Während der Handelssitzung am Montag erholte sich das Währungspaar EUR/USD vom 50,0%-Korrekturlevel bei 1,1830, drehte anschließend zugunsten des Dollars und etablierte sich unter den Fibonacci-Niveaus von 1,1770 und 1,1696. Infolgedessen könnte die Abwärtsbewegung der Notierungen heute in Richtung des nächsten Fibonacci-Levels von 100,0% bei 1,1577 anhalten. Ein Anstieg und eine Stabilisierung über 1,1696 würden den Euro begünstigen und eine gewisse Erholung in Richtung des 61,8%-Korrekturlevels bei 1,1770 ermöglichen.

Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt übersichtlich. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle konnte das vorherige Hoch nicht überwinden, während die neue Abwärtswelle das vorherige Tief klar durchbrochen hat. Daher bleibt der Trend bärisch. Die Bullen haben inmitten eines zuvor groß angelegten Anstiegs eine Pause eingelegt – ein Anstieg, der ohne Donald Trump nicht möglich gewesen wäre. Doch nun stützen Donald Trumps Handlungen im Nahen Osten, die großangelegte Militäroperationen mit der Beteiligung von rund einem Dutzend Ländern ausgelöst haben, die US‑Währung.
Am Montag konzentrierte sich der Nachrichtenhintergrund ausschließlich auf den Krieg im Nahen Osten. Die US‑amerikanischen und israelischen Militäroperationen gegen den Iran begannen am Samstag, sodass die Bären unmittelbar nach der Markteröffnung nach dem Wochenende ihren Verkaufsdruck wieder aufnahmen. Meiner Ansicht nach ist der einzige Grund für das Wachstum des Dollars am Montag sein Status als sichere Hafenwährung – ein Status, der im vergangenen Jahr deutlich geschwächt worden war. Im Jahr 2026 greifen die Trader jedoch erneut verstärkt zum Dollar. Die Militäroperationen dauern an, während wirtschaftliche Ereignisse in den Hintergrund gerückt sind. Gestern wurde der US‑amerikanische ISM Manufacturing PMI veröffentlicht – ein Bericht, dem Trader normalerweise große Aufmerksamkeit schenken. Selbst dieser Index, der von den geopolitischen Entwicklungen überlagert wurde, unterstützte die Bären, da sein Wert für Februar bei 52,4 Punkten lag, gegenüber Erwartungen von höchstens 51,8. Insgesamt spricht die aktuelle Situation für den US‑Dollar. Je stärker der Konflikt im Nahen Osten eskaliert, desto selbstbewusster dürften sich die Bären und der Dollar präsentieren.

Im 4-Stunden-Chart drehte das Währungspaar zugunsten des US-Dollars, nachdem sich auf dem CCI-Indikator eine bärische Divergenz gebildet hatte. Die Ereignisse im Iran ermöglichten anschließend eine Konsolidierung unterhalb der Unterstützungszone von 1,1680–1,1694. Infolgedessen könnte die Abwärtsbewegung sich in Richtung der Marken von 1,1642 und 1,1577 fortsetzen. Auf keinem Indikator sind derzeit neue aufkommende Divergenzen zu beobachten.
Commitments of Traders (COT) Report:

In der letzten Berichtswoche schlossen professionelle Trader 16.676 Long-Positionen und eröffneten 948 Short-Positionen. Die Stimmung der Gruppe der „Non-commercial“-Akteure bleibt dank Donald Trump und seiner Politik bullisch, allerdings ist in den vergangenen Wochen ein Rückgang der Long-Positionen zu beobachten. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen liegt nun bei 294.000, verglichen mit 138.000 Short-Positionen. Der Vorteil der Bullen ist damit weiterhin mehr als doppelt so groß.
In der langfristigen Perspektive reduzieren große Marktteilnehmer insgesamt weiter ihre Short-Positionen und bauen Long-Positionen aus. Globale Ereignisse – an denen es in den letzten Jahren nicht mangelte – wirken sich nach wie vor in unterschiedlicher Weise auf Investoren aus. Derzeit richtet sich die volle Aufmerksamkeit des Marktes auf den Nahen Osten, wo sich der Krieg weiter zuspitzt und geografisch ausweitet. Daher wird sich der Wechselkurs von Euro und US-Dollar in naher Zukunft nicht an der Politik von Donald Trump orientieren, sondern an den Kriegsereignissen im Iran.
News-Kalender für die USA und die Eurozone:
Eurozone – Verbraucherpreisindex (10:00 UTC).
Am 3. März enthält der Wirtschaftskalender eine vergleichsweise wichtige Veröffentlichung, doch die Konjunkturdaten könnten erneut von geopolitischen Entwicklungen in den Hintergrund gedrängt werden. Der Nachrichtenhintergrund dürfte die Marktstimmung den gesamten Dienstag über beeinflussen.
Prognose und Trading-Empfehlungen für EUR/USD:
Short-Positionen waren nach einem Abprall vom Niveau bei 1,1830 im Stundenchart mit Zielen bei 1,1770 und 1,1696 möglich. Beide Ziele wurden erreicht. Heute können Short-Positionen mit einem Ziel bei 1,1577 weiterhin gehalten werden. Unter den aktuellen Umständen werden Long-Positionen nicht empfohlen.
Die Fibonacci-Retracement-Level sind im Stundenchart von 1,1805–1,1578 und im 4-Stunden-Chart von 1,1919–1,1471 eingezeichnet.