
Auch das Währungspaar GBP/USD notierte am Donnerstag schwächer und steht nun deutlich näher davor, seinen eineinhalbmonatigen Abwärtstrend fortzusetzen, als seinen eineinhalbjährigen Aufwärtstrend wieder aufzunehmen. Wir haben wiederholt betont, dass der Hauptgrund für den Rückgang des Paares in den vergangenen Wochen in der Geopolitik zu suchen ist, während der Markt makroökonomische Daten (insbesondere für den Dollar enttäuschende) weitgehend ignoriert hat. Theoretisch kann die US‑Währung daher allein auf Basis geopolitischer Faktoren weiter zulegen – entgegen den Fundamentaldaten und makroökonomischen Faktoren. Ist das ungewöhnlich? Ja. Gleichzeitig ist es jedoch auch folgerichtig.
Einige Experten gehen derzeit davon aus, dass der Dollar von der Fed gestützt wird. Sollte sich der Konflikt im Nahen Osten über Monate oder Jahre hinziehen und der Ölpreis dauerhaft über 100 US‑Dollar pro Barrel liegen (geschweige denn bei 200 US‑Dollar), würde die Inflation weltweit deutlich anziehen. Dies gilt insbesondere für die USA und die EU, deren Zentralbanken in den vergangenen Jahren aktiv daran gearbeitet haben, die hohe Inflation zu bekämpfen. Aktuell senken Experten ihre Erwartungen an die geldpolitische Lockerung der Fed im Jahr 2026 und gehen davon aus, dass die Gesamtzahl der Zinssenkungen geringer ausfallen könnte, als zu Jahresbeginn ursprünglich angenommen.
Wir halten diese Hypothese grundsätzlich für falsch. Erstens ist zu verstehen, dass der aktuelle Anstieg des Dollars nicht mehr ist als die „falkenhaften“ Markterwartungen in Bezug auf die Fed. Zweitens sollte man nicht nur an die Inflation denken, sondern auch an den Arbeitsmarkt und die Arbeitslosigkeit. Die jüngsten Daten für Februar haben gezeigt, dass es am US‑Arbeitsmarkt – selbst nach drei Zinssenkungsrunden – keine Erholung gibt. Die Inflation könnte nach einem starken Anstieg der Energiepreise tatsächlich wieder zulegen, aber was ist mit dem Arbeitsmarkt?
Der Arbeitsmarkt sind nicht nur Zahlen, die den Wohlstand oder die Kaufkraft der Amerikaner widerspiegeln. Er steht für die Zahl der Amerikaner, die (in erster Linie) ihren Arbeitsplatz verloren haben oder keinen finden. Natürlich ist eine Arbeitslosenquote von 4,4 % relativ niedrig, doch zugleich entstehen in den USA von Monat zu Monat entweder nur sehr wenige neue Stellen oder es kommt sogar zu einem Beschäftigungsrückgang. Das Dilemma der Fed ähnelt dem vom vergangenen Herbst: Soll sie den Arbeitsmarkt stützen oder die Inflation bekämpfen? Bemerkenswert ist dabei, dass sich die Fed damals für die Stützung des Arbeitsmarktes entschieden hat. Angesichts der Tatsache, dass diese Maßnahmen bislang nicht ausgereicht haben, ist es durchaus möglich, dass die US‑Notenbank in diese Richtung weiterarbeiten wird.
Damit hängt in naher Zukunft alles von der Lage im Nahen Osten, der Blockade der Straße von Hormus, den Öl- und Gaspreisen, der Sicherheit der Schifffahrt im Persischen Golf, neuen Angriffen der US‑Verbündeten auf den Iran sowie neuen iranischen Angriffen auf Raffinerien, LNG‑Anlagen und Tanker ab. Euro und Pfund befinden sich an lokalen Tiefstständen, doch das Tempo ihres Rückgangs ist nicht mehr so hoch wie Anfang März.

Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD-Paares betrug in den letzten 5 Handelstagen 95 Pips, was für das Pfund/Dollar-Paar als „durchschnittlich“ gilt. Am Freitag, den 13. März, erwarten wir Bewegungen innerhalb einer Spanne, die durch die Niveaus 1,3261 und 1,3451 begrenzt wird. Der obere lineare Regressionskanal hat sich abgeflacht, was auf eine mögliche Trendwende hindeutet. Der CCI-Indikator ist erneut in den überverkauften Bereich eingetreten und signalisiert ein baldiges Ende der Korrektur.
Nächste Unterstützungsniveaus:
S1 – 1,3306
S2 – 1,3184
S3 – 1,3062
Nächste Widerstandsniveaus:
R1 – 1,3428
R2 – 1,3550
R3 – 1,3672
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar GBP/USD befindet sich nun schon seit einem ganzen Monat in einer Korrektur, doch seine langfristigen Aussichten haben sich nicht verändert. Die Politik von Trump wird weiterhin Druck auf die US-Wirtschaft ausüben, daher rechnen wir 2026 nicht mit einem Wachstum der US-Währung. Long-Positionen mit Kurszielen bei 1,3916 und darüber bleiben daher relevant, solange sich der Kurs über dem gleitenden Durchschnitt befindet. Befindet sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, können auf technischer (korrektiver) Grundlage kleinere Short-Positionen mit Ziel 1,3261 in Betracht gezogen werden. In den vergangenen Wochen haben sich nahezu alle Nachrichten und Ereignisse gegen das britische Pfund entwickelt, was zu einer verlängerten Korrektur geführt hat.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, bedeutet dies, dass der Trend derzeit stark ist;
- Die gleitende Durchschnittslinie (Einstellungen 20.0, geglättet) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte;
- Murray-Level – Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen;
- Volatilitätsniveaus (rote Linien) – der wahrscheinliche Preiskanal, in dem sich das Paar am nächsten Tag auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren bewegen wird;
- Der CCI-Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) zeigt an, dass eine Trendwende in die entgegengesetzte Richtung näher rückt.