Das Währungspaar GBP/USD hat eine weitere Umkehr zugunsten des US-Dollars vollzogen, sobald die Ölpreise wieder zu steigen begannen und sich die Lage im Nahen Osten einer neuen Eskalation annäherte. Obwohl Donald Trump bereits zweimal die Frist für Angriffe auf den Energiesektor Irans verschoben hat und fast täglich von Verhandlungen mit den „richtigen Leuten“ im Iran spricht, blockiert der Iran weiterhin die Straße von Hormus, greift nach wie vor Tanker an, die versuchen, sie zu passieren, und zeigt keinerlei Bereitschaft, mit Washington zu verhandeln. Infolgedessen schenken Händler unter den aktuellen Bedingungen Trump einfach keinen Glauben und verlassen sich stattdessen auf offizielle Verlautbarungen aus Teheran. Aus diesem Grund sind die Ölpreise in dieser Woche erneut gestiegen, während sich der US-Dollar an vier von fünf Tagen aufgewertet hat.

Washington zeigt, um fair zu bleiben, durchaus den Willen, den Krieg zu beenden – allerdings zu seinen eigenen Bedingungen und in seinem eigenen Stil. Anders gesagt: Man stellt es so dar, als ob der Gegner um Frieden bittet, während Washington sich gnädig bereit erklärt, zuzustimmen. Von außen sieht es so aus: Lasst uns den Krieg beenden, den wir begonnen haben – hier ist die Liste der Ultimaten. Iran versteht sehr gut, was ein solcher „Trump-Deal“ impliziert, und weigert sich schlicht, irgendwelche Verhandlungen aufzunehmen, trotz der Angebote, Sanktionen im Gegenzug für die Aufgabe von Atomwaffen und nuklearer Entwicklung aufzuheben. Teheran ist bereit, die Straße von Hormus weiter zu blockieren, und das ist derzeit der wichtigste Faktor für alle Märkte. Damit bleibt der geopolitische Hintergrund eher negativ als positiv. Entsprechend ist jedes Wachstum des Pfunds begrenzt. Gleichzeitig findet das wirtschaftliche Umfeld, das die britische Währung stützen könnte, kaum Beachtung bei den Tradern.
Die Wahrscheinlichkeit eines neuen Rückgangs bei beiden Währungspaaren bleibt recht hoch, und alle Diskussionen über einen möglichen bullischen Vorstoß sind im Moment nicht mehr als Annahmen ohne Bestätigung oder Belege. Derzeit gibt es überhaupt keine Formationen – weder neue noch alte. Die letzten beiden Ungleichgewichte können als abgeschlossen, aufgehoben und abgehakt gelten. In jüngster Zeit haben wir auch keine nennenswerten Liquiditätssweeps gesehen. Daher sind in jedem Fall neue Formationen und neue Liquiditätssweeps erforderlich.
Der Aufwärtstrend beim Pfund ist weiterhin intakt. Solange er hält (oberhalb der Marke von 1,3012), sollte bullischen Signalen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Allerdings gibt es derzeit weder bullische Formationen noch Signale, und die Geopolitik schwebt weiter wie ein „Damoklesschwert“ über Euro und Pfund.
Der Nachrichtenfluss am Freitag vermochte erneut nicht, das Interesse der Trader zu wecken. In Großbritannien wurden heute Einzelhandelsumsätze veröffentlicht, die leicht besser als erwartet ausfielen. Unter dem Druck der sich verschlechternden geopolitischen Lage sind jedoch die Bären heute an den Markt zurückgekehrt.
In den Vereinigten Staaten lässt der Gesamtkomplex an Informationen darauf schließen, dass langfristig nichts anderes als ein Rückgang des Dollars zu erwarten ist. Selbst der Krieg zwischen Iran und den USA ändert daran wenig. Die Lage des US-Dollars bleibt langfristig recht schwierig und nur kurzfristig positiv. Die Daten vom US-Arbeitsmarkt enttäuschen weiterhin. Trumps militärische Aktionen, Drohungen gegenüber Dänemark, Mexiko, Kuba, Kolumbien, den EU-Ländern, Kanada und Südkorea, das Strafverfahren gegen Jerome Powell, Government Shutdowns, der Skandal um US-Eliten im Epstein-Fall, ein mögliches Impeachment von Trump bis zum Jahresende und wahrscheinlich Verluste der Republikaner bei den kommenden Wahlen zeichnen insgesamt das Bild einer politischen und strukturellen Krise in den USA. Meiner Ansicht nach haben die Bullen jeden Grund, ihren Vormarsch im Jahr 2026 wieder aufzunehmen, doch derzeit richtet sich die Aufmerksamkeit der Trader vollständig auf die Geopolitik und die Energiekrise.
Für einen nachhaltigen Abwärtstrend wäre ein stark positiver und stabiler Hintergrund für den US-Dollar nötig, was unter Donald Trump schwer vorstellbar ist. Bisher stützt die Geopolitik den Dollar bereits seit mehr als einem Monat, doch diese Unterstützung wird nachlassen, sobald der Konflikt im Nahen Osten in eine Phase der Lösung eintritt. Wann das der Fall sein wird, ist unklar, weshalb nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Dollar noch eine Woche, einen Monat oder sogar mehrere Monate weiter steigen könnte. Sollte sich ein globaler Konflikt weiter zuspitzen, könnte der Dollar deutlich und über einen längeren Zeitraum aufwerten. Ich bleibe jedoch zumindest etwas optimistisch und hoffe, dass es nicht so weit kommt. In diesem Fall bleibt das Aufwärtspotenzial des Dollars durch die negativen Entwicklungen im Nahen Osten begrenzt.
Nachrichtenkalender für die USA und Großbritannien:
Am 30. März enthält der Wirtschaftskalender keine nennenswerten Veröffentlichungen. Der Einfluss des Nachrichtenhintergrunds auf die Marktstimmung am Montag wird ausbleiben.
GBP/USD Prognose und Trading-Empfehlungen:
Für das Pfund bleibt der langfristige Ausblick bullisch, doch derzeit gibt es keine aktiven bullischen Formationen. Der Rückgang des Währungspaares in den vergangenen Wochen fiel aufgrund einer unglücklichen Kombination von Umständen so stark aus. Hätte Donald Trump den Konflikt im Nahen Osten nicht initiiert, hätten wir höchstwahrscheinlich keinen derart kräftigen Anstieg des Dollars gesehen. Ich gehe davon aus, dass dieser Rückgang genauso unerwartet enden könnte, wie er begonnen hat. Im Moment kann die Abwärtsbewegung jedoch noch nicht als abgeschlossen gelten. Alle jüngsten Ungleichgewichte wurden aufgehoben, und neue haben sich bisher nicht herausgebildet.