Im Stundenchart stieg das GBP/USD-Paar am Dienstag bis zum Widerstandsbereich von 1,3437–1,3465. Ein Abprall von diesem Niveau würde die US-Währung begünstigen und zu einem Rückgang in Richtung der Unterstützungszone von 1,3341–1,3352 führen. Wenn sich das Paar oberhalb der Marke von 1,3437–1,3465 stabilisiert, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends in Richtung des nächsten Widerstandsbereichs bei 1,3526–1,3539.

Die Wellenstruktur verschiebt sich weiter in Richtung eines bullischen Szenarios. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief nicht unterschritten, während die neue Aufwärtswelle das vorherige Hoch durchbrochen hat. Damit sehen wir die ersten Anzeichen eines Aufwärtstrends. In den vergangenen Monaten war der Nachrichtenfluss für das britische Pfund schwach, während die Geopolitik den Bären einen klaren Vorteil am Markt verschaffte. Allerdings könnte der Krieg im Iran in naher Zukunft enden, und die Straße von Hormus könnte durch amerikanische Seestreitkräfte wieder geöffnet werden.
Der Nachrichtenhintergrund war am Dienstag schwach, doch die Bullen setzten ihre Offensive vor dem Hintergrund abnehmender Spannungen im Nahen Osten fort. Natürlich ist es noch zu früh, um vom Ende des Konflikts zu sprechen. Meiner Einschätzung nach könnte der Konflikt von einer Phase aktiver Kampfhandlungen in eine schwelende, langwierige Phase übergehen, die sich über Jahre hinziehen kann. Die Märkte brauchen jedoch zumindest einige positive Signale. Die ersten derartigen Signale stützten Risikowährungen und -anlagen. Trader stoppten die aggressive Nachfrage nach dem Dollar als sicherem Hafen, und der Trend begann, in einen Aufwärtstrend zu drehen.
Nun kommt es für die Bullen darauf an, ihren Vorteil nicht zu verspielen. Heute wird in den USA ein Inflationsbericht veröffentlicht. Die Prognosen sind relativ neutral. Für die Gesamtinflation im Februar wird ein unveränderter Wert von 2,4 % erwartet, während der Kernwert bei 2,5 % bleiben soll. Sollten diese Zahlen bestätigt werden, ist eine starke Reaktion der Marktteilnehmer eher unwahrscheinlich. Beschleunigt sich die Inflation jedoch auch nur leicht, könnten die Bären zu einem neuen Angriff ansetzen. Dabei ist zu beachten, dass vor dem Hintergrund weltweit steigender Energiepreise grundsätzlich mit einer Beschleunigung der Inflation zu rechnen ist. Sollte die Inflation in den USA wieder anziehen, könnte die Federal Reserve gezwungen sein, ihre geldpolitischen Parameter für längere Zeit unverändert zu lassen. Das wäre positiv für den Dollar, da die Marktteilnehmer vor dem Konflikt im Iran noch mit weiteren Lockerungsschritten gerechnet hatten. Derzeit bleibt dies jedoch nur eine Hypothese, da der US-Arbeitsmarkt zuletzt wieder enttäuschende Daten geliefert hat, was die Fed veranlassen könnte, ihr Augenmerk erneut stärker auf die Stützung der Beschäftigung zu richten.

Im 4-Stunden-Chart ist das Paar an die obere Begrenzung des abwärtsgerichteten Trendkanals zurückgekehrt. Ein Abprall von dieser Linie sowie vom Bereich 1,3369–1,3435 würde den US‑Dollar begünstigen und zu einer Wiederaufnahme des Rückgangs in Richtung der Unterstützungszone bei 1,3118–1,3140 führen. Ein Schlusskurs oberhalb des Abwärtskanals würde es Tradern ermöglichen, auf das Ende des Abwärtstrends und einen Anstieg in Richtung des 127,2 %-Fibonacci-Levels bei 1,3795 zu hoffen. Auf keinem Indikator sind derzeit neue Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT) Report

Die Stimmung in der Gruppe der Non-commercial-Trader ist in der letzten Berichtswoche deutlich bärischer geworden, was unter den aktuellen Umständen nicht mehr zufällig wirkt. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen sank um 7.714, während die Zahl der Short-Positionen um 7.900 zunahm. Die Differenz zwischen Long- und Short-Positionen liegt nun im Wesentlichen bei 59.000 gegenüber 132.000.
In den vergangenen Monaten hatten die Bären häufiger die Oberhand, auch wenn die Situation bei Euro-Kontrakten genau entgegengesetzt ist. An einen langfristigen Abwärtstrend für das Pfund glaube ich weiterhin nicht, doch jetzt wird alles nicht mehr von Konjunkturdaten oder Trumps Handelspolitik abhängen, sondern von Dauer und Ausmaß des Krieges im Nahen Osten.
Im vergangenen Jahr wirkte das Pfund im Vergleich zum Dollar wie eine sicherere Währung – stabiler und mit klarerer wirtschaftlicher Perspektive. In den letzten Monaten setzte jedoch zunächst eine Korrektur ein, während der Aufwärtstrend intakt blieb, und anschließend begann sich der Konflikt im Nahen Osten beinahe täglich weiter zuzuspitzen. Die Verhandlungen über ein Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran sind gescheitert, sodass der Dollar nun aufgrund geopolitischer Faktoren zulegt.
Wirtschaftskalender (USA und Vereinigtes Königreich)
- Vereinigte Staaten: Verbraucherpreisindex (12:30 UTC)
Am 11. März steht im Wirtschaftskalender ein durchaus wichtiges Ereignis. Vor diesem Hintergrund könnten die Nachrichten am Mittwoch die Marktstimmung beeinflussen.
GBP/USD Prognose und Handelsempfehlungen
Ein Verkauf des Währungspaares kann heute in Betracht gezogen werden, falls es auf dem Stundenchart zu einem Rückprall vom Bereich 1,3437–1,3465 kommt, mit einem Ziel bei 1,3341–1,3352. Zuvor wurden Käufe empfohlen, wenn das Paar auf dem Stundenchart über 1,3341–1,3352 schließt, mit einem Ziel bei 1,3437–1,3465. Dieses Ziel wurde erreicht. Neue Long-Positionen können in Erwägung gezogen werden, wenn das Paar über 1,3437–1,3465 schließt, mit einem Ziel bei 1,3526–1,3539.
Die Fibonacci-Niveaus werden auf dem Stundenchart von 1,3341–1,3866 und auf dem 4-Stunden-Chart von 1,3431–1,2104 aus berechnet.