
Das britische Pfund Sterling befindet sich in einer noch schwierigeren Lage als der Euro. Am Freitag ist die britische Währung wie aus dem Nichts eingebrochen, obwohl die Nachfrage danach noch einen Tag zuvor gestiegen war, nachdem die Bank of England für das Jahr 2026 zwei Zinserhöhungen in Aussicht gestellt hatte. Natürlich gab es keine tatsächliche Ankündigung einer Straffung der Geldpolitik, aber der Markt zog diesen Schluss. Und nicht ohne Grund. Wie bereits erwähnt, war das Glück des Pfunds jedoch nur von kurzer Dauer.
Im Kern hängt das Schicksal der britischen Währung ebenfalls von dem geopolitischen Konflikt im Nahen Osten ab. Wenn die neue Woche mit dem Donnern von Kanonen und Raketen beginnt, was ist dann objektiv vom Instrument GBP/USD zu erwarten? Trump droht derzeit, die gesamte Energieinfrastruktur Irans zu zerstören, falls die Straße von Hormus nicht freigegeben wird. Doch niemand kann nachvollziehen, worauf er dabei setzt. Darauf, dass der Iran sich jetzt sofort ergibt? Das wird natürlich nicht geschehen, und iranische Offizielle haben bereits gewarnt, dass nach einem Zusammenbruch des iranischen Energiesektors auch die gesamte Energieversorgung und das Internet in der Region des Nahen Ostens zusammenbrechen würden.
Zudem betrachtet der Iran nun jegliche amerikanischen Einrichtungen, selbst jene auf dem Gebiet der Europäischen Union, als legitime Ziele. Deshalb können wir in naher Zukunft sehr wohl Raketen sehen, die auf Europa zufliegen. Man möchte sich gar nicht vorstellen, was in diesem Fall passieren würde, auch wenn viele Experten der Ansicht sind, dass der Dritte Weltkrieg bereits begonnen hat. Übrigens hat Großbritannien am Wochenende ein Atom-U-Boot ins Arabische Meer entsandt. Falls die britische Marine einen Schlag gegen den Iran führt, was glauben Sie, wird der nächste Schritt Irans sein?
Vor diesem Hintergrund erscheint es fast unangebracht, derzeit über das wirtschaftliche Nachrichtenumfeld zu sprechen. Die Sitzung der BoE ist eines der wichtigsten Ereignisse für das Pfund, doch selbst dieses Ereignis stützte die Nachfrage nur für kurze Zeit. Es scheint, als sei eine weitere Dollerstärke unvermeidlich, unabhängig von den Daten von den Britischen Inseln. Dennoch werden in der kommenden Woche im Vereinigten Königreich die Indizes der Geschäftstätigkeit, die Inflationsdaten und die Einzelhandelsumsätze veröffentlicht, und der Chefökonom der Bank of England, Huw Pill, wird eine Rede halten.
Wellenbild für EUR/USD:
Auf Basis der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin in einem aufwärtsgerichteten Trendabschnitt (unteres Bild) befindet, jedoch begonnen hat, einen kurzfristigen abwärtsgerichteten Abschnitt auszubilden. Da die fünfwellige Impulsstruktur abgeschlossen ist, können meine Leser in den nächsten ein bis zwei Wochen mit einem Anstieg der Notierungen mit Zielen im Bereich von 1,1568 und 1,1666 rechnen, was den Fibonacci-Niveaus von 23,6 % bzw. 38,2 % entspricht. Die weiteren Bewegungen des Instruments hängen vollständig von den Ereignissen im Nahen Osten ab.
Wellenbild für GBP/USD:
Das Wellenbild für das Instrument GBP/USD ist sehr komplex und schwer lesbar geworden. Auf den Charts sehen wir nun eine siebenwellige Abwärtsstruktur, die zweifellos nicht als solche zu werten ist. Höchstwahrscheinlich liegt eine Verlängerung oder eine Komplexität innerhalb einer der Wellen vor. Das macht die Wellenstruktur jedoch nicht übersichtlicher. Wenn das Wellenbild einmal in eine kaum lesbare Form übergegangen ist, kann es sich noch mehrere Male weiter verkomplizieren. Daher halte ich es für das Beste, sich auf das Wellenbild des Instruments EUR/USD zu stützen, das deutlich klarer aussieht. Zudem darf man den geopolitischen Faktor nicht vergessen, der jederzeit beide Instrumente in einen neuen Rückgang schicken kann. Sollte dies nicht eintreten, können Euro und Pfund im Rahmen einer Korrektur mit einem Anstieg rechnen.
Grundprinzipien meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer nachzuhandeln und unterliegen häufig Veränderungen.
- Wenn keine Sicherheit darüber besteht, was am Markt geschieht, ist es besser, nicht einzusteigen.
- Es kann niemals 100%ige Sicherheit über die Bewegungsrichtung geben. Vergessen Sie nicht die schützenden Stop-Loss-Orders.
- Wellenanalyse kann mit anderen Analysearten und Handelsstrategien kombiniert werden.

