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FX.co ★ US-Exzeptionalismus belebt die Marktdynamik

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Analysen:::2026-03-03T08:10:29

US-Exzeptionalismus belebt die Marktdynamik

Goldman Sachs ist der Ansicht, dass der S&P 500 nur dann weiter steigen kann, wenn er zunächst fällt. Laut Analyse der Bank ist der breite Index in 22 früheren Fällen seit dem Jahr 2000, in denen WTI an einem einzigen Handelstag um rund 10 % zulegte, am folgenden Tag im Durchschnitt um 0,24 % gefallen, danach jedoch im Verlauf des folgenden Monats im Schnitt um 3,57 % gestiegen. Bei Brent‑Preissprüngen zeigten sich ähnliche Muster.

Der Konflikt im Nahen Osten stellte eine Ausnahme dar. Anstatt einzubrechen, verzeichnete der S&P 500 zwar zu Handelsbeginn eine leichte Schwankung, zog dann aber deutlich an. Die Rally wurde von Energie- und Technologiewerten angeführt. Erstere profitierten klar von dem Ölpreissprung, während Big Tech wieder an Beliebtheit gewann, da sich Anleger zunehmend um die Aussichten für die US‑Wirtschaft und die Märkte sorgten.

Manche argumentieren, dass ein Brentpreis von über 90 US‑Dollar je Barrel die Unternehmensgewinne belasten und die Inflationserwartungen nach oben treiben würde, was die Fed zwingen könnte, die Zinsen länger hoch zu halten, als es derzeit eingepreist ist. In der Folge kehrte sich die Rotation um: Small‑Cap‑Werte wurden massiv verkauft, und Kapital floss zurück in die Tech‑Giganten.

S&P 500 vs. MSCI World ex‑US

US-Exzeptionalismus belebt die Marktdynamik

Interessanterweise vollzog sich die Kehrtwende nicht nur im Inland, sondern auch international. Seit Jahresbeginn hat der MSCI World ex?US den S&P 500 um etwa 9 Prozentpunkte übertroffen. Im Jahr 2025 betrug dieser Abstand 12 Punkte – die größte Divergenz zugunsten globaler Aktien seit 1993. Üblicherweise geht man davon aus, dass ein Brent/WTI?Preissprung Nettoimporteure wie Europa und Japan stärker trifft als die USA, weshalb diese Märkte zu Beginn dieses Jahres Kapital angezogen hatten. Die Rückkehr der US?Exzeptionalität kehrte die Kapitalströme nun wieder von Ost nach West um.

Im Jahr 2022, mit dem Ausbruch des Kriegs in der Ukraine, schoss der Ölpreis inflationsbereinigt auf rund 140 US?Dollar pro Barrel. Während der globalen Finanzkrise 2008 näherte sich die reale Rohölnotierung der Marke von 200 US?Dollar. Heute wäre nicht nur ein kurzer Ausschlag auf diese Niveaus nötig, sondern ein anhaltender Aufenthalt dort, um der US?Wirtschaft ernsthaften Schaden zuzufügen.

US-Exzeptionalismus belebt die Marktdynamik

Alles Schlechte hat auch sein Gutes. Der Konflikt im Nahen Osten könnte Europa und Japan in eine Energiekrise stürzen und das Thema der US-Exzeptionalität wiederbeleben – ausgezeichnete Nachrichten für den S&P 500.

Aus technischer Sicht zeigt der Tageschart, dass der S&P 500 Index die Untergrenze der Fair-Value-Spanne (6.800–7.000) getestet hat. Dass es den Bären nicht gelungen ist, nachzusetzen, zeugt von Schwäche. Nichtsdestotrotz könnte ein erneuter Angriff gelingen und den Aufbau von Short-Positionen ermöglichen. Umgekehrt sollten Käufer Einstiege bei einem Ausbruch über die Widerstandsmarken von 6.910 und 6.955 in Betracht ziehen.

Analyst InstaForex
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