Die globalen Märkte befinden sich in Turbulenzen. Am Montag eröffneten die Aktienmärkte mit massiven Abverkäufen: Der Shanghai Composite und der Nikkei 225 verloren über 3,5 % gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag, und die europäischen Indizes gaben etwas weniger stark nach, starteten aber dennoch mit einem Minus von über 1,5 % in die Sitzung. Gleichzeitig sind die Anleiherenditen sprunghaft angestiegen, was einem Rückgang der Anleihekurse und einem allgemeinen Rückzug der Anleger in Liquidität entspricht. Die Unsicherheit ist derzeit so groß, dass sich keine langfristigen Strategien verlässlich kalkulieren lassen.
Der CFTC-Bericht zeigte, dass die kumulierte Positionierung des US-Dollar gegenüber den wichtigsten Währungen bullisch geworden ist, mit einer wöchentlichen Veränderung von +11 Milliarden US-Dollar, was in erster Linie auf einen umfassenden Ausverkauf des Euro zurückzuführen ist, der eine wöchentliche Veränderung von -12,3 Milliarden US-Dollar verzeichnete. In der aktuellen Marktlage erscheint der Dollar als sicherster Vermögenswert, doch so einfach ist es nicht.

Eine neue Welle der Panik begann, nachdem Präsident Trump Teheran ein Ultimatum gestellt hatte: Die Straße von Hormus müsse innerhalb von 48 Stunden geöffnet werden, andernfalls würden die USA Kraftwerke angreifen. Als Reaktion erklärte Iran, es werde sämtliche US-nahe Infrastruktur in der Region attackieren, darunter nicht nur Militärbasen, sondern auch Energie- und Finanzinstitutionen. Das Ultimatum läuft am Montagabend ab, und es ist unmöglich vorherzusagen, wie sich die Ereignisse entwickeln werden; man kann nur über mögliche Szenarien spekulieren – und dabei richtig oder falsch liegen.
Die Ölpreise näherten sich angesichts der eskalierenden Spannungen erneut den Hochs von Anfang März. Doch vor wenigen Minuten kam es an den Märkten zu einer abrupten Wende: Aktienindizes legten zu, während die Ölpreise unter 100 US-Dollar fielen. Auslöser dieser plötzlichen Kehrtwende war einmal mehr Trump, der bekanntgab, dass er die Angriffe um 5 Tage verschoben habe, da die USA und Iran in Verhandlungen eingetreten seien. Die Ereignisse überschlagen sich, und solange sich die Lage nicht stabilisiert, müssen langfristige Prognosen warten.
Es gibt praktisch keine Konjunkturdatenveröffentlichungen, die eine Grundlage für eine Prognose des Dollarkurses liefern könnten. Futures auf die Fed-Zinsen geben ebenfalls keine Hinweise, da der Markt derzeit davon ausgeht, dass die Zinsen im gesamten Jahr 2026 unverändert bleiben. Dies ist ein optimistischeres Szenario als zuvor und im Grundsatz positiv für den Dollar, allerdings ist zu beachten, dass dieser Stimmungsumschwung vor dem Hintergrund von Sorgen über steigende Inflation erfolgte, die in erster Linie durch höhere Energiepreise getrieben sein könnte. Sollten die US-Iran-Verhandlungen erfolgreich verlaufen, könnte ein Inflationsschub ausbleiben, was die Prognosen für den Fed-Zins erneut verändern könnte.
Da sich der Markt vor allem auf politische und weniger auf wirtschaftliche Nachrichten konzentriert, lässt sich schlussfolgern, dass der Dollar weiterhin der begehrteste Vermögenswert bleibt und ein Ausverkauf unwahrscheinlich ist. Sollten sich die Meldungen über den Beginn der US-Iran-Verhandlungen bestätigen, dürfte der Dollar tendenziell nachgeben. Falls Trump jedoch erneut seine Meinung ändert, bleibt alles beim Alten.
In dieser Woche sind keine Konjunkturnachrichten zu erwarten, die die Entwicklung des Dollars maßgeblich verändern könnten.