Bitcoin ist seit Oktober letzten Jahres um mehr als 50 % gefallen und zeigt weiterhin keine Anzeichen einer Erholung. Auf dem 4‑Stunden‑Chart hat sich auf diesem niedrigeren Niveau eine Seitwärtsbewegung ausgebildet. Wir gehen davon aus, dass die Korrektur noch recht lange andauern und komplex sein kann, der Abwärtstrend jedoch intakt bleibt. Daher erwarten wir, dass Bitcoin seinen Rückgang fortsetzt, mit einem Ziel bei 57.500 USD und tiefer.
Analysten von K33 haben ihre Einschätzung zur künftigen Entwicklung von Bitcoin geteilt. Insbesondere wies Vetle Lunde darauf hin, dass sich Bitcoin derzeit möglicherweise in der Spätphase eines „bärischen“ Trends befindet und das aktuelle technische Bild stark an das Jahr 2022 erinnert. Zur Erinnerung: Damals notierte Bitcoin um 15.000 USD und befand sich zunächst in einer langen Konsolidierung, bevor er in einen länger anhaltenden Abwärtstrend überging. Die Situation ähnelt tatsächlich der von 2022; dennoch wäre es unklug, allein auf Basis dieses Musters langfristige Schlüsse zu ziehen.
In den Jahren 2021–2022 verlor Bitcoin nach Abschluss eines weiteren Aufwärtstrends nahezu 80 % seines Wertes; aktuell hat er „nur“ 50 % eingebüßt. Das ist der erste wesentliche Unterschied. 2021–2022 dauerte der gesamte „bärische“ Trend etwa ein Jahr; diesmal sind erst 5 Monate vergangen. Im September/Oktober 2022 begann die US‑Inflation von ihrem Höchststand zurückzugehen, was den Markt zu der Erwartung veranlasste, dass die Fed ihre Geldpolitik lockern könnte. In dieser Zeit begann der Dollar gegenüber dem Euro, dem Pfund und anderen Währungen abzuwerten, wie in den Charts deutlich zu erkennen ist. Es gab also triftige Gründe für einen neuen „bullischen“ Trend bei Bitcoin im Jahr 2022. Welche Gründe gibt es heute – außer den endlosen Prognosen verschiedenster Experten über schwindelerregende Kursziele für „digitales Gold“? Dies ist der dritte wichtige Unterschied.
Lunde erwähnte außerdem, dass bei Bitcoin und seinen Derivaten eine Bereinigung des spekulativen Drucks zu beobachten sei, was bedeute, dass „Daytrader“ den Markt verlassen. Im Markt verbleiben demnach nur langfristige und große Investoren. Auch diese Aussage ist durchaus umstritten, wenn man die massiven Bitcoin‑Abverkäufe durch große Fonds und sogar Börsen in den vergangenen Monaten berücksichtigt. Lediglich MicroStrategy hält seine Bitcoin‑Bestände weiterhin, da ein Verkauf der Kryptowährung den Aktienkurs einbrechen lassen und das Vertrauen in Michael Saylors Modell vollständig zerstören würde.
Handelsempfehlungen für BTC/USD:
Bitcoin befindet sich weiterhin in einem ausgeprägten Abwärtstrend. Wir erwarten eine Fortsetzung des Rückgangs mit einem Ziel bei 57.500 USD (61,8 % Fibonacci des dreijährigen Aufwärtstrends); derzeit gibt es keine Anzeichen für eine Trendumkehr. Selbst das Niveau von 57.500 USD wirkt nicht mehr wie eine endgültige Haltemarke. Innerhalb der POI‑Zonen für Verkäufe auf dem Tageschart lässt sich das letzte „bärische“ FVG erkennen, das für Bitcoin allerdings noch recht weit entfernt ist. Auf dem 4‑Stunden‑Chart gibt es drei noch nicht „ausgefüllte“ bärische FVGs; diese Formationen stammen jedoch aus früheren Bewegungen und liegen deutlich über dem aktuellen Kurs. Es ist unwahrscheinlich, dass sie eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends auslösen.
Handelsempfehlungen für ETH/USD:
Auf dem Tageschart setzt sich der Abwärtstrend fort. Ein zentrales Verkaufssetup ist der bärische Order Block auf dem Wochenchart. Wie bereits gewarnt, kann die durch dieses Signal ausgelöste Bewegung stark und langanhaltend sein. Seit seiner Ausbildung ist Ethereum bereits um 55 % bzw. 2.500 USD gefallen. Kurzfristig ist eine Aufwärtskorrektur zu erwarten; der Kurs bewegt sich aktuell jedoch in einem recht engen Seitwärtskanal. Im kurzfristigen Handel lässt sich Ethereum – ähnlich wie Bitcoin – derzeit nur anhand von Abweichungen an den Begrenzungen dieses Seitwärtskanals auf dem 4‑Stunden‑Chart traden.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- CHOCH: Change of character in trend structure (Trendstruktur‑Bruch).
- Liquidity: Stop‑Loss‑Orders von Tradern, die Market Maker zum Aufbau ihrer Positionen nutzen.
- FVG: Fair Value Gap – ein Bereich mit Preisineffizienz. Der Kurs durchläuft diese Zonen sehr schnell, was auf ein vollständiges Fehlen einer Marktseite hinweist. In der Folge neigt der Preis dazu, zu diesen Bereichen zurückzukehren und darauf zu reagieren.
- IFVG: Inverted Fair Value Gap – nach der Rückkehr in diesen Bereich reagiert der Preis nicht darauf, sondern bricht ihn impulsiv, um ihn anschließend von der anderen Seite zu testen.
- OB: Order Block – die Kerze, auf der der Market Maker eine Position eröffnet hat, um Liquidität für den Aufbau einer Gegenposition zu sammeln.

