Das Währungspaar GBP/USD setzt seinen Rückgang innerhalb eines „bullischen“ Trends fort. Das einzige aktuell gültige Muster bleibt die „bärische“ Imbalance 16, doch den Bullen fehlten in der vergangenen Woche buchstäblich 6–7 Punkte, um sie zu erreichen und damit ein Signal zu formen. Der Markt hat inzwischen den Beginn des Krieges im Nahen Osten verarbeitet. Der weitere Rückgang des Paares hängt nun davon ab, wie viele Länder in den Konflikt hineingezogen werden und welche Staaten – neben den unmittelbaren Nachbarländern – von Iran angegriffen werden. Und Iran hat nicht die Absicht, bei dem Erreichten stehen zu bleiben und greift überall dort an, wo seine Raketen hinreichen. Dadurch sind die Ölraffination und die Produktion von Flüssiggas in der Region faktisch zum Erliegen gekommen. Und der Nahe Osten liefert enorme Mengen an Brennstoff auf die Weltmärkte. Dies erklärt ohne Weiteres den Anstieg der Öl- und Gaspreise. Heute allerdings dürfte der Markt seine Aufmerksamkeit auf die angeschlagene amerikanische Wirtschaft verlagert haben. Es wurden neue Daten zum Arbeitsmarkt und zur Arbeitslosigkeit veröffentlicht, und diesmal wird keiner der Händler oder Analysten auch nur einen Silberstreif darin erkennen können. Das Pfund handelt jedoch bereits den fünften Tag in Folge in der Liquiditäts-Sweep-Zone der letzten beiden „bärischen“ Swings. Es will nicht steigen, kann aber auch nicht fallen.

Im Moment gibt es keine „bullischen“ Muster, und es ist eher unwahrscheinlich, dass der Kurs in absehbarer Zeit zum Ungleichgewicht 16 zurückkehrt und beim zweiten Anlauf ein Signal für Trader liefert. Meiner Meinung nach könnte sich das Pfund allmählich zu erholen beginnen, falls es in den nächsten Tagen im Nahen Osten zu keiner neuen Eskalation kommt. Heute hatten die Bullen allerdings eine hervorragende Gelegenheit zum Gegenangriff. Sie haben sie nicht genutzt. Vielleicht ändert sich die Lage bis zum Tagesende noch und die Bullen wachen auf, doch derzeit ist davon nichts zu sehen.
Der „bullische“ Trend beim Pfund bleibt intakt. Solange er anhält (oberhalb des Niveaus von 1,3012), würde ich „bullischen“ Signalen mehr Aufmerksamkeit schenken. Der Rückgang des Pfunds kann durchaus kräftig ausfallen, er kann aber auch jederzeit enden. Das einzige aktuell gültige Ungleichgewicht, 16, hat nach wie vor kein Signal geliefert. In dieser Woche sind auch keine neuen „bärischen“ Muster zu erwarten. Der Markt ignoriert die amerikanischen Konjunkturdaten und will den Dollar nicht zugunsten anderer Währungen verkaufen.
Der Nachrichtenfluss am Freitag stand vollständig auf Seiten der Bullen. Die Nonfarm Payrolls lagen um 151.000 unter den Markterwartungen, und die Arbeitslosenquote in den USA ist entgegen den Erwartungen der Trader gestiegen. Das Einzelhandelsvolumen ist im Januar um 0,2 % zurückgegangen. Diese drei wichtigsten Veröffentlichungen hätten einen Rückgang der US‑Währung auslösen können.
In den Vereinigten Staaten bleibt der übergeordnete Nachrichtenhintergrund so, dass langfristig eigentlich nur ein Rückgang des Dollars zu erwarten ist. Und der Krieg zwischen Iran und den USA ändert daran bislang wenig. Die Lage für den US‑Dollar bleibt langfristig recht schwierig, kurzfristig dagegen eher positiv. Doch der Punkt ist: Sie ist eben nur kurzfristig positiv. Die Arbeitsmarktdaten aus den USA enttäuschen weiterhin häufiger, als dass sie erfreuen. Drei der letzten vier FOMC‑Sitzungen endeten mit einer „taubenhaften“ Entscheidung. Trumps militärische Aggression, Drohungen gegenüber Dänemark, Mexiko, Kuba, Kolumbien, den EU‑Ländern, Kanada und Südkorea, die Einleitung eines Strafverfahrens gegen Jerome Powell, „Shutdowns“, der Skandal um die US‑Elite im Epstein‑Fall, ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen Trump bis Jahresende und höchstwahrscheinlich verlorene Wahlen für die Republikaner ergänzen das aktuelle Bild einer politischen und strukturellen Krise in Amerika perfekt. Meiner Ansicht nach haben die Bullen alles, was sie brauchen, um ihre Offensive im Verlauf des Jahres 2026 wieder aufzunehmen.
Für einen „bärischen“ Trend wäre ein starker und anhaltend positiver Nachrichtenhintergrund zugunsten der US‑Währung erforderlich, was unter Donald Trump schwer zu erwarten ist. Daher glaube ich nach wie vor nicht an einen „bärischen“ Trend beim Pfund. Zu viele Risikofaktoren lasten wie ein totes Gewicht auf dem Dollar. Das Eröffnen von Verkaufspositionen auf Basis „bärischer“ Muster kann man in Betracht ziehen, persönlich würde ich Tradern jedoch davon abraten. Ich halte den jüngsten Rückgang des Währungspaars in gewissem Maße für eine zufällige Konstellation von Umständen.
Konjunkturkalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
9. März – der Wirtschaftskalender enthält keine interessanten Veröffentlichungen. Am Montag wird der Nachrichtenhintergrund keinen Einfluss auf die Marktstimmung haben.
GBP/USD‑Prognose und Empfehlungen für Trader:
Für das Pfund bleibt das Gesamtbild „bullisch“, obwohl das kurzfristige Bild „bärisch“ geworden ist. Aktuell gibt es keine relevanten „bullischen“ Muster. Es existiert lediglich ein „bärisches“ Ungleichgewicht, zu dem der Kurs zunächst zurückkehren und eine Reaktion zeigen muss, bevor Trader die potenzielle Möglichkeit zur Eröffnung von Verkaufspositionen in Betracht ziehen können.
Ich möchte anmerken, dass der Rückgang des Pfunds in den letzten Wochen stark genug war, um das „bullische“ Bild durch eine unglückliche Kombination von Umständen in ein „bärisches“ zu verwandeln. Hätte Donald Trump nicht jeden zweiten Tag angekündigt, den Iran anzugreifen, keine Kriegsschiffe in den Persischen Golf entsandt und anschließend nicht den Krieg begonnen, hätten wir diesen kräftigen Rückgang vermutlich kaum gesehen. Ich denke, dass dieser Rückgang genauso unerwartet enden kann, wie er begonnen hat. Meiner Meinung nach hat sich der Trend der vergangenen Wochen nicht dauerhaft in einen „bärischen“ verwandelt.