
Das Währungspaar GBP/USD handelte am Mittwoch ebenfalls recht ruhig und reagierte weder auf den wichtigen britischen Inflationsbericht noch auf die offiziellen Verlautbarungen aus dem Iran. Gestern wiesen wir darauf hin, dass Inflationsdaten unter den aktuellen Umständen an neuer Bedeutung gewinnen, insbesondere seit März, als der Konflikt im Nahen Osten begann und die Öl- und Gaspreise in die Höhe schossen. Die Februar-Inflation interessiert derzeit kaum jemanden. Entsprechend sahen die Händler keinen Anlass, den minimalen Anstieg der Kerninflation in Großbritannien in ihre Entscheidungen einzubeziehen.
Gleiches gilt für die offizielle Erklärung der iranischen Behörden. Teheran teilte mit, dass derzeit keinerlei Verhandlungen mit den USA stattfinden und dass solche Gespräche zudem als unzweckmäßig erachtet werden. Iranische Vertreter erklärten, die Welt könne niedrige Öl- und Gaspreise vergessen, solange Irans Position und Souveränität nicht respektiert würden, zumindest nicht von den Vereinigten Staaten. Vereinfacht gesagt versucht Teheran, Bedingungen zu schaffen, unter denen sich die ganze Welt gegen Donald Trump und die USA stellt, da Amerika den Krieg im Nahen Osten begonnen habe. Jetzt erntet die Welt die Folgen von Trumps geopolitischen Ambitionen. Wenn die Welt also die Straße von Hormus wieder öffnen will, muss sie sich mit der Haltung Washingtons auseinandersetzen. Andernfalls werde Iran die Straße weiterhin für alle Schiffe aus unfreundlichen Staaten blockieren.
Natürlich wissen wir nicht, welchen Vorschlag Donald Trump über Pakistan nach Teheran übermitteln ließ, aber es ist bereits klar, dass die Chancen auf eine friedliche Einigung gegen null tendieren. Der Iran wird seit drei Wochen bombardiert und soll den Krieg mit einem Zauberstab beenden? Anders als Washington und viele andere wirtschaftlich weiter entwickelte Länder ist Iran darauf eingestellt, viele Jahre lang zu kämpfen. Das Land hat nichts zu verlieren. Der Lebensstandard der Iraner liegt seit Jahrzehnten auf einem „unter Null“-Niveau. Amerika und seinen Verbündeten wird es nicht gelingen, ihn noch weiter zu senken, um Volksaufstände gegen die aktuelle Regierung zu provozieren. Alle zerstörten und bombardierten Anlagen werden früher oder später wieder aufgebaut. Entscheidend ist, dass Iran keinen Quadratzentimeter seines Territoriums preisgegeben hat; alles andere ist verhandelbar. Daher sind es die USA und Europa, die sich intensiv Gedanken darüber machen müssen, wie sie Iran an den Verhandlungstisch bringen können. Der Iran befindet sich derzeit in einer dominanten Position. Nun muss er davon überzeugt werden, überhaupt an Friedensverhandlungen teilzunehmen – und in diesen Verhandlungen muss ihm etwas angeboten werden, das er nicht ablehnen kann.
Werden Trump und das passive Europa auf ein solches Szenario eingehen? Unserer Ansicht nach nicht. Trump müsste Zugeständnisse machen und über das iranische Atomprogramm hinwegsehen, was äußerst unwahrscheinlich ist. Andernfalls, wie sollte der US-Präsident seinem Volk erklären, wozu der Krieg im Nahen Osten gut gewesen sein soll? Auf Europa ist ebenfalls nicht zu zählen. Dort hat man längst die Haltung eingenommen: „Macht, was ihr wollt, aber zieht uns nicht hinein.“ Daher steuern wir aller Wahrscheinlichkeit nach auf einen langwierigen Konflikt zu, der die Energiepreise über einen langen Zeitraum auf einem sehr hohen Niveau halten wird.

Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD‑Währungspaares beträgt in den letzten fünf Handelstagen 152 Pips. Für das Pfund/US‑Dollar‑Paar gilt dieser Wert als „hoch“. Am Donnerstag, dem 26. März, erwarten wir Bewegungen innerhalb einer Spanne, die durch die Marken 1,3223 und 1,3527 begrenzt wird. Der obere lineare Regressionskanal hat nach unten gedreht, was auf einen Trendwechsel hindeutet. Der CCI‑Indikator ist zweimal in den überverkauften Bereich eingetreten und hat zudem eine „bullische“ Divergenz ausgebildet, was erneut auf ein mögliches Ende des Abwärtstrends hinweist. Momentan wiegt die Geopolitik jedoch stärker als die technischen Signale.
Nächste Unterstützungszonen:
S1 – 1,3306
S2 – 1,3184
S3 – 1,3062
Nächste Widerstandszonen:
R1 – 1,3428
R2 – 1,3550
R3 – 1,3672
Handelsempfehlungen:
Das GBP/USD‑Währungspaar befindet sich seit eineinhalb Monaten in einer Korrekturphase, doch die langfristigen Aussichten bleiben unverändert. Die Politik von Trump wird weiterhin Druck auf die US‑Wirtschaft ausüben; daher rechnen wir im Jahr 2026 nicht mit einem Wachstum der US‑Währung. Somit bleiben Long‑Positionen mit einem Ziel bei 1,3916 und höher relevant, solange sich der Kurs oberhalb des gleitenden Durchschnitts befindet. Befindet sich der Kurs unterhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts, können kleinere Short‑Positionen mit Zielen bei 1,3223 und 1,3184 in Betracht gezogen werden, wobei geopolitische Faktoren zugrunde gelegt werden. In den vergangenen Wochen haben fast alle Nachrichten und Ereignisse gegen das britische Pfund gespielt und damit den Abwärtstrend verlängert.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Zeigen beide in die gleiche Richtung, bedeutet dies, dass der Trend derzeit stark ist;
Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, geglättet) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte;
Murray‑Level sind Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen;
Volatilitätsniveaus (rote Linien) stellen den wahrscheinlichen Preiskanal dar, in dem sich das Paar in den nächsten 24 Stunden auf Basis der aktuellen Volatilitätskennzahlen bewegen wird;
Der CCI‑Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass ein Trendwechsel in die entgegengesetzte Richtung bevorsteht.