Das Währungspaar EUR/USD hat erneut zugunsten des Euro gedreht und ist nach oben gelaufen. In den letzten Tagen hat das Paar mehrmals die Richtung gewechselt und Chartformationen weitgehend ignoriert. Das muss nicht zwangsläufig etwas Negatives sein. Heute hat Donald Trump ein mögliches baldiges Ende des Kriegs im Nahen Osten in Aussicht gestellt, was umgehend zu einem Rückzug der Verkäufer geführt hat. Dabei spielte es keine Rolle, dass Iran eine halbe Stunde später erklärte, es fänden keine Verhandlungen mit den USA statt und die Straße von Hormus bleibe weiterhin geschlossen. Die Märkte reagierten auf Trumps Äußerung, und der Dollar neigt dazu, sich bei Signalen einer Deeskalation abzuschwächen. Das jüngste Wachstum des US-Dollar in den vergangenen 4–5 Wochen wurde von geopolitischen Faktoren angetrieben. Deshalb habe ich wiederholt betont, dass ich nicht glaube, dass der Aufwärtstrend vollständig beendet ist, trotz des Bruchs wichtiger struktureller Tiefs.

An diesem Punkt sieht es so aus, als könnte Imbalance 12 ungültig werden, und die Aufhebung eines bärischen Musters ist ein frühes Signal für einen möglichen Trendwechsel. Es bleibt jedoch noch Imbalance 11, ebenfalls bärisch, auf die der Kurs reagieren könnte. Der Konflikt im Nahen Osten hält ebenfalls an. Der Handel am Montag hat jedoch gezeigt, dass Käufer in der Lage sind, die Kontrolle zurückzugewinnen und den Trend wiederherzustellen.
Ich werde erst an eine anhaltende Abwärtsbewegung glauben, wenn geopolitische Faktoren weiterhin deutlich die Verkäufer unterstützen. Wie bereits erwähnt, würde dies voraussetzen, dass sich die Lage im Nahen Osten nicht nur schwierig bleibt, sondern sich weiter verschlechtert. Das würde steigende Ölpreise, den Eintritt weiterer Länder in den Konflikt und spürbare wirtschaftliche Belastungen für entwickelte Volkswirtschaften beinhalten. Zudem müsste sich der Konflikt über Monate hinziehen. Derzeit gibt es keine klaren Anzeichen für ein solches Szenario, auch wenn positive Entwicklungen aus der Region weiterhin begrenzt sind.
Derzeit gibt es keine neuen Muster für das Eröffnen von Positionen. Kurzfristig könnte Imbalance 11 getestet werden, und wenn der Kurs darauf reagiert, könnte der Rückgang in Richtung unter 1,1400 wieder aufgenommen werden. Dieses Szenario hängt jedoch von anhaltender geopolitischer Unterstützung ab. Sollte sich der Markt wieder auf die üblichen wirtschaftlichen Faktoren konzentrieren, könnten die Signale der vergangenen Woche von der Europäischen Zentralbank und der Bank of England – die ihre Bereitschaft zu einer Straffung der Geldpolitik signalisierten – den Euro und das Pfund stützen.
Die übergeordnete Chartstruktur deutet weiterhin auf eine bullische Dominanz hin. Der breitere Aufwärtstrend ist intakt, wenngleich sich die Käufer aufgrund des sich rasch ändernden Nachrichtenflusses derzeit in einer schwierigen Lage befinden. Um neue Long-Positionen zu eröffnen, benötigen Trader neue bullische Muster oder zumindest einen Liquidity Sweep der letzten beiden bärischen Swings. Ein Liquidity Sweep allein stellt jedoch kein gültiges Handelsmuster dar.
Der Nachrichtenfluss am Montag bestand hauptsächlich aus Trumps Aussage über ein mögliches Ende des Konflikts im Iran und potenzielle Verhandlungen mit Teheran – Behauptungen, die kurz darauf von Iran dementiert wurden. Bedeutende Konjunkturdaten wurden nicht veröffentlicht.
Es gibt nach wie vor viele Gründe, warum Käufer aktiv bleiben können, und der Konflikt im Nahen Osten hat diese nicht beseitigt. Strukturell und global haben sich Trumps politische Maßnahmen – die im vergangenen Jahr maßgeblich zum deutlichen Rückgang des Dollars beigetragen haben – nicht geändert. Kurzfristig könnte der US-Dollar aufgrund von Risikoaversion zulegen, aber dieser Faktor dürfte kaum für eine längerfristige Unterstützung ausreichen. Andere starke Treiber für ein nachhaltiges Dollarwachstum fehlen derzeit.
Ich gehe weiterhin nicht von einem nachhaltigen bärischen Trend aus. Der Dollar hat eine temporäre Unterstützung erhalten, doch ist unklar, wie lange diese anhalten wird. Gleichzeitig ist der bullische Trend unterbrochen worden, und das sollte man anerkennen. Es besteht weiterhin die Chance auf einen Liquidity Sweep und eine Fortsetzung des Trends, doch geopolitische Faktoren könnten erneut auf EUR/USD lasten.
Wirtschaftskalender für die USA und die Eurozone:
- Deutschland – Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe (10:30 UTC)
- Deutschland – Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (10:30 UTC)
- Eurozone – Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe (11:00 UTC)
- Eurozone – Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (11:00 UTC)
- USA – ADP-Beschäftigungsänderung (14:15 UTC)
- USA – Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe (15:45 UTC)
- USA – Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (15:45 UTC)
Am 24. März enthält der Wirtschaftskalender eine Reihe von Ereignissen, von denen jedoch keines als hoch bedeutsam gilt. Die Auswirkungen auf die Marktstimmung könnten begrenzt bleiben.
EUR/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:
Meiner Ansicht nach befindet sich das Währungspaar weiterhin im Prozess der Ausbildung eines bullischen Trends. Der Nachrichtenfluss hat sich vor drei Wochen deutlich gedreht, doch der Trend selbst kann noch nicht als vollständig aufgehoben gelten. Daher benötigen Trader neue Muster und Signale, um kurzfristige Prognosen zu erstellen.
Kurzfristig könnten Verkäufer an Imbalance 11 ein Signal erhalten, während die Ungültigwerdung von Imbalance 12 ebenfalls ein beachtenswertes Signal darstellt. Käufer müssen derweil auf die Ausbildung neuer bullischer Muster und Signale setzen, um Long-Positionen zu eröffnen.