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FX.co ★ Ein Markt ohne Angst

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Analysen:::2026-03-06T07:49:25

Ein Markt ohne Angst

Der Mensch denkt, Gott lenkt. Donald Trump hat seine Wünsche nie verborgen: einen schwächeren Dollar, niedrigere Renditen und höhere Aktienkurse. Bis Ende Februar lief alles nach Plan. Der US-Dollar-Index fiel nach der Einführung der Zölle am America Liberation Day im April deutlich. Die Renditen von US-Staatsanleihen gingen von 4,8 % bei der Amtseinführung des Präsidenten auf unter 4 % zurück, und der S&P 500 verzeichnete 2025 seinen dritten zweistelligen Jahresgewinn in Folge. Leider hat der bewaffnete Konflikt im Nahen Osten dieses Bild völlig auf den Kopf gestellt.

Entwicklung von Treasuries, dem US-Dollar, Öl und dem S&P 500

Ein Markt ohne Angst

Der US‑Dollar hat sich zum wichtigsten sicheren Hafen entwickelt, und die Renditen von US‑Staatsanleihen sind vor dem Hintergrund der Erwartungen steigender Inflation und einer länger hoch bleibenden Federal Funds Rate der Fed gestiegen. Nur der S&P 500 versucht sich über Wasser zu halten und bewegt sich seit Monaten in einer Konsolidierungsspanne von 6.800 bis 7.000 Punkten. Der Hauptgrund scheint das Vertrauen der Anleger zu sein, dass der Konflikt im Nahen Osten nicht von langer Dauer sein wird. Die Märkte bepreisen das Risiko einer länger andauernden Konfrontation bislang noch nicht.

Die bislang größten Verlierer sind daher Teile der sogenannten Old Economy: Der Dow Jones und der Small‑Cap‑Index Russell 2000 entwickeln sich schwächer als S&P 500 und Nasdaq Composite, während es im Januar und Februar noch umgekehrt war.

Entwicklung des Dow‑Jones‑Index

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Je länger jedoch der bewaffnete Konflikt im Nahen Osten andauert, desto höher werden die Ölpreise steigen und desto stärker werden die damit verbundenen Energierisiken die Weltwirtschaft belasten. Anleger zweifeln bereits an zwei Zinssenkungen der Fed im Jahr 2026. Die Erwartungen an weitere geldpolitische Lockerungen könnten sich auf September verschieben, falls die US-Beschäftigungszahlen außerhalb der Landwirtschaft im Februar die Prognosen übertreffen.

Zu Beginn des Jahres ging der Konsens an der Wall Street von einem Anstieg des S&P 500 um 10% bis Ende 2026 aus, während der Derivatemarkt drei Lockerungsschritte einpreiste. Anlegern ist de facto eines ihrer Sicherheitsnetze abhandengekommen. Glücklicherweise bleibt ein zweites bestehen – nämlich die Unterstützung durch Trump. Gewiss, die Wünsche des Präsidenten erfüllen sich nicht immer, doch sein Wille, den Aktienmarkt zu stützen, ist ungebrochen.

Ein Markt ohne Angst

Der Bericht, wonach die USA außergewöhnliche Maßnahmen zur Eindämmung der steigenden Ölpreise in Betracht ziehen würden, wirkte wie ein Startsignal für die Bullen im S&P 500. Die Marktteilnehmer sind begierig darauf, Rücksetzer zu kaufen. Privatanleger ignorieren weitgehend das bärische Umfeld und sind bereit, alles aufzugreifen, was günstig erscheint.

Aus technischer Sicht zeigt der Tageschart des S&P 500 einen weiteren – den vierten in fünf Wochen – Fehlausbruch unter die Untergrenze der Konsolidierungsspanne von 6.800–7.000. Die Bullen behaupten ihre Position. Die Ausbildung eines neuen Pinbars deutet auf einen Long-Einstieg an dessen Hoch nahe 6.870 hin. Damit Long-Positionen, die von diesem Niveau eröffnet werden, gehalten werden können, muss sich der breite Index oberhalb des fairen Werts bei 6.885 behaupten.

Analyst InstaForex
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