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FX.co ★ Euro fällt, während sich der sichere Dollar stärkt

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Analysen:::2026-02-20T12:01:40

Euro fällt, während sich der sichere Dollar stärkt

Deutschland erhebt sich von den Knien, und das Lohnwachstum im Euroraum beschleunigt sich. Dennoch hilft dies dem Euro nicht. Im Gegenteil: EUR/USD ist auf ein Monatstief gefallen, da die Nachfrage nach dem US?Dollar als sicherem Hafen stark gestiegen ist. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Zum ersten Mal seit 2003 sind die Vereinigten Staaten bereit, in einem Land im Nahen Osten zu intervenieren. Vor dreiundzwanzig Jahren lag der Fokus auf dem Irak. Jetzt richten die Märkte ihre Aufmerksamkeit auf den Iran.

ING ist der Ansicht, dass die geopolitischen Risiken im wichtigsten Währungspaar noch nicht vollständig eingepreist sind. Der Euroraum ist Netto-Ölimporteur, und höhere Rohölpreise werden seine Wirtschaft belasten. Im Falle einer ernsthaften Eskalation im Nahen Osten prognostiziert ING einen EUR/USD-Kurs unter 1,16. Der Derivatemarkt teilt diese Einschätzung: Die Nachfrage nach Optionen mit Ausübungspreisen bei 1,17 und 1,15 ist hoch. Gleichzeitig sind die Abwärtsrisiken für den Euro gegenüber dem US?Dollar auf den niedrigsten Stand seit Oktober gefallen.

EUR/USD-Dynamik und Umkehrungsrisiken

Euro fällt, während sich der sichere Dollar stärkt

Eine Reihe positiver Konjunkturdaten aus dem Euroraum hat den EUR/USD-Bullen nicht geholfen. Die ausgehandelten Löhne im Währungsraum haben im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr von 1,9 % auf 3,0 % angezogen. Das liegt unter dem in 2024 verzeichneten Höchststand von 5,4 %. Dennoch erhöhen stärkere Lohndynamiken das Risiko höherer Inflation und verringern die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB die geldpolitische Lockerung wieder aufnimmt – eigentlich ein positiver Faktor für den Euro.

Ein weiterer positiver Impuls kam aus Deutschland, wo fiskalische Stimuli von Friedrich Merz und höhere Verteidigungsausgaben die industrielle Geschäftstätigkeit auf ein Drei?Jahres?Hoch getrieben haben. Der deutsche Motor läuft wieder auf Hochtouren und zieht den Rest Europas mit. Die Einkaufsmanagerindizes der Eurozone übertrafen die von Bloomberg erhobenen Konsensschätzungen, was dazu beitrug, die Attacke der Bären auf den EUR/USD abzufedern.

Dynamik der europäischen Geschäftstätigkeit

Euro fällt, während sich der sichere Dollar stärkt

Ob Verkäufer ihre Offensive wieder aufnehmen können, hängt von der Veröffentlichung des US-BIP für das vierte Quartal ab. Allerdings deutet die prominente Rolle geopolitischer Entwicklungen darauf hin, dass jede durch Konjunkturdaten ausgelöste Dollar-Schwäche nur vorübergehend sein könnte.

Euro fällt, während sich der sichere Dollar stärkt

Donald Trump scheint sich weder darum zu kümmern, den US-Dollar zu stärken, noch darum, über höhere Ölpreise die Inflation in den USA anzuheizen. Er hat vor, das iranische Atomprogramm zu beenden und wird dafür vor nichts zurückschrecken. Ohne große Aufmerksamkeit zu erregen, tut der US-Dollar, was er tun muss – er steigt.

Aus technischer Sicht zeigt der EUR/USD-Tageschart einen Test der Untergrenze der Handelsspanne von 1,1765–1,1990. Ein überzeugender Bruch dieser Bandbreite würde es erlauben, die von 1,1835 eröffneten Short-Positionen weiter auszubauen. Eine Gegenbewegung nach oben würde die Grundlage für eine Gegenoffensive der Bullen bilden, auch wenn man sich davon nicht zu sehr mitreißen lassen sollte. Fehlgeschlagene Tests der gleitenden Durchschnitte und des Widerstands im Bereich von 1,1820 und 1,1835 wären neue Auslöser für weitere Verkäufe. Kursziele auf der Short-Seite liegen bei 1,1680 und 1,1615.

Analyst InstaForex
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