Das Währungspaar GBP/USD setzt seinen Rückgang innerhalb eines Aufwärtstrends fort. Das einzige aktive Muster bleibt die bearishe Imbalance 16, doch die Bullen verfehlten sie in der vergangenen Woche um nur 6–7 Punkte und konnten sie nicht erreichen, um ein Signal zu bilden. Dies hätte einen guten Profit bringen können, wenn man gegen den Trend gehandelt hätte. Ich persönlich versuche, Signale zu handeln, die im Einklang mit dem Trend stehen, anstatt gegen ihn zu spekulieren, aber die Situationen sind unterschiedlich und jeder Trader trifft seine eigenen Entscheidungen.
Im Moment kann ich nur eines sagen: Der Markt hat den Beginn des Krieges im Nahen Osten bereits eingepreist. Der weitere Rückgang des Paares wird nun davon abhängen, wie viele Länder in den Konflikt hineingezogen werden und welche Staaten – außerhalb der unmittelbaren Region – von Iran angegriffen werden könnten.

Mit ausreichend Mühe lassen sich im Tageschart derzeit zwei Liquidity Grabs aus den bärischen Swings vom 17. Dezember und 19. Januar identifizieren. Ich arbeite lieber mit klarer erkennbaren Swings, und ich möchte daran erinnern, dass ein Liquidity Grab weder ein Muster noch ein Handelssignal ist. Aktuell gibt es keine bullischen Muster, und es ist eher unwahrscheinlich, dass der Kurs in naher Zukunft zu Imbalance 16 zurückkehrt und beim zweiten Anlauf ein Signal generiert.
Meiner Ansicht nach könnte sich das britische Pfund allmählich zu erholen beginnen, wenn es in den kommenden Tagen zu keiner weiteren Eskalation im Nahen Osten kommt. Allerdings werden morgen in den USA wichtige Arbeitsmarkt- und Arbeitslosenzahlen veröffentlicht, die die Bären unterstützen könnten. In diesem Fall könnten wir statt eines Anstiegs des Pfunds auf Basis des technischen Bildes erneut eine Dollarstärke entgegen dem Trend sehen.
Der bullische Trend für das Pfund ist weiterhin intakt. Solange dieser anhält (oberhalb von 1,3012), würde ich bullischen Signalen mehr Aufmerksamkeit schenken. Der Rückgang des Pfunds kann zwar deutlich ausfallen, er kann aber auch jederzeit enden. Das einzige derzeit aktive Muster, Imbalance 16, hat bislang noch kein Signal geliefert. Auch in dieser Woche sind keine neuen bärischen Muster zu erwarten. Infolgedessen könnte sich der Markt stärker auf die US-Konjunkturdaten und die technische Analyse konzentrieren.
Am Donnerstag fehlte es an Nachrichten, da weder aus dem Vereinigten Königreich noch aus den USA relevante Daten kamen – mit Ausnahme des Berichts zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe, der unter den aktuellen Umständen jedoch nur auf geringes Interesse stieß.
In den USA bleibt das übergeordnete Nachrichtenumfeld so, dass langfristig wenig anderes als ein Rückgang des Dollars zu erwarten ist. Der Krieg zwischen Iran und den Vereinigten Staaten hat bislang wenig verändert. Für den US-Dollar bleibt die Situation langfristig eher schwierig, kurzfristig aber durchaus positiv. Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass diese positive Konstellation nur kurzfristiger Natur ist.
Die US-Arbeitsmarktdaten enttäuschen weiterhin häufiger, als dass sie positiv überraschen. Drei der letzten vier FOMC-Sitzungen endeten mit dovishen Entscheidungen. Trumps militärische Aktionen, Drohungen gegenüber Dänemark, Mexiko, Kuba, Kolumbien, den EU-Ländern, Kanada und Südkorea, das Strafverfahren gegen Jerome Powell, Government Shutdowns, der Skandal um die US-Elite im Epstein-Fall, die Möglichkeit eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump bis Jahresende sowie die sehr wahrscheinliche Niederlage der Republikaner bei den kommenden Wahlen zeichnen das Bild einer politischen und strukturellen Krise in den Vereinigten Staaten. Meiner Meinung nach haben die Bullen alle Gründe, ihre Offensive im Verlauf des Jahres 2026 wieder aufzunehmen.
Damit ein bärischer Trend entstehen kann, bräuchte der US-Dollar einen starken und stabil positiven Nachrichtenhintergrund, was unter Donald Trump nur schwer vorstellbar ist. Daher glaube ich weiterhin nicht an einen übergeordnet bärischen Trend für das Pfund. Zu viele Risikofaktoren lasten nach wie vor schwer auf dem Dollar. Short-Positionen könnten theoretisch auf Basis bärischer Muster in Betracht gezogen werden, persönlich würde ich dies Tradern jedoch nicht empfehlen. Ich bin der Auffassung, dass der jüngste Rückgang des Währungspaares in gewissem Maße auf eine unglückliche Kombination von Umständen zurückzuführen ist.
Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich
- Vereinigte Staaten – Nonfarm Payrolls (13:30 UTC)
- Vereinigte Staaten – Arbeitslosenquote (13:30 UTC)
- Vereinigte Staaten – Veränderung der Einzelhandelsumsätze (13:30 UTC)
- Vereinigte Staaten – Veränderung der durchschnittlichen Stundenlöhne (13:30 UTC)
Am 6. März enthält der Wirtschaftskalender mindestens zwei wichtige Ereignisse. Der Einfluss des Nachrichtenhintergrunds auf die Marktstimmung könnte am Freitag stark sein, insbesondere in der zweiten Tageshälfte.
GBP/USD-Prognose und Handlungsempfehlungen für Trader
Für das Pfund bleibt das übergeordnete Bild bullisch, auch wenn das kurzfristige Bild inzwischen bärisch geworden ist. Derzeit gibt es keine aktiven bullischen Muster. Das einzige vorhandene Element ist die bärische Imbalance 16, zu der der Kurs zunächst zurückkehren und eine Reaktion zeigen muss, bevor Trader die mögliche Eröffnung von Short-Positionen in Betracht ziehen können.
Es ist zu beachten, dass der Rückgang des Pfunds in den letzten Wochen stark genug war, um das bullische Bild aufgrund einer unglücklichen Ereigniskette vorübergehend in ein bärisches zu verwandeln. Hätte Donald Trump nicht wiederholt mit Angriffen auf Iran gedroht, keine Kriegsschiffe in den Persischen Golf entsandt und anschließend keinen Krieg begonnen, hätten wir diesen starken Einbruch vermutlich nicht gesehen. Ich halte es für gut möglich, dass dieser Rückgang ebenso unerwartet endet, wie er begonnen hat. Meiner Meinung nach hat sich der Trend in den letzten Wochen nicht nachhaltig in einen bärischen verwandelt.