Am Mittwoch prallte das Währungspaar EUR/USD zweimal vom 100,0%-Korrekturlevel bei 1,1577 ab und zeigte einen leichten Anstieg in Richtung des 76,4%-Fibonacci-Levels bei 1,1696. Am Dienstagmorgen kehrte das Paar jedoch wieder auf das Niveau von 1,1577 zurück. Ein erneuter Abprall von diesem Level würde daher erneut die europäische Währung begünstigen und einen Anstieg in Richtung 1,1696 unterstützen. Ein Durchbruch und eine anschließende Konsolidierung des Paares unterhalb von 1,1577 würden es den Händlern ermöglichen, mit einer Fortsetzung des Rückgangs in Richtung des nächsten Korrekturlevels von 127,2 % bei 1,1440 zu rechnen.

Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt überschaubar. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle konnte das Hoch der vorherigen Welle nicht überwinden, während die neue Abwärtswelle das vorherige Tief deutlich durchbrochen hat. Daher bleibt der Trend bärisch. Die Bullen haben in ihrer großangelegten Offensive, die ohne Donald Trump nicht möglich gewesen wäre, eine Pause eingelegt. Doch gerade die Maßnahmen von Donald Trump im Nahen Osten – die großangelegte Militäroperationen mit der Beteiligung von rund einem Dutzend Ländern ausgelöst haben – spielen nun der US-Währung in die Hände.
Am Mittwoch unterstützte der Nachrichtenfluss sowohl Bullen als auch Bären, dennoch legten die Bären nach einem zweitägigen Ansturm eine kurze Verschnaufpause ein. Dadurch konnte sich die europäische Währung leicht erholen. In den letzten 24 Stunden wurde bekannt, dass die Arbeitslosenquote in der Eurozone entgegen den Prognosen auf 6,1 % gesunken ist. In den USA zeigte der ADP-Bericht einen Beschäftigungszuwachs von 63.000 Stellen und übertraf damit die unteren Prognoseschätzungen, und der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor lag um 2,6 Punkte über den Erwartungen der Marktteilnehmer. So konnten am Vormittag die Bullen angreifen, während am Nachmittag die Bären die Initiative hätten übernehmen können. Wie bereits erwähnt, legten die Bären jedoch eine kurze Pause ein, die offenbar mit Beginn des Mittwochs beendet wurde.
Heute wird der Informationshintergrund sehr schwach ausfallen, sodass die Händler ihre Aufmerksamkeit wieder stärker auf die Geopolitik richten können. Den jüngsten Berichten zufolge könnte der Krieg im Iran noch größer angelegt werden, als er es derzeit ist, und seine Folgen könnten weit über die Wirtschaft hinausreichen. Der Iran hat begonnen, Rechenzentren anzugreifen, was potenziell zu globalen Internetausfällen führen könnte. Gleichzeitig hat der Irak eine Bodenoffensive gestartet, und Militärexperten berichten, dass der Krieg bis in den Herbst dieses Jahres andauern könnte.

Im 4-Stunden-Chart kehrte das Paar zum 38,2%-Korrekturlevel bei 1,1642 zurück, prallte davon ab und drehte zugunsten des US-Dollar. Damit kann der Rückgang der Notierungen sich in Richtung des 23,6%-Fibonacci-Levels bei 1,1577 fortsetzen. Ein erneuter Abprall von diesem Level würde den Euro begünstigen und eine Rückkehr zu 1,1642 unterstützen. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,1577 würde die Chancen auf einen weiteren Rückgang in Richtung des nächsten Korrekturlevels von 0,0 % – 1,1471 erhöhen. Auf den Indikatoren sind derzeit keine sich abzeichnenden Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT) Report

Während der letzten Berichtswoche schlossen professionelle Händler 16.676 Long-Positionen und eröffneten 948 Short-Positionen. Die Stimmung der Non-Commercial-Gruppe bleibt dank Donald Trump und seiner Politik bullisch, jedoch ist in den vergangenen Wochen ein Rückgang der Long-Positionen zu beobachten. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen liegt nun bei 294 Tausend, während Short-Kontrakte 138 Tausend betragen. Der Vorteil der Bullen ist weiterhin mehr als doppelt so groß.
Insgesamt bauen große Marktteilnehmer langfristig weiterhin Short-Positionen ab und erhöhen ihre Long-Engagements. Verschiedene globale Ereignisse – an denen es in den letzten Jahren nicht gemangelt hat – wirken sich naturgemäß unterschiedlich auf Anleger aus. Derzeit richtet sich die gesamte Aufmerksamkeit des Marktes auf den Nahen Osten, wo der Krieg sich weiter verschärft und geografisch ausweitet. Damit werden die Wechselkurse von Euro und US-Dollar in naher Zukunft nicht von der Politik Donald Trumps, sondern vom Krieg im Iran abhängen.
Wirtschaftskalender für die USA und die Eurozone
- Eurozone – Veränderung der Einzelhandelsumsätze (10:00 UTC)
- USA – Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (13:30 UTC)
- Eurozone – Rede der EZB-Präsidentin Christine Lagarde (17:00 UTC)
Am 5. März umfasst der Wirtschaftskalender drei beachtenswerte Veröffentlichungen, doch erneut könnte die Konjunktur im Schatten der Geopolitik stehen. Der Informationshintergrund kann die Marktstimmung am Donnerstag weiterhin beeinflussen, aber die technische Analyse rückt nun stärker in den Vordergrund.
EUR/USD-Prognose und Handelstipps
Verkaufsgelegenheiten ergaben sich zuvor nach einem Rückprall von 1,1830 im Stundenchart mit Kurszielen bei 1,1770, 1,1696 und 1,1577. Alle Ziele wurden erreicht.
Heute können Short-Positionen in Betracht gezogen werden, wenn das Paar unter 1,1577 schließt, mit einem Kursziel bei 1,1440.
Long-Positionen können in Betracht gezogen werden, wenn die Notierungen von 1,1577 nach oben abprallen, mit einem Kursziel bei 1,1696.
Die Fibonacci-Netze sind im Stundenchart von 1,1805–1,1578 und im 4-Stunden-Chart von 1,1919–1,1471 gezogen.