
Heute, am Mittwoch, wird Gold (XAU/USD) zum symbolischen runden Kurs von 5000 US‑Dollar gehandelt und bleibt damit in der engen Spanne, die sich seit Wochenbeginn etabliert hat, da sich die Marktteilnehmer vor der wichtigen FOMC‑Sitzung zurückhaltend zeigen.
Es wird erwartet, dass die US‑Notenbank Fed nach ihrer zweitägigen Sitzung die aktuellen Leitzinsparameter unverändert lässt. Anleger sollten zudem der begleitenden Erklärung sowie den aktualisierten Wirtschaftsprognosen, einschließlich des überarbeiteten „Dot Plot“, Aufmerksamkeit schenken. Die Kommentare von Fed‑Chef Jerome Powell werden für die künftige Entwicklung von US‑Dollar und Gold besonders wichtig sein, da er voraussichtlich den weiteren geldpolitischen Kurs vor dem Hintergrund anhaltender Inflationsrisiken infolge militärischer Konflikte und Störungen der Lieferketten präzisieren wird. Dies wiederum wird die Entwicklung des US‑Dollars beeinflussen und dem Edelmetall neuen Impuls verleihen.
Unterdessen verschärft die Lage im Nahen Osten die Spannungen an den Rohstoffmärkten. Gemeinsame Angriffe der USA und Israels auf iranisches Gebiet sowie die faktische Blockade der Straße von Hormus – einer strategischen Route, über die rund 20 % des weltweit gehandelten Öls transportiert werden – haben zu erheblichen Störungen im Energiehandel geführt. Dies hat die Sorgen über steigende Inflation verstärkt und zu einer Neubewertung der Erwartungen an den Zinskurs der Fed geführt: Während der Markt zuvor in diesem Jahr mehrere Zinssenkungen eingepreist hatte, beschränken sich die meisten Prognosen nun auf eine mögliche Senkung im Dezember.
Diese veränderten Erwartungen stützen den US‑Dollar und helfen ihm, sich nach einem zweitägigen Rückgang von Niveaus, die zuletzt im Mai 2025 gesehen wurden, zu stabilisieren, was wiederum Druck auf den Goldpreis ausübt. Die ausgeprägte geopolitische Unsicherheit sorgt jedoch weiterhin für eine starke Nachfrage nach sicheren Häfen und begrenzt damit das Ausmaß möglicher Korrekturen bei XAU/USD, sodass sich die Verkäufer zurückhalten.
Medienberichten zufolge kamen bei israelischen Luftangriffen am Dienstag iranische Offizielle ums Leben, darunter das ranghohe Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats Ali Larijani und der Basij‑Kommandeur Gholamreza Soleimani. Irans Generalstabschef der Streitkräfte, Amir Hatami, erklärte, Teherans Reaktion werde „entschlossen und schmerzhaft“ ausfallen. Parallel dazu griffen US‑Streitkräfte iranische Ziele in der Nähe der Straße von Hormus an. Die Eskalation des Konflikts in der Region bleibt ein potenziell stützender Faktor für Gold.
Anleger könnten ihren Blick auch auf die anstehenden Entscheidungen der Europäischen Zentralbank, der Bank of Japan und der Bank of England richten, die den Ton für die XAU/USD‑Entwicklung in der zweiten Wochenhälfte vorgeben könnten.
Aus technischer Sicht ist der kurzfristige Trend moderat bärisch, da das Paar knapp oberhalb der 50‑Tage‑SMA notiert, die derzeit als Unterstützung fungiert. Sollte dieses Niveau nicht halten, könnte sich der Rückgang in Richtung des Ziels bei 4850 US‑Dollar beschleunigen. Die Oszillatoren im Tageschart liefern gemischte Signale, während der Relative‑Stärke‑Index (RSI) sich im negativen Bereich befindet, was auf eine Schwäche der Bullen hinweist. Damit die Bullen wieder an Stärke gewinnen, muss der Kurs die 20‑Tage‑SMA erreichen und nachhaltig überwinden.