Im Stunden-Chart hat sich das Währungspaar GBP/USD am Donnerstag unterhalb der Marke von 1,3341–1,3355 gefestigt, was den Händlern die Erwartung einer Fortsetzung des Rückgangs in Richtung der Unterstützungszone bei 1,3199–1,3214 ermöglicht. Eine Stabilisierung oberhalb des Bereichs von 1,3341–1,3355 würde das Pfund begünstigen und auf einen Anstieg in Richtung des Widerstandsbereichs bei 1,3437–1,3465 hindeuten.

Die Wellensituation verschiebt sich weiterhin in Richtung einer „bullischen“ Struktur, allerdings nur sehr langsam. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle übertraf das vorherige Hoch nur um wenige Punkte, während die neue Abwärtswelle das vorherige Tief noch nicht durchbrochen hat. Der Nachrichtenhintergrund bleibt für das Pfund schwach, während die Geopolitik den Bären am Markt nahezu vollständige Vorteile verschafft. Der Krieg im Iran ist in den letzten Monaten der Hauptgrund für die Stärke des US-Dollar geblieben. In dieser Woche hat sich der geopolitische Hintergrund zu verändern begonnen, doch dies könnte lediglich eine Illusion der Deeskalation sein.
Am Donnerstag unterstützte der Nachrichtenfluss weder die Bullen noch die Bären, da es nur sehr wenige Konjunkturveröffentlichungen gab. Heute Morgen wurde in Großbritannien der Bericht zu den Einzelhandelsumsätzen im Februar veröffentlicht, der ebenfalls keine eindeutigen Schlüsse zuließ. Das Verkaufsvolumen sank im Monatsvergleich um 0,4 % und stieg im Jahresvergleich um 2,5 %. Die Monatszahl ist negativ, fiel jedoch besser aus als von den Marktteilnehmern erwartet. Die Jahresrate übertraf die Prognosen. Damit kann der Bericht als etwas positiver als erwartet gewertet werden; dennoch haben die Bären bereits in den frühen Morgenstunden ihre Attacke wieder aufgenommen. Meiner Ansicht nach bleibt die Geopolitik der Schlüsselfaktor für die Händler, während alle anderen Faktoren zweitrangig sind. In den vergangenen Wochen haben wir wiederholt Situationen beobachtet, in denen Chartmuster und Nachrichtenfaktoren keinen Einfluss auf die Stimmung der Marktteilnehmer hatten. Gestern kündigte Donald Trump einen zehntägigen Aufschub für die Energieanlagen des Iran an, dennoch steigt der US-Dollar am Freitagmorgen weiter. Offenbar glauben die Händler weder an Verhandlungen noch an eine Lösung des Konflikts im Nahen Osten.

Im 4-Stunden-Chart hat sich das Paar oberhalb des abwärts gerichteten Trendkanals konsolidiert, was den Bullen jedoch überhaupt nichts eingebracht hat. Ein erneuter Rückprall vom 50,0%-Fibonacci-Niveau bei 1,3439 begünstigte erneut den US-Dollar, und eine Konsolidierung unterhalb der Zone 1,3340–1,3369 lässt einen weiteren Rückgang in Richtung des 76,4%-Korrekturlevels bei 1,3215 erwarten. In den Indikatoren sind heute keine aufkommenden Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT)-Bericht:

Die Stimmung der Händler in der Kategorie „Non-commercial“ ist in der letzten Berichtswoche etwas weniger bärisch geworden, wenngleich die Bären insgesamt weiterhin klar die Initiative behalten. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen verringerte sich um 4.977, während die Short-Positionen um 23.659 zurückgingen. Der Abstand zwischen Long- und Short-Positionen liegt nun bei rund 44.000 gegenüber zuvor 110.000. In den letzten Wochen haben die Bären dominiert, was angesichts der geopolitischen Lage nicht überrascht. Ich glaube weiterhin nicht an einen nachhaltigen Abwärtstrend des Pfunds, aber nun wird alles nicht mehr von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken abhängen, sondern von Dauer, Ausmaß und Folgen des Kriegs im Nahen Osten.
Im vergangenen Jahr erschien das Pfund gegenüber dem Dollar als die sicherere Währung – stabiler und mit einem klareren wirtschaftlichen Ausblick. In den vergangenen Monaten setzte zwar eine Korrektur ein, der Aufwärtstrend blieb jedoch intakt, und dann begann sich der Konflikt im Nahen Osten nahezu täglich zuzuspitzen. Geopolitik bleibt der einzige Grund für die Stärke des US-Dollar.
Wirtschaftskalender für die USA und Großbritannien:
- Großbritannien – Einzelhandelsumsätze m/m (07:00 UTC).
- USA – University of Michigan Consumer Sentiment Index (14:00 UTC).
Am 27. März enthält der Wirtschaftskalender nur zwei vergleichsweise unbedeutende Veröffentlichungen. Der Einfluss der Nachrichtenlage auf die Marktstimmung dürfte am Freitag schwach oder gar nicht spürbar sein.
GBP/USD Prognose und Handelsempfehlungen:
Verkäufe des Währungspaares waren nach einer Erholung im Stundenchart vom Bereich 1,3437–1,3465 mit Ziel 1,3341–1,3352 möglich. Dieses Ziel wurde erreicht. Neue Short-Positionen können nach einem Schlusskurs unterhalb der Zone 1,3341–1,3352 mit Ziel 1,3199–1,3214 in Betracht gezogen werden. Long-Positionen könnten heute nach einem Schlusskurs oberhalb der Zone 1,3341–1,3352 mit Zielen bei 1,3437–1,3465 und 1,3526–1,3539 interessant werden.
Die Fibonacci-Niveaus werden im Stundenchart von 1,3341–1,3866 und im 4-Stunden-Chart von 1,3012–1,3868 aus gemessen.