Bitcoin zeigt weiterhin keinen besonderen Drang zu wachsen, ist in den letzten Tagen jedoch um mehrere Tausend US‑Dollar gestiegen. Dieser Anstieg reicht allerdings derzeit nicht aus, um aus der Seitwärtsbewegung auszubrechen. Nahe der oberen Begrenzung des Seitwärtskanals hat sich eine Abweichung gebildet, sodass die erste Kryptowährung heute oder morgen wieder in Richtung der unteren Begrenzung des Seitwärtskanals, also in den Bereich von 65.100 US‑Dollar, zurückkehren könnte. Sollte sich die Abweichung als Fehlausbruch erweisen, ist eine Beendigung der Seitwärtsphase weiterhin notwendig, um weiteres Wachstum klar identifizieren zu können.
Unterdessen erklärte der amerikanische Finanzier und Investor Ray Dalio, dass es in der Welt nur ein echtes Gold gebe und Bitcoin das gelbe Edelmetall niemals ersetzen oder verdrängen werde. Anders als echtes Gold verfügt Bitcoin nicht über die Unterstützung der Zentralbanken. Zudem sieht Dalio keinen Grund dafür, dass Zentralbanken in Bitcoin investieren oder ihn langfristig halten sollten. Der Investor wies außerdem auf den relativ hohen Korrelationsgrad zwischen Bitcoin und Aktien aus dem Technologiesektor hin. Ein Rückgang der Nachfrage nach Tech‑Giganten oder KI‑Unternehmen führt demnach zu rückläufigen Verkäufen der ersten Kryptowährung und macht sie in Zeiten von Stress und Turbulenzen an den Aktienmärkten weniger stabil und damit verwundbarer.
Dalio hob zudem den Anonymitätsfaktor hervor, den Bitcoin früher einmal besaß. Inzwischen lässt sich nahezu jede Transaktion im Netzwerk nachverfolgen, und künftig werden Quantencomputer eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit des Netzwerks darstellen. Erwähnenswert ist auch, dass die Emission von Bitcoin derzeit auf lediglich 21 Millionen Coins begrenzt ist. Da Bitcoin jedoch ein Software‑Code ist, würde es praktisch nichts kosten, die Emissionsmenge zu verdoppeln, indem man ein paar Zeilen dieses Codes ändert. Viele Anleger und Experten betonen derzeit, dass niemals mehr als 21 Millionen Coins geschürft werden können. Diese Aussage ist jedoch mit dem Verkauf von Wohnungen durch einen Bauträger mit Blick auf das Meer, einen Park oder einen Fluss vergleichbar: Man kauft die Aussicht aus dem Fenster – und ein paar Jahre später wird direkt vor dem eigenen Haus ein weiteres Gebäude errichtet.
Handelsempfehlungen BTC/USD:
Bitcoin befindet sich weiterhin in der Ausbildung eines voll ausgeprägten Abwärtstrends. Wir rechnen nach wie vor mit einem Rückgang in Richtung 57.500 US‑Dollar (dem 61,8‑%‑Fibonacci‑Niveau eines dreijährigen Aufwärtstrends), und aktuell gibt es keine Anzeichen für eine Trendwende. Allerdings wirkt selbst das Niveau von 57.500 US‑Dollar derzeit nicht wie eine endgültige Haltestelle. Unter den POI können wir im Moment lediglich das nächstgelegene „bärische“ FVG im Tageschart hervorheben, das sich allerdings noch recht weit vom aktuellen Kurs entfernt befindet. Im 4‑Stunden‑Chart hat sich eine Abweichung an der oberen Begrenzung des Seitwärtskanals gebildet, die im M30 bestätigt wurde.
Handelsempfehlungen ETH/USD:
Im Tageschart setzt sich die Ausbildung eines Abwärtstrends fort. Das zentrale Verkaufssignal war und bleibt ein „bärischer“ Order Block im Wochenchart. Wie bereits angekündigt, kann die durch dieses Signal ausgelöste Bewegung stark und lang anhaltend sein. Seit seiner Bildung hat Ethereum bereits 55 % bzw. 2.500 US‑Dollar an Wert verloren. In naher Zukunft ist mit einer Aufwärtskorrektur zu rechnen; der Kurs bewegt sich jedoch weiterhin in einem recht engen Seitwärtskanal. Gestern hat Ethereum die obere Begrenzung seines Seitwärtskanals angelaufen und eine Abweichung ausgebildet, ähnlich der von Bitcoin (mit Bestätigung). Somit könnte Ethereum nun beginnen, sich in Richtung der unteren Begrenzung der Seitwärtszone zu bewegen.
Erklärungen zu den Abbildungen:
CHOCH – Bruch der Trendstruktur.
Liquidity – Liquidity ist der Stop Loss der Trader, den Market Maker zur Bildung ihrer Positionen nutzen.
FVG – Bereich der Preisineffizienz. Der Kurs durchläuft diese Zonen sehr schnell, was auf ein vollständiges Fehlen einer Marktseite hindeutet. In der Folge neigt der Preis dazu, in diese Bereiche zurückzukehren und auf sie zu reagieren.
IFVG – Invertierter Bereich der Preisineffizienz. Nach der Rückkehr in einen solchen Bereich reagiert der Kurs nicht darauf, sondern durchbricht ihn impulsiv und testet ihn anschließend von der anderen Seite.
OB – Order Block. Die Kerze, auf der der Market Maker eine Position eröffnet hat, um Liquidität abzugreifen und anschließend seine Position in die entgegengesetzte Richtung aufzubauen.

