
Die Preise für Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) notieren in der Nähe der psychologisch wichtigen Marke von 100 US-Dollar.
Am Sonntag erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron, dass die Freiheit der Schifffahrt durch die Straße von Hormus so schnell wie möglich wiederhergestellt werden müsse. Unterdessen beraten die EU-Außenminister in Brüssel über ein mögliches Marineszenario als Reaktion auf die Blockade der Meerenge. US-Präsident Donald Trump berichtete ebenfalls über Verhandlungen mit Partnern zur Sicherung dieser Route, was insgesamt die Risiken für globale Lieferketten verringert.
Dennoch setzt WTI seine Aufwärtsbewegung vor dem Hintergrund der Pläne der Trump-Regierung fort, aufgrund möglicher Angriffe auf strategische Exportanlagen im OPEC-Mitglied Iran auf der Insel Kharg. Der Markt wartet auf den wöchentlichen Bericht des American Petroleum Institute (API), der später am Dienstag veröffentlicht werden soll.
Nach dem US-Angriff auf Irans wichtigstes Öldrehkreuz auf der Insel Kharg und Trumps Forderungen an die Partner, bei der Aufhebung der Blockade der Straße von Hormus zu helfen, sind die Ölpreise sprunghaft gestiegen. Am Montag bestätigte Trump Verhandlungen mit anderen Staaten zur Kontrolle der Meerenge und verwies auf die Zusammenarbeit mit Israel, um die Sicherheit dieser lebenswichtigen Schifffahrtsroute zu gewährleisten.
Der US-Präsident warnte, dass im Falle einer Behinderung der Operationen durch Teheran Angriffe die iranische Energieinfrastruktur treffen könnten, wobei die Straße von Hormus seit dem 28. Februar im Zuge von US-israelischen Operationen faktisch geschlossen sei. „Angriffe auf Kharg und Trumps Drohungen verschärfen den Konflikt“, stellte Natasha Kaneva, Leiterin der globalen Rohstoffstrategie bei JPMorgan, fest.
Unterdessen könnte die historische Freigabe von 400 Millionen Barrel Öl aus strategischen Reserven durch die International Energy Agency (IEA) die WTI-Rally bremsen. Nach Angaben der IEA ist die Freisetzung eines Rekordvolumens von 400 Millionen Barrel Teil der Bemühungen, die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs der USA und Israels mit Iran abzumildern. Die koordinierte Freigabe von Notfallölreserven durch die IEA-Mitgliedstaaten soll das Angebot vorübergehend erhöhen und explosionsartige Preisanstiege angesichts geopolitischer Risiken verhindern.
Aus technischer Sicht sind die Oszillatoren im Tageschart positiv und bestätigen insgesamt die Fortsetzung des Aufwärtstrends, doch der Relative-Stärke-Index befindet sich im überkauften Bereich, was auf eine mögliche Korrektur hindeutet. Der Weg des geringsten Widerstands zeigt nach oben.