In der Zwischenzeit hat sich der US‑Dollar vor dem Hintergrund der Eskalation des militärischen Konflikts zwischen den USA und Iran kontinuierlich aufgewertet. Dieser Aufwärtstrend, der von geopolitischen Spannungen angetrieben wird, spiegelt sich in den Äußerungen der ehemaligen Vorsitzenden der Federal Reserve, Janet Yellen, wider. Sie zeigte sich besorgt über die möglichen Auswirkungen eines langwierigen Konflikts auf die US‑Wirtschaft.

Yellen sagt, dass die anhaltenden Auswirkungen des US‑Iran‑Kriegs auf die Ölmärkte zwei miteinander verbundene negative Effekte haben könnten. Erstens dürfte sich das Wirtschaftswachstum in den USA verlangsamen. Das würde aus höheren Kosten für Unternehmen, einer möglichen Zurückhaltung der Verbraucher und Störungen der globalen Lieferketten infolge der Instabilität an den Energiemärkten resultieren.
Zweitens birgt der Konflikt das Risiko zunehmender Inflationsdrucke. Höhere Energiepreise schlagen direkt auf die Kosten von Waren und Dienstleistungen durch und können die Inflation anheizen. Das stellt die Fed vor eine schwierige Wahl: Einerseits müssten die Entscheidungsträger der steigenden Inflation entgegenwirken, möglicherweise durch eine Straffung der Geldpolitik; andererseits müssten sie eine sich abschwächende Wirtschaft und den Arbeitsmarkt stützen. Dieses Dilemma erschwert die Entscheidungsfindung und erhöht die Unsicherheit über die nächsten Schritte der Notenbank.
„Ich denke, die Situation mit Iran hat die Fed zusätzlich ausgebremst und sie weniger geneigt gemacht, die Zinsen zu senken als zuvor“, sagte Yellen.
Die Inflation liegt bereits etwa einen Prozentpunkt über dem Zielwert der Fed, merkte Yellen an. Sie fügte hinzu, dass die von Präsident Donald Trump eingeführten Zölle etwa einen halben Prozentpunkt zur aktuellen Inflationsrate von 3 % beigetragen haben.
Vor der Iran‑Krise war die Fed der Ansicht, dass die Schwäche am Arbeitsmarkt behoben sei und die Inflation zurückgehen werde. „Aber jetzt haben wir den Iran‑Schock, die Ölpreise sind deutlich gestiegen – wir wissen nicht, was in den kommenden Tagen passieren wird“, sagte Yellen. „Wenn die Schließung der Straße von Hormus, durch die ein großer Teil des Öls aus der Region transportiert wird, länger als ein paar Tage anhält, könnten die Preise hoch bleiben oder sogar weiter steigen.“
Ihre Ausführungen sind in vielerlei Hinsicht nachvollziehbar: Da es der Fed bislang nicht gelungen ist, die Inflation wieder auf 2 % zu bringen, ist es naheliegend zu erwarten, dass Marktteilnehmer erneut steigenden Preisdruck und eine straffere Haltung der Fed fürchten. Das wäre ein weiterer Grund, den US‑Dollar zu kaufen, und würde das Wirtschaftswachstum der USA spürbar bremsen.
Trotz der aktuellen Risiken, einschließlich des Konflikts mit Iran, sagte die frühere Fed‑Chefin: „Unterm Strich ist die US‑Wirtschaft in ziemlich guter Verfassung, und ich bin recht optimistisch, was die wirtschaftlichen Aussichten angeht.“
Yellen kritisierte außerdem mehrere Maßnahmen der Trump‑Regierung gegenüber der Federal Reserve, darunter den Versuch des Präsidenten, Gouverneurin Lisa Cook abzuberufen, sowie die strafrechtliche Verfolgung von Powell.
Technischer Ausblick für EUR/USD
Käufer müssen nun die Marke von 1,1635 zurückerobern. Nur dann wird ein Test von 1,1670 möglich. Von dort aus könnte das Währungspaar bis 1,1710 steigen, doch ohne Unterstützung durch die großen Marktteilnehmer wird das schwierig. Das am weitesten entfernte Aufwärtsziel liegt bei 1,1745. Auf der Unterseite rechne ich mit nennenswertem Käuferinteresse erst im Bereich von 1,1590. Sollte dort keine Kaufaktivität einsetzen, wäre es sinnvoll, auf ein neues Tief bei 1,1550 zu warten oder Long‑Positionen ab 1,1525 zu eröffnen.
Technischer Ausblick für GBP/USD
Die Käufer des Pfunds müssen zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3315 überwinden. Erst dann können sie die Marke von 1,3360 ins Visier nehmen, oberhalb derer ein weiterer Ausbruch schwierig sein dürfte. Das am weitesten entfernte Aufwärtsziel liegt bei 1,3410. Auf der Unterseite werden die Bären versuchen, die Kontrolle über den Bereich um 1,3270 zu übernehmen. Gelingt ihnen das, würde ein Durchbruch dieser Spanne den Bullen einen schweren Schlag versetzen und GBP/USD auf 1,3235 mit einem möglichen Ausbau der Abwärtsbewegung bis 1,3210 drücken.