
Anfang 2026 hat die Europäische Union vermutlich erkannt, was vielen Marktteilnehmern und Ökonomen längst klar ist: Trump wird den Druck weiter erhöhen, solange man ihm nicht entgegentritt. So wollte Trump zu Beginn des Jahres etwa Grönland an sich bringen, das zu Dänemark gehört – einem Teil der Europäischen Union, deren Großteil wiederum Mitglied der NATO ist. Welch ein Paradox! Man fragt sich unwillkürlich, ob die NATO-Satzung überhaupt eine Klausel darüber enthält, was passiert, wenn ein Mitgliedsstaat einen anderen angreift. Vermutlich wollte Trump, ganz im Stil der 90er Jahre, einfach „still und leise“ eine riesige Insel im Atlantik einverleiben und dies mit Fragen der nationalen Sicherheit der USA begründen. Diesmal aber beugte sich die EU nicht dem Druck des Weißen Hauses. Stattdessen erkannte sie, dass Trump sich weiterhin überall dort bedienen wird, wo die Verteidigung schwach ist.
Am Mittwoch erklärte der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, die EU werde keine Handelsabkommens-Bedingungen akzeptieren, die schlechter sind als jene, die im vergangenen Jahr ausgehandelt wurden. Erstmals sprach damit einer der EU-Spitzenvertreter das Missverhältnis zwischen den Zöllen der USA und der EU offen an. Zur Erinnerung: Im Rahmen des „Trump-Deals“ muss Europa Zölle zahlen (faktisch müssen also die US-Konsumenten Abgaben auf europäische Waren entrichten), während die USA keine zahlen. „Wir haben die Grenze dessen erreicht, was wir bereit sind zu akzeptieren – und was nicht“, erklärte der deutsche Bundeskanzler.

Merz äußerte sich auch zu Trumps Äußerungen über einen vollständigen Stopp des Handels mit Spanien, das Washington zuvor die Genehmigung verweigert hatte, dort Militärstützpunkte für die amerikanischen Streitkräfte zu errichten. Der US-Präsident wollte europäische Länder nutzen, um seine Luftstreitkräfte für weitere Bombardierungen Irans zu stationieren. Später behauptete Trump, er könne „einfach Spaniens Basen nehmen und nutzen, ohne überhaupt um Erlaubnis zu fragen“. Offenbar kann er das jedoch nicht, und erneut zeigt sich der Hausherr des Weißen Hauses beleidigt. Merz erklärte, dass Spanien Vollmitglied der Europäischen Union sei und dass weder Zölle noch der Handel selbst innerhalb der EU selektiv gestaltet werden könnten. Amerika handelt entweder mit der gesamten EU oder überhaupt nicht.
Unter Berücksichtigung all dessen scheint es möglich, dass es überhaupt keine Abkommen zwischen der EU und den USA geben wird. Trump ist nun durch die Marke von „15 %“ begrenzt und kann die Zölle nicht über dieses Niveau hinaus anheben. Die EU könnte dies ausnutzen, sofern sie sich nicht erneut dazu entschließt, Trump wie im vergangenen Jahr nachzugeben.
Wellenstruktur für EUR/USD:
Auf Basis der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass das Instrument weiterhin einen bullischen Trendabschnitt ausbildet. Trumps Politik und die Geldpolitik der Fed bleiben entscheidende Faktoren für den langfristigen Rückgang der US‑Währung. Die Ziele des aktuellen Trendsegments könnten bis in den Bereich der 25er‑Marke reichen. Gegenwärtig gehe ich davon aus, dass sich das Instrument weiterhin innerhalb des Rahmens der globalen Welle 5 befindet, weshalb ich in der ersten Hälfte des Jahres 2026 mit steigenden Kursen rechne. Die korrektive Struktur a‑b‑c‑d‑e kann jederzeit enden, da sie eine überzeugende Form angenommen hat. Meiner Ansicht nach ist es sinnvoll, nach Bereichen und Niveaus für neue Käufe zu suchen, mit Zielen im Bereich von 1,2195 und 1,2367, was 161,8 % bzw. 200,0 % Fibonacci entspricht.
Wellenstruktur für GBP/USD:
Die Wellenstruktur des Instruments GBP/USD wirkt recht klar. Die fünfteilige Aufwärtsstruktur hat ihre Ausbildung abgeschlossen, doch die globale Welle 5 kann eine deutlich ausgedehntere Form annehmen. Ich gehe davon aus, dass die Ausbildung eines korrektiven Wellenmusters bald abgeschlossen sein könnte, woraufhin sich der Aufwärtstrend fortsetzen dürfte. Daher kann ich derzeit dazu raten, nach Gelegenheiten für neue Käufe mit Zielen oberhalb der 39er‑Marke Ausschau zu halten. Meiner Einschätzung nach hat das britische Pfund unter Trump alle Chancen, auf 1,45 bis 1,50 US‑Dollar zu steigen, doch die jüngsten Ereignisse im Nahen Osten erschweren derzeit die korrektive Struktur.
Wesentliche Grundsätze meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und übersichtlich sein. Komplexe Strukturen sind schwer handelbar und unterliegen häufig Veränderungen.
- Wenn kein Vertrauen in den Markt besteht, ist es besser, ihm fernzubleiben.
- Es gibt niemals und kann niemals 100%ige Sicherheit bezüglich der Bewegungsrichtung geben. Denken Sie immer daran, Schutz‑Stop‑Loss‑Orders zu verwenden.
- Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombinieren.
