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FX.co ★ Der EUR fällt weiterhin

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Analysen:::2026-03-16T13:49:11

Der EUR fällt weiterhin

Donald Trump behauptet, Iran wolle ein Abkommen mit den Vereinigten Staaten schließen. Teheran weist diese Information jedoch umgehend zurück und beginnt stattdessen demonstrativ, Nachbarländer zu bombardieren. Die Eskalation des geopolitischen Konflikts liegt auf der Hand. Dennoch beginnt EUR/USD zu steigen, anstatt weiter zu fallen. Ist der Euro seiner eigenen Schwäche müde geworden?

Tatsächlich gibt es mehrere Gründe, warum das wichtigste Währungspaar zu Rücksetzern oder einer Konsolidierung übergehen könnte. Anleger ziehen Parallelen zwischen dem Konflikt im Nahen Osten und den Ereignissen vor vier Jahren, als die Kampfhandlungen auf ukrainisches Gebiet übergriffen. Dennoch sieht Credit Agricole mehrere wesentliche Unterschiede. Erstens ist die Auseinandersetzung diesmal global angelegt. Sie bedroht nicht nur die europäische, sondern die weltweite Wirtschaft. Vor diesem Hintergrund könnte der Absturz von EUR/USD im März als übermäßig rasch erscheinen.

Reaktion der G10-Währungen auf den Konflikt im Nahen Osten

Der EUR fällt weiterhin

Zweitens ist ein Fall des Euro unter die Parität, wie im Jahr 2022, unwahrscheinlich. Damals schossen die Gaspreise auf über 300 € pro Megawattstunde. Jetzt schwanken sie zwischen 50 € und 60 €. Außerdem lag die Europäische Zentralbank vor vier Jahren deutlich hinter der Federal Reserve zurück. Als Washington begann, die Zinsen aggressiv anzuheben, diskutierte Frankfurt noch, ob es dasselbe tun sollte.

Heute ist die Lage völlig anders. Der Terminmarkt preist eine längere Pause im Zyklus der geldpolitischen Straffung durch die Federal Reserve ein und zwei Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank bis 2026 beim Einlagenzins, von 2 % auf 2,5 %.

Dynamik der Markterwartungen für den EZB-Zins

Der EUR fällt weiterhin

Drittens hat es bisher keine groß angelegten Verkäufe europäischer Anleihen gegeben, wie vor vier Jahren. Damals zwangen die Energiekrise und die Sorgen um die Konjunktur im Euroraum die Anleger, den Schuldenmarkt der Währungsunion zu verlassen. Kapitalabflüsse setzten EUR/USD unter Druck. Derzeit ist davon nichts zu sehen.

Ich würde noch einen weiteren Faktor hinzufügen – die Weltwirtschaft ist weniger abhängig von Öl. Während Krisen auf dem Ölmarkt in den 1970er-Jahren und 2007–2008 eine globale Rezession auslösten, sind die Chancen, dass sich ein solches Szenario jetzt wiederholt, gering. Vor dem bewaffneten Konflikt im Nahen Osten befand sich Brent fest in der Hand der Bären. Sobald die Konfrontation endet, dürfte die Nordsee-Ölsorte wieder nach unten drehen.

Der EUR fällt weiterhin

Das Schockszenario von Goldman Sachs, in dem der Ölpreis auf über 147,5 US-Dollar pro Barrel steigt, wirkt unwahrscheinlich. Sollte dies der Fall sein, wäre ein im Vergleich zu 2022 relativ moderater Anstieg der Gaspreise ein Rettungsanker für die Wirtschaft der Eurozone und ihre Währung – den Euro. Ein Rückgang des EUR/USD auf 1,1 und darunter ist fraglich. Dennoch ist an den Forex-Märkten alles möglich. Sag niemals nie.

Aus technischer Sicht ist im Tageschart des wichtigsten Währungspaares ein Rebound vom Pivotlevel bei 1,1445 zu beobachten. Die Bullen sind in die Gegenoffensive übergegangen. Die Marktstimmung bleibt jedoch bärisch. Daher sollten Erholungen von den Widerständen bei 1,1505 und 1,154 genutzt werden, um Short-Positionen im EUR/USD aufzubauen. Denn der Euro dürfte wieder unter die Unterstützung bei 1,445 US-Dollar zurückkehren.

Analyst InstaForex
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