
Heute notiert das Währungspaar EUR/USD unter der runden Marke von 1,1800, während der Druck auf den US‑Dollar angesichts der wachsenden Unsicherheit rund um die amerikanischen Zölle anhält.
Am vergangenen Freitag hat der Oberste Gerichtshof der USA einen wesentlichen Teil der zuvor von US‑Präsident Donald Trump verhängten Zölle aufgehoben. Trump zeigt jedoch keinerlei Bereitschaft, von seiner zentralen wirtschaftspolitischen Agenda abzurücken. Die Regierung hat bereits Pläne angekündigt, am Samstag einen neuen Zollsatz von 15 % einzuführen. Dies verstärkt die Nervosität an den Märkten, setzt die US‑Währung unter Druck und erhöht die Volatilität.

Vor diesem Hintergrund wies der Vorsitzende des Handelsausschusses des Europäischen Parlaments darauf hin, dass die Europäische Union (EU) den Ratifizierungsprozess eines Handelsabkommens mit den Vereinigten Staaten aussetzen könnte, bis aus Washington detailliertere Informationen zur Handelspolitik Trumps vorliegen. Die Unsicherheit im Zusammenhang mit Handelsabkommen mit den USA setzt den Dollar zusätzlich unter Druck und stützt die Nachfrage nach dem Hauptwährungspaar.
Am Montag betonte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (ECB), Christine Lagarde, dass die Zentralbank bei der Durchführung der Geldpolitik flexibel bleiben müsse, auch wenn sie sich derzeit in einer relativ „guten Position“ befinde. Lagarde bestätigte, dass Zinsentscheidungen „auf jeder Sitzung“ in Abhängigkeit von den eingehenden Daten getroffen werden, während die Gesamtrisikobilanz ihrer Einschätzung nach „weitgehend ausgewogen“ bleibt.
Am Freitag werden die Daten zum U.S. Producer Price Index (PPI) der wichtigste Markttreiber sein, da sie Hinweise auf den künftigen Kurs der Leitzinsen der Federal Reserve liefern könnten. Der Konsens unter den Volkswirten deutet auf eine Verlangsamung der PPI-Inflation im Januar im Vergleich zum Vormonat hin. Stärker als erwartete Werte könnten dem U.S. Dollar jedoch zusätzlichen kurzfristigen Auftrieb geben.
Aus technischer Sicht warten bärische Händler derzeit auf einen überzeugenden Ausbruch und eine anschließende Stabilisierung unterhalb des 50‑Tage‑Simple Moving Average (SMA) bzw. dem 38,2‑%‑Fibonacci‑Retracement vom Tief im Januar, nachdem zuvor der technisch wichtige 200‑Tage‑SMA, der im Januar getestet wurde, eine Erholung ausgelöst hat. Als nächstes rückt das Tief der vergangenen Woche im Bereich von 1,1745–1,1740 in den Fokus; ein Bruch dieser Zone könnte den korrektiven Rückgang des EUR/USD vom Januarhoch wieder aufnehmen.
Allerdings hat sich das MACD‑Histogramm bisher noch nicht weiter in den negativen Bereich hinein bewegt. Das signalisiert, dass die Bullen zwar unter Druck stehen, den Bären jedoch weiterhin Widerstand leisten. Gleichzeitig befindet sich der Relative Strength Index (RSI) bereits im negativen Bereich, was auf eine nachlassende Stärke der Bullen hindeutet. Infolgedessen erscheint ein weiterer Rückgang in Richtung der runden Marke von 1,1700 – dem 23,6‑%‑Fibonacci‑Niveau – und sogar in Richtung des 100‑Tage‑SMA durchaus möglich.
Dennoch zeigt der 200‑Tage‑Gleitende Durchschnitt weiterhin eine moderate Aufwärtsneigung und unterstreicht damit einen günstigen langfristigen Ausblick. Das Währungspaar EUR/USD notiert weiterhin über diesem gleitenden Durchschnitt und bewahrt damit das Fundament des übergeordneten Trends.
Die nachstehende Tabelle zeigt in der Regel die prozentuale Veränderung des U.S. Dollar gegenüber den wichtigsten Weltwährungen für das aktuelle Datum, wobei die stärkste Aufwertung der amerikanischen Währung gegenüber dem japanischen Yen zu beobachten ist.
