
Gold tut sich derzeit schwer, eine solide Unterstützung zu finden oder über der Marke von 5.200 US-Dollar neuen Aufwärtsmomentum aufzubauen, auch wenn der Kurs weiterhin nahe dem Februar-Hoch notiert. Die geopolitischen Spannungen bleiben im Fokus, da die Präsenz der US-Streitkräfte im Nahen Osten vor der dritten Runde der US–Iran-Atomgespräche am Donnerstag zunimmt.
Trotz restriktiver Einschätzungen durch die U.S. Federal Reserve und der am Dienstag veröffentlichten, robusten Konjunkturdaten agieren Anleger äußerst vorsichtig – vor allem wegen der neu aufgeflammten Sorgen über die Handelspolitik von Präsident Donald Trump. Besonders die Protokolle der FOMC-Sitzung im Januar zeigten, dass mehrere Fed-Vertreter derzeit keinen Anlass für weitere Lockerungen sehen, solange es keine Hinweise auf eine erneute Abschwächung der Inflation gibt.
Darüber hinaus deuten jüngste Kommentare wichtiger Fed-Mitglieder darauf hin, dass die US-Notenbank angesichts der hartnäckig erhöhten Inflation in den kommenden Monaten nicht zu raschen Zinssenkungen bereit ist. Am Dienstag betonte Susan Collins, Präsidentin der Boston Fed, es sei angemessen, die Zinsen noch eine Zeit lang in der aktuellen Spanne zu belassen. Unterdessen erklärte Thomas Barkin, Präsident der Richmond Fed, die Geldpolitik sei „gut positioniert“, um Risiken im Zusammenhang mit den Konjunkturaussichten zu begegnen.
Auf der Datenseite stieg der Conference Board Consumer Confidence Index auf 91,2, nach revidierten 89,0 im Januar (zuvor 84,5). Dennoch fällt es den US-Dollar-Bullen schwer, neuen Auftrieb zu gewinnen; ihre Kaufaktivität bleibt begrenzt, da die Unsicherheit über Trumps globale Zollpolitik weiter belastet.
Am Dienstag verhängten die Vereinigten Staaten einen Zoll von 10 % auf alle Waren ohne Ausnahmen, wie von Trump am Freitag nach der Entscheidung des Supreme Court gegen seine umfassenden Zölle ursprünglich angekündigt. In seiner Rede zur Lage der Nation vor dem Kongress erklärte Trump, das Weiße Haus bewege sich auf eine Anhebung der Zölle auf 15 % zu. Das schürt Ängste vor Vergeltungsmaßnahmen und wirtschaftlichen Kosten infolge von Störungen in globalen Lieferketten. Dies schwächt den US-Dollar zusätzlich und verschafft Gold weiteren Rückenwind.
Gleichzeitig könnte die überwiegend positive Stimmung an den Aktienmärkten jedoch aggressive Käufe in XAU/USD begrenzen und damit weitere Kursgewinne deckeln.
Aus technischer Sicht zeigte das Edelmetall am Dienstag unterhalb von 5.100 US-Dollar – einem wichtigen horizontalen Unterstützungsniveau, das als Pivotpunkt fungiert – eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Die anschließende Erholung stützt Long-Positionen und deutet darauf hin, dass der Pfad des geringsten Widerstands für Gold weiter nach oben führt. Dieser positive Ausblick wird zusätzlich dadurch untermauert, dass XAU/USD oberhalb des ansteigenden gleitenden 200-Perioden-Durchschnitts notiert, was auf einen insgesamt intakten Aufwärtstrend hinweist.
Oszillatoren verbleiben im positiven Bereich und bestätigen damit das bullische Szenario.