
Das Währungspaar GBP/USD hat sich am Mittwoch über weite Strecken des Tages relativ ruhig entwickelt. Merkwürdigerweise begann der Dollar mit Eröffnung der US-Handelssession erneut aufzuwerten, obwohl es dafür keine offensichtlichen Gründe gab. Donald Trump erklärte unmissverständlich, dass die amerikanischen Truppen die Region des Persischen Golfs in Kürze verlassen würden und dass die Ziele der Militäroperation zu 90 % erreicht seien. Somit ist in naher Zukunft, wenn schon nicht mit dem Ende des Krieges, so doch zumindest mit einem Übergang in eine weniger intensive Phase zu rechnen.
Leider steigen die Öl- und Gaspreise weiter, und die Welt wird lange brauchen, um die Folgen von Trumps Militäroperation zu bewältigen. Der Iran ist bislang nicht bereit, Schiffe passieren zu lassen – mit Ausnahme derjenigen seiner eigenen Verbündeten wie China oder Indien. Infolgedessen sehen sich die Länder der Europäischen Union mit einer Energieknappheit konfrontiert. Auf jeden Fall ist das Volumen der Energieressourcen im Persischen Golf nach den Angriffen auf die Öl- und Gasinfrastruktur deutlich gesunken. Es geht inzwischen nicht mehr vorrangig um eine Blockade der Straße von Hormus, sondern um den vollständigen Stopp der Öl- und Gasförderung in vielen Ländern des Nahen Ostens. Katar hat erklärt, dass es mindestens mehrere Monate dauern werde, die zerstörte Infrastruktur wiederherzustellen. In diesen Monaten könnte der Iran neue Angriffe starten, sodass kurzfristig nicht mit einer Stabilisierung der Öl-, Gas- und Kraftstoffpreise zu rechnen ist.
Gestern Abend fand die zweite Fed-Sitzung dieses Jahres statt, und wie üblich werden wir ihre Ergebnisse erst einige Stunden nach ihrem Abschluss bewerten. In den vergangenen Wochen hat der Markt der Makroökonomie und den Fundamentaldaten überhaupt keine Beachtung geschenkt. Daher könnte die Reaktion auf die Sitzung der Federal Reserve bis zu 24 Stunden auf sich warten lassen und sehr uneinheitlich ausfallen, gefiltert durch die Brille der Energiekrise und des Krieges im Nahen Osten. Wir ziehen es vor, abzuwarten, bis der Markt dieses Ereignis vollständig verarbeitet hat, bevor wir Schlüsse ziehen.
Fest steht lediglich, dass die Fed dank Trump in eine äußerst schwierige Lage geraten ist. Der Arbeitsmarkt bedarf weiterhin einer Stimulierung, doch nach drei Zinssenkungen im vergangenen Jahr keimte Hoffnung auf eine allmähliche Erholung auf. Allerdings ist die US-Wirtschaft im vierten Quartal ebenfalls „gegen die Wand gefahren“, und damit könnte der Verbraucherpreisindex bereits im kommenden Monat anziehen. Infolgedessen wird die Fed sich mit den wütenden Ausfällen des US-Präsidenten angesichts schwachen Wirtschaftswachstums und negativer Arbeitsmarktdaten auseinandersetzen müssen, während sie gleichzeitig versucht, einen starken Inflationsanstieg zu verhindern. Doch selbst das dürfte schwer zu bewerkstelligen sein. Der Produzentenpreisindex hat drei Monate in Folge Werte oberhalb der Prognosen ausgewiesen, und der Krieg im Iran wird die Preise mit Sicherheit auf breiter Front anheizen. Damit hat Trump sich letztlich selbst ein Bein gestellt. Die Fed wird nun keine Lockerung der Geldpolitik vornehmen können, da Trumps Vorgehen einen inflationären Schub auslösen wird. Zudem wird auch die Ernennung von Kevin Warsh zum Fed-Chef nichts grundlegend verändern, da im FOMC nach wie vor mehr Falken sitzen als Gefolgsleute Trumps.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares GBP/USD beträgt in den letzten fünf Handelstagen 98 Pips. Für das Pfund/US‑Dollar‑Paar gilt dieser Wert als „durchschnittlich“. Am Donnerstag, dem 19. März, erwarten wir eine Bewegung innerhalb der durch die Marken 1,3221 und 1,3417 begrenzten Spanne. Der obere lineare Regressionkanal hat sich abgeflacht, was auf eine mögliche Trendumkehr hindeutet. Der CCI‑Indikator ist zweimal in den überverkauften Bereich eingetreten, was auf den Abschluss der Korrektur und die Ausbildung einer neuen „bullischen“ Divergenz hinweist.
Nächste Unterstützungszonen:
S1 – 1,3306
S2 – 1,3184
S3 – 1,3062
Nächste Widerstandszonen:
R1 – 1,3428
R2 – 1,3550
R3 – 1,3672
Handelsempfehlungen:
Das GBP/USD‑Paar setzt seine Korrektur fort, die inzwischen nicht mehr wie eine einfache Gegenbewegung aussieht. Das globale fundamentale Umfeld bleibt für den Dollar äußerst negativ. Allerdings konzentriert sich der Markt seit mehreren Wochen ausschließlich auf geopolitische Faktoren, sodass alle anderen Faktoren praktisch keine Rolle spielen. Befindet sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, können Short‑Positionen mit Zielen bei 1,3221 und 1,3184 in Erwägung gezogen werden, gestützt auf geopolitische Faktoren. Oberhalb der gleitenden Durchschnittslinie bleiben Long‑Positionen mit Zielen bei 1,3916 und darüber hinaus relevant, allerdings setzt dieses Szenario eine deutliche Entspannung der geopolitischen Lage voraus.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Lineare Regressionkanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Zeigen beide in die gleiche Richtung, ist der Trend derzeit stark;
- Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, geglättet) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Handelsrichtung;
- Murray‑Levels – Zielzonen für Bewegungen und Korrekturen;
- Volatilitätsniveaus (rote Linien) – der wahrscheinliche Preiskanal, in dem sich das Paar in den kommenden Tagen basierend auf den aktuellen Volatilitätswerten bewegen wird;
- Der CCI‑Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter −250) oder in den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass eine Trendumkehr in die Gegenrichtung näher rückt.