
Das Wellenmuster im 4‑Stunden-Chart für EUR/USD hat sich verändert. Es gibt nach wie vor keinen Hinweis auf eine Aufhebung des seit Januar vergangenen Jahres laufenden Aufwärtstrendsegments (unterer Chart), doch die übergeordnete Wellenstruktur wirkt inzwischen stark uneindeutig. In solchen Situationen empfehle ich stets, auf einen niedrigeren Zeitrahmen (oberer Chart) zu wechseln und sich auf die einfachsten und kleinsten Wellenstrukturen zu konzentrieren, um kurzfristige Prognosen zu erstellen – das genügt für das Eröffnen von Trades. Wellenstrukturen können sehr komplex sein und mehrere Szenarien zulassen. Der einfachste Ansatz besteht darin, standardisierte „fünf-drei“-Muster zu handeln.
Im obigen Chart lässt sich eine klassische fünfwellige Impulsstruktur mit verlängerter dritter Welle erkennen. Trifft diese Zählung zu, ist diese Struktur abgeschlossen, und es sollte eine Korrekturphase von mindestens drei Wellen folgen. In der nahen Zukunft ist daher mit einem Anstieg der Kurse zu rechnen, allerdings nur im Rahmen einer Korrektur relativ zum letzten Trendsegment. Aktuell fügen sich die jüngsten Wellenstrukturen nur schwer in die übergeordnete Zählung ein, doch das sollte sich mit der Zeit klären. In der näheren Zukunft könnte sich der Euro in Richtung der Marken von 1,1666 und 1,1745 erholen.
Das Währungspaar EUR/USD ist am Mittwoch um 30 Basispunkte gefallen, was die Wellenstruktur nicht verändert hat. Der Nachrichtenhintergrund war relativ schwach, das wichtigste Ereignis war der Inflationsbericht aus dem Vereinigten Königreich, der die Marktteilnehmer nicht überraschte. Infolgedessen zeigte auch GBP/USD im Tagesverlauf nur geringe Veränderungen und beeinflusste EUR/USD nicht in dem Maße, wie es hätte der Fall sein können.
Rund um den Konflikt zwischen Iran und den Vereinigten Staaten kommt es zu interessanten Entwicklungen. Noch vor einigen Wochen gingen viele Analysten davon aus, dass Trump – ähnlich wie im vergangenen Sommer – einige Schläge gegen Iran ausführen und die Sache damit erledigt wäre. Inzwischen bereitet sich die Welt jedoch auf einen länger andauernden Konflikt im Nahen Osten vor. Washington war davon ausgegangen, dass Teheran nach einer Reihe von Angriffen auf die Infrastruktur nachgeben und Trumps Bedingungen akzeptieren würde. Tatsächlich hat Trump selbst nach drei Wochen noch keinen klaren Fahrplan, wie ein Waffenstillstand mit Iran erreicht werden könnte.
Heute wurde berichtet, dass Washington Iran einen Vertragsentwurf mit 15 Punkten übermittelt hat. Kurz darauf lehnte Iran den Vorschlag für Verhandlungen bereits zum zweiten Mal in dieser Woche ab. Unterdessen beabsichtigt Israel, seine Angriffe auf Iran unabhängig von etwaigen Gesprächen zwischen den USA und Iran fortzusetzen, und Washington hat mit der Verlegung von Bodentruppen in die Region begonnen. Es bleibt unklar, ob sich der Konflikt in Richtung Verhandlungen und Lösung oder in Richtung weiterer Eskalation entwickelt. Die Lage im Nahen Osten ist weiterhin unsicher, weshalb der Markt mit Handelsentscheidungen zögert. Was wir derzeit sehen, ist die Ausbildung einer korrektiven Wellenstruktur, denn die aktuellen Bedingungen sind für eine Korrektur geeignet: Es gibt weder eine klare Eskalation noch eine Deeskalation. Eine Korrektur kann jedoch nicht ewig andauern, und Donald Trump wird das Thema Iran nicht einfach fallen lassen.
Allgemeine Schlussfolgerungen
Auf Basis der EUR/USD-Analyse komme ich zu dem Schluss, dass sich das Paar weiterhin in einem Aufwärtstrendsegment (unterer Chart) befindet und kurzfristig eine Abwärtswellenfolge abgeschlossen hat. Da die fünfwellige Impulsstruktur beendet ist, kann in den kommenden ein bis zwei Wochen mit einem Anstieg der Notierungen gerechnet werden, mit Zielen im Bereich von 1,1666 und 1,1745, was den Fibonacci-Niveaus von 38,2 % bzw. 50,0 % entspricht. Die weitere Kursentwicklung wird vollständig von den Ereignissen im Nahen Osten abhängen.
Auf dem niedrigeren Zeitrahmen ist das gesamte Aufwärtstrendsegment sichtbar. Die Wellenstruktur ist nicht völlig typisch, da die Korrekturwellen in ihrer Größe variieren. So ist beispielsweise die Welle 2 höheren Grades kleiner als die interne Welle 2 innerhalb der Welle 3. Solche Konstellationen kommen jedoch vor. Es ist besser, sich auf klare und verständliche Strukturen zu konzentrieren, anstatt sklavisch jede einzelne Welle nachzuvollziehen. Der Trend könnte sich in naher Zukunft umkehren.
Die Grundprinzipien meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer handelbar und ändern sich häufig.
- Wenn keine ausreichende Sicherheit über die Marktlage besteht, ist es besser, draußen zu bleiben.
- Absolute Gewissheit über die Marktrichtung gibt es nicht. Verwenden Sie immer Stop-Loss-Orders.
- Die Wellenanalyse kann mit anderen Analysemethoden und Handelsstrategien kombiniert werden.
