Im Stundenchart prallte das GBP/USD-Paar am Freitag vom Widerstandsbereich 1,3437–1,3465 ab, drehte zugunsten des US-Dollars und begann einen neuen Rückgang. Das Paar hat sich außerdem unterhalb der Marke von 1,3341–1,3352 gefestigt, was Erwartungen einer Bewegung in Richtung 1,3199–1,3214 zulässt. Ein Ausbruch und eine anschließende Konsolidierung oberhalb von 1,3341–1,3352 würden das Pfund begünstigen und eine Wiederaufnahme des Anstiegs in Richtung 1,3437–1,3465 unterstützen.

Die Wellensituation hat sich allmählich in Richtung eines „bullischen“ Szenarios verschoben, doch bereits heute oder morgen könnten die Bären wieder die Oberhand gewinnen. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle hat das vorherige Hoch durchbrochen, während die jüngste Abwärtswelle bereits heute das vorherige Tief unterbieten könnte. Das Nachrichtenumfeld für das Pfund ist in den letzten Monaten schwach gewesen, während die Geopolitik den Bären einen klaren Vorteil verschafft hat. Der Krieg im Iran bleibt der wichtigste Treiber für die Stärke des US-Dollar, und bereits in dieser Woche könnten die Bären eine neue Offensive starten – ungeachtet der Ergebnisse der Sitzungen der Federal Reserve und der Bank of England.
Am Freitag gab es keinen nennenswerten Nachrichtenfluss, doch das Spektrum der Emotionen nach dem Donnerstag blieb sehr gemischt. Die Bank of England zeigte sich bereit, die Zinsen bereits im April anzuheben, und die Inflationsprognosen deuten auf eine Beschleunigung im zweiten und dritten Quartal hin. Dennoch traten die Bullen nur am Donnerstag in Aktion, was darauf hindeutet, dass die Geopolitik in den Augen des Marktes die Geldpolitik überlagert. Donald Trump könnte bereits heute Angriffe auf die Energieinfrastruktur Irans anordnen, was eine neue Eskalation im Nahen Osten auslösen würde. Die Preise für Öl und Gas würden weiter steigen, ebenso die Preise für Düngemittel, wodurch die Welt nicht nur vor einer Energiekrise, sondern auch vor einer Nahrungsmittelkrise stehen könnte. Die Lebensmittelpreise könnten in diesem Jahr drastisch anziehen, doch das hält Washington nicht davon ab, seine Drohungen gegenüber Teheran fortzusetzen. Für Trader bleibt nur die Flucht aus Risikoanlagen in Richtung US-Dollar. Das Pfund fällt trotz der „hawkishen“ Rhetorik von Andrew Bailey, während der Dollar trotz des eher „dovishen“ Tons von Jerome Powell steigt, und die Konjunkturdaten werden derzeit weitgehend ignoriert.

Im 4-Stunden-Chart hat sich das Paar oberhalb des abwärtsgerichteten Trendkanals stabilisiert, was bislang jedoch nur von geringer Bedeutung ist. Der Abwärtstrend könnte sich seinem Ende nähern, doch eine neue Eskalation im Nahen Osten könnte zu einem weiteren Abwärtsimpuls in Richtung des 38,2%-Fibonacci-Levels bei 1,3145 führen. Eine Konsolidierung oberhalb der Zone von 1,3369–1,3391 würde es Tradern ermöglichen, auf einen erneuten Anstieg in Richtung des 0,0%-Fibonacci-Levels bei 1,3786 zu setzen. Derzeit sind in keinem der Indikatoren neue Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT) Report:

Die Stimmung der Kategorie „Non-commercial“-Trader ist in der vergangenen Berichtswoche etwas weniger bärisch geworden, auch wenn die Bären insgesamt weiterhin die vollständige Kontrolle über den Markt behalten. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen verringerte sich um 4.977, während die Short-Positionen um 23.659 zurückgingen. Die Lücke zwischen Long- und Short-Positionen liegt nun bei etwa 44.000 gegenüber 110.000.
In den vergangenen Wochen haben die Bären dominiert, was angesichts des geopolitischen Kontextes nicht überrascht. Ich glaube nach wie vor nicht vollständig an einen anhaltenden Abwärtstrend beim Pfund, doch inzwischen hängt alles nicht mehr von Wirtschaftsindikatoren, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken ab, sondern von Dauer, Ausmaß und Folgen des Konflikts im Nahen Osten.
Im vergangenen Jahr wirkte das Pfund im Vergleich zum Dollar wie eine sicherere und stabilere Währung mit klareren wirtschaftlichen Perspektiven. In den letzten Monaten setzte innerhalb des Aufwärtstrends jedoch eine Korrektur ein, und dann begann sich der Konflikt im Nahen Osten nahezu täglich zu verschärfen. Die Geopolitik bleibt der wichtigste Treiber für die Stärke des US-Dollars.
Terminkalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
Am 23. März stehen keine bedeutenden Konjunkturereignisse an. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung wird am Montag minimal sein.
GBP/USD Prognose und Handelstipps:
Verkaufspositionen waren nach einem Rückprall vom Bereich 1,3437–1,3465 im Stundenchart möglich, mit Kurszielen bei 1,3341–1,3352 und 1,3214. Diese Trades können offen bleiben. Kaufpositionen werden nach einem Schlusskurs oberhalb von 1,3341–1,3352 möglich, mit Zielen bei 1,3437–1,3465.
Die Fibonacci-Niveaus sind im Stundenchart von 1,3341–1,3866 und im 4-Stunden-Chart von 1,2104–1,3786 ausgehend konstruiert.