Am Mittwoch erholte sich das Währungspaar EUR/USD vom 61,8%-Retracement-Niveau bei 1,1770, drehte zugunsten der europäischen Gemeinschaftswährung und stieg in Richtung des 50,0%-Fibonacci-Niveaus bei 1,1830. Ein erneuter Rückprall vom Niveau 1,1830 würde den US-Dollar begünstigen und zu einem Rückgang in Richtung 1,1770 führen. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,1830 würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Anstiegs in Richtung des nächsten Korrekturniveaus von 38,2% bei 1,1889 erhöhen und höchstwahrscheinlich das Ende des Abwärtstrends signalisieren.

Die Wellensituation im Stundenchart bleibt übersichtlich. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief nicht unterschritten, und die neue Aufwärtswelle hat den vorherigen Höchststand noch nicht überschritten. Damit bleibt der Trend bärisch. Die Bullen haben in einer groß angelegten Offensive pausiert, die ohne Donald Trump unmöglich gewesen wäre, und diese Pause zieht sich nun deutlich in die Länge. Allerdings könnte die faktische Weigerung des US-Präsidenten, dem Willen des Supreme Court zu folgen, die Bullen wieder an den Markt zurückbringen.
Am Mittwoch war der Nachrichtenhintergrund sowohl für den Euro als auch für den Dollar schwach, wie schon während der gesamten laufenden Woche. Das geringe Nachrichtenaufkommen erklärt die trägen Marktbewegungen am besten. Gestern gewannen die Bullen vor dem Hintergrund einer Ermüdung der Bären etwas Optimismus zurück, konnten jedoch keine nennenswerten Fortschritte erzielen. Konjunkturdaten aus der Eurozone unterstützten sie nicht, sodass sie gewissermaßen aus reiner Begeisterung angreifen mussten. Der Index des Verbrauchervertrauens in Deutschland fiel schwächer aus als von den Händlern erwartet. Das BIP-Wachstum Deutschlands im vierten Quartal blieb gegenüber den früheren Schätzungen unverändert bei 0,3 % im Quartalsvergleich und 0,4 % im Jahresvergleich. Der Verbraucherpreisindex der Eurozone lag im Januar wie erwartet bei 1,7 % im Jahresvergleich. Zur Erinnerung: Die EZB betrachtet ein Absinken der Inflation unter 2 % nicht als katastrophal und plant daher in naher Zukunft keine Lockerung der Geldpolitik. Dieser Belastungsfaktor fehlt dem Euro also. Gleichzeitig tritt auch der Unterstützungsfaktor für den Dollar in Form eines möglichen US-Angriffs auf den Iran zunehmend in den Hintergrund.

Im 4-Stunden-Chart drehte das Paar zugunsten des US-Dollars, nachdem sich auf dem CCI-Indikator eine bärische Divergenz gebildet hatte, kehrte jedoch anschließend zum 76,4%-Korrekturlevel bei 1,1813 zurück. Ein Abprall von diesem Level würde die Notierungen zurück in einen Abwärtstrendkanal in Richtung des 61,8%-Fibonacci-Levels bei 1,1748 drücken. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,1813 würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Anstiegs in Richtung des 100,0%-Korrekturlevels bei 1,1919 erhöhen. Auf keinem der Indikatoren sind neue aufkommende Divergenzen zu beobachten.
Commitments of Traders (COT) Report:

In der vergangenen Berichtswoche schlossen professionelle Händler 7.155 Long- und 1.330 Short-Kontrakte. Die Stimmung der Gruppe der „Non-commercial“ bleibt dank Donald Trump und seiner Politik bullisch und verstärkt sich im Zeitverlauf weiter. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen beläuft sich nun auf 312.000, gegenüber 137.000 Short-Positionen. Dies bedeutet einen mehr als doppelt so großen Vorteil für die Bullen.
Über dreiunddreißig Wochen in Folge reduzierten Großanleger ihre Short-Positionen und bauten Long-Positionen aus. Dann begann der Shutdown, und nun beobachten wir dasselbe Muster: Professionelle Händler erhöhen weiterhin ihre Long-Engagements. Die Politik von Donald Trump bleibt für Trader der wichtigste Faktor, da sie zahlreiche Probleme schafft, die langfristige und strukturelle Folgen für die USA haben werden. Dazu gehören beispielsweise eine deutliche Verschlechterung des Arbeitsmarktes (2025), ein Rückgang des weltweiten Ansehens sowie Kapitalabflüsse aus den USA. Trader sind außerdem besorgt über einen möglichen Verlust der Unabhängigkeit der Federal Reserve im Jahr 2026 und über die geopolitischen Ambitionen von Donald Trump.
Wirtschaftskalender für die USA und die Eurozone:
- Eurozone – Rede der EZB-Präsidentin Christine Lagarde (08:30 UTC).
- USA – Veränderung der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (13:30 UTC).
Am 26. Februar umfasst der Wirtschaftskalender zwei eher unbedeutende Ereignisse. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung könnte am Donnerstag äußerst schwach oder gar nicht spürbar sein.
EUR/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:
Ein Verkauf des Währungspaares ist heute möglich, wenn es auf dem Stundenchart zu einer Abprallbewegung vom Niveau 1,1830 kommt, mit Zielen bei 1,1770 und 1,1696. Ein Kauf war nach einem Rebound vom Niveau 1,1770 auf dem Stundenchart mit Zielen bei 1,1830 und 1,1889 möglich. Das erste Ziel wurde bereits erreicht.
Die Fibonacci-Retracement-Netze sind auf dem Stundenchart von 1,1805–1,1578 und auf dem 4-Stunden-Chart von 1,1919–1,1471 eingezeichnet.