Gestern schlossen die Aktienindizes erneut im Minus. Der S&P 500 fiel um 0,37 %, während der Nasdaq 100 um 0,84 % nachgab. Der Dow Jones Industrial Average verlor 0,18 %.

Am Ende der US-Sitzung legten die Aktienmärkte jedoch deutlich zu, während die Ölpreise nachgaben. Diese Bewegungen waren das Ergebnis diplomatischer Bemühungen der Vereinigten Staaten, die vorsichtigen Optimismus hinsichtlich einer möglichen Entspannung des Konflikts im Nahen Osten nährten. Brent Crude fiel um 3,9 % auf 100,37 USD je Barrel und stützte damit einen Anstieg der asiatischen Aktienmärkte um 1,8 % sowie Gewinne bei Staatsanleihen. Die zweijährige Treasury-Rendite, die besonders sensibel auf Änderungen der Geldpolitik reagiert, sank um einen Basispunkt auf 3,87 %.
Vor dem Hintergrund von Gerüchten über Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und Iran über Drittparteien begannen sich die Befürchtungen der Anleger vor anhaltenden Energieschocks infolge regionaler Instabilität zu verringern. Die gesunkene Wahrscheinlichkeit eines langwierigen großflächigen Konflikts, der die Energieversorgung bereits erheblich beeinträchtigt hat, nahm den Preisdruck auf Rohöl etwas heraus. Dies wirkte sich wiederum positiv auf die Marktstimmung aus, da niedrigere Ölpreise häufig mit geringeren Inflationsrisiken und besseren Aussichten für Verbraucher und Unternehmen gleichgesetzt werden.
Heute liegen die US-Aktienfutures im Plus, während die europäischen Kontrakte auf eine feste Handelseröffnung hindeuten.
Wie bereits erwähnt, wird die Stimmung von einem 15‑Punkte‑Plan der USA gestützt, der darauf abzielt, den Krieg mit Iran zu beenden. Zuvor hatte Channel 12 aus Israel berichtet, Washington strebe eine einmonatige Waffenruhe an. Die Aufmerksamkeit bleibt jedoch weiterhin auf die Straße von Hormus gerichtet – die lebenswichtige Schifffahrtsader für Öltransporte aus dem Nahen Osten –, die de facto weiterhin für Schiffe gesperrt ist.
Nach Einschätzung von CIBC Private Wealth Group bleibt Öl die „Speerspitze“ in diesem von Schlagzeilen getriebenen Markt. Meldungen über eine mögliche 30‑tägige Waffenruhe mildern die schlimmsten Preisszenarien und Befürchtungen einer Nachfrageschwäche. Anzeichen für eine potenzielle Lösung nehmen dem Markt einen Teil der Risikoprämie, fügte die Bank hinzu.

Was das technische Bild des S&P 500 betrifft, besteht die Hauptaufgabe der Käufer heute darin, den nächstgelegenen Widerstandsbereich bei 6.603 USD zu überwinden. Dies würde dem Index Aufwärtsdynamik verleihen und den Weg zu einem neuen Niveau bei 6.616 USD eröffnen. Ebenso prioritär für die Bullen ist die Kontrolle oberhalb von 6.627 USD, was die Position der Käufer weiter stärken würde. Kommt es vor dem Hintergrund einer nachlassenden Risikobereitschaft zu einer Abwärtsbewegung, müssen sich die Käufer im Bereich von 6.590 USD behaupten. Ein Durchbruch unter dieses Niveau würde das Handelsinstrument rasch zurück auf 6.577 USD drücken und den Weg in Richtung 6.563 USD freimachen.