Im Stundenchart hat das Währungspaar GBP/USD am Mittwoch im Widerstandsbereich von 1,3341–1,3352 zugunsten des US-Dollars nach unten gedreht und eine neue Abwärtsbewegung in Richtung der Unterstützungszone von 1,3199–1,3214 begonnen. Ein Rückprall aus diesem Bereich würde die Erwartung einer Umkehr zugunsten des Pfunds und eines gewissen Anstiegs in Richtung 1,3341–1,3352 zulassen. Ein Durchbruch und anschließende Konsolidierung unterhalb der Marke von 1,3199–1,3214 würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs in Richtung 1,3139 erhöhen.

Die Wellenstruktur bleibt „bärisch“. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief unterschritten, während die letzte Aufwärtswelle nicht in der Lage war, das vorherige Hoch zu durchbrechen. Das Nachrichtenumfeld für das Pfund war in den vergangenen Monaten schwach, während die Geopolitik den Bären einen klaren Vorteil am Markt verschafft hat. Der Krieg im Iran bleibt der Hauptgrund für die Stärke der US‑Währung, und bullische Trader sehen nach wie vor keinen klaren Zeitrahmen für ein Ende des Konflikts. Daher haben sie es nicht eilig, in die Offensive zu gehen.
Das Nachrichtenumfeld am Mittwoch hat die Bären unterstützt und ihnen den Start einer neuen Offensive ermöglicht. Zunächst signalisierte der US‑Erzeugerpreisindex eine sehr wahrscheinliche Beschleunigung der Inflation in naher Zukunft; anschließend bestätigte die Federal Reserve, dass die Inflation in den kommenden Monaten steigen könnte, sodass das Szenario einer Zinssenkung vom Tisch ist. Jerome Powell verwies zudem auf ein schwaches Wirtschaftswachstum der USA im vierten Quartal sowie auf sehr schwache Daten zur Arbeitslosigkeit und zum Arbeitsmarkt im Februar. Während das FOMC im vergangenen Herbst noch bereit war, angeschlagene Bereiche der Wirtschaft zu stützen, hat es sich nun entschieden, sich vollständig auf die Inflation zu konzentrieren.
In wenigen Stunden werden die Ergebnisse der Sitzung der Bank of England bekannt gegeben, und auch die offiziellen Prognosen haben sich in eine „hawkishe“ Richtung verschoben. Während die Marktteilnehmer noch vor zwei Wochen fest mit einer geldpolitischen Lockerung gerechnet hatten, sind sie mit Beginn des Kriegs im Nahen Osten nun vom Gegenteil überzeugt. Somit könnten die Bullen heute bereits zum Angriff übergehen – sofern die geopolitische Lage es zulässt. Am Morgen griff der Iran eine der größten saudischen Raffinerien, SAMREF, an, die in den vergangenen Wochen der einzige funktionierende Ölhub im Nahen Osten gewesen war. Die Ölpreise setzten daraufhin sofort ihren Anstieg fort. Parallel dazu könnte auch der US‑Dollar seinen Aufwärtstrend wieder aufnehmen.

Im 4-Stunden-Chart ist das Paar an die obere Begrenzung des abwärts gerichteten Trendkanals zurückgekehrt und von dort abgeprallt. Damit hat sich die Abwärtsbewegung in Richtung des 38,2%-Korrekturlevels bei 1,3145 fortgesetzt. Erst ein Schlusskurs oberhalb des fallenden Kanals würde es den Tradern ermöglichen, auf ein Ende des Abwärtstrends und einen Anstieg in Richtung des 0,0%-Fibonacci-Levels bei 1,3786 zu hoffen. Auf keinem Indikator sind heute aufkommende Divergenzen zu beobachten.
Commitments of Traders (COT) Report:

Die Marktstimmung der Händler in der Kategorie „Non-commercial“ ist in der letzten Berichtswoche noch bärischer geworden, was unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr zufällig wirkt. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen verringerte sich um 10.229, während die Short-Positionen um 1.282 zunahmen. Die Lücke zwischen Long- und Short-Positionen beträgt nun im Wesentlichen: 49.000 gegenüber 133.000. In den vergangenen Monaten hatten die Bären häufiger die Oberhand, auch wenn die Situation bei Euro-Kontrakten genau umgekehrt ist. Ich glaube weiterhin nicht an einen anhaltenden Bärenmarkt beim Pfund, doch mittlerweile hängt alles nicht mehr von Konjunkturdaten oder Trumps Handelspolitik ab, sondern von Dauer und Ausmaß des Kriegs im Nahen Osten.
Im vergangenen Jahr wirkte das Pfund im Vergleich zum Dollar wie eine sicherere Währung – stabiler und mit klarerem wirtschaftlichem Ausblick. In den vergangenen Monaten setzte jedoch eine Korrektur ein, während der Aufwärtstrend zunächst erhalten blieb, und dann begann sich der Konflikt im Nahen Osten nahezu täglich weiter zuzuspitzen. Die Geopolitik bleibt der einzige Grund für die Stärke der US‑Währung.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
- UK – Arbeitslosenquote (07:00 UTC)
- UK – Veränderung der durchschnittlichen Stundenlöhne (07:00 UTC)
- UK – Veränderung der Beschäftigung (07:00 UTC)
- UK – Zinsentscheidung der Bank of England (12:00 UTC)
- UK – MPC‑Abstimmung über den Leitzins (12:00 UTC)
- US – Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (12:30 UTC)
- US – Verkäufe neuer Eigenheime (14:00 UTC)
Am 19. März enthält der Wirtschaftskalender sieben Einträge, und alle britischen Daten gelten als wichtig. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung könnte am Donnerstag den ganzen Tag über erneut stark sein.
Prognose und Handelsempfehlungen zu GBP/USD:
Ein Verkauf des Währungspaares ist heute möglich, wenn es sich im Stundenchart unterhalb der Zone 1,3199–1,3214 festigt, mit Ziel bei 1,3139. Käufe sind heute möglich, wenn der Kurs über der Zone 1,3341–1,3352 schließt, mit Zielen bei 1,3437–1,3465, oder bei einem Abprall von der Zone 1,3199–1,3214.
Die Fibonacci-Niveaus werden im Stundenchart ausgehend von 1,3341–1,3866 und im 4‑Stunden‑Chart ausgehend von 1,2104–1,3786 berechnet.