unter die Lupe genommen werden.
Dynamik von Software-Aktien

Unterdessen ringt der Markt weiterhin damit, wie sich künstliche Intelligenz auf die Unternehmen im S&P 500 auswirken wird. Goldman Sachs hat einen Korb mit KI-Gewinnern und -Verlierern unter den Softwareherstellern zusammengestellt; dieser Korb ist seit Mai um rund 60 % gestiegen.
Die Berichtssaison neigt sich dem Ende zu: 369 Unternehmen aus dem S&P 500 haben Zahlen vorgelegt, und laut LSEG haben rund 80 % die EPS-Schätzungen der Wall Street übertroffen. Zusammen mit einem aggregierten Gewinnwachstum von 13 % hält das JPMorgan bei US-Aktien auf Kurs.
Es ist möglich, dass der Ausverkauf im Technologiesektor zu weit gegangen ist. Die KI-Story sollte sowohl Gewinner als auch Verlierer hervorbringen, doch der Markt hat sich auf die Verlierer fixiert – das ist eine unausgewogene Sichtweise.

Anleger werden die Protokolle der FOMC-Sitzung im Januar genau studieren. Zwei abweichende Stimmen waren im Raum, namentlich Stephen Miran und Christopher Waller. Es wird interessant sein, Wallers Beweggründe zu erfahren: War es ein Versuch, sich für den Posten des Fed-Vorsitzenden zu positionieren, oder politisches Taktieren, indem er Zinssenkungen befürwortet, um Trump entgegenzukommen? Oder handelte es sich schlicht um ein Urteil auf Basis der Lage am Arbeitsmarkt und der Inflationsdynamik?
Was die technische Analyse des S&P 500 betrifft, zeigt der Tageschart des S&P eine Kerze mit breitem Körper, gefolgt von einem Doji mit langen oberen und unteren Schatten – ein klassisches Zeichen hoher Unsicherheit. Ein Bruch unter die Pivot-Unterstützungsmarke von 6.815 würde es Tradern ermöglichen, frühere Short-Positionen auf den breiten Index auszubauen. Scheitert der Ausbruch nach unten hingegen, könnte sich ein Doppelboden ausbilden.