Im Stundenchart hat sich das Währungspaar GBP/USD am Freitag unterhalb der Zone 1,3341–1,3352 konsolidiert, woraufhin die Abwärtsbewegung in Richtung der Unterstützungszone bei 1,3199–1,3214 anhielt. Ein Abprall aus diesem Bereich würde die britische Währung unterstützen und zu einem Anstieg in Richtung 1,3341–1,3352 führen. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,3199–1,3214 würde es Tradern ermöglichen, mit einem weiteren Rückgang in Richtung 1,3139 und 1,3016 zu rechnen.

Die Wellensituation hat sich erneut zu einem bärischen Szenario gewandelt. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle überstieg das vorherige Hoch nur um wenige Punkte, während die neue Abwärtswelle das vorherige Tief durchbrochen hat. Das Nachrichtenumfeld bleibt für das Pfund schwach, und die Geopolitik verschafft den Bären am Markt nahezu vollständige Vorteile. Der Krieg im Iran ist in den vergangenen Monaten der Hauptgrund für die Stärke des US-Dollars geblieben.
Der Nachrichtenfluss am Freitag hätte das Pfund leicht unterstützen können. Der einzige veröffentlichte Bericht – die britischen Einzelhandelsumsätze für Februar – fiel positiver aus, als es die Marktteilnehmer erwartet hatten. Die Einzelhandelsumsätze gingen im Monatsvergleich um 0,4 % zurück, während ein Rückgang von 0,7 % prognostiziert worden war. Im Jahresvergleich legten die Umsätze um 2,5 % zu und übertrafen damit die Erwartungen. Dennoch sind die Umsätze im Vergleich zu Januar gesunken, was die Bullen hätte enttäuschen können. Die Bullen schien dies jedoch nicht zu stören. Höchstwahrscheinlich haben sie diesen Bericht kaum beachtet.
Das Pfund fällt nun bereits seit fünf Handelstagen in Folge, und dies dürfte kaum an den Einzelhandelszahlen liegen. Meiner Ansicht nach setzt sich vielmehr die Aufwertung des US-Dollars fort, was zu Rückgängen bei anderen Währungen führt. Der Dollar steigt ausschließlich aufgrund des Krieges im Nahen Osten. Selbst nach einem Monat intensiver Kämpfe in der Region rechnen die Investoren weiterhin mit dem Schlimmsten – weiterer Eskalation sowie höheren Öl- und Gaspreisen. Infolgedessen hält die Flucht in den als sicher geltenden US-Dollar an.
Ob es einem gefällt oder nicht, dies ist derzeit der einzige Grund für den Rückgang von EUR/USD und GBP/USD. Daher hat das Pfund keinen Anlass, sich wegen untergeordneter Faktoren zu „grämen“. Es wird vielmehr wie Ballast von den Ereignissen im Nahen Osten nach unten gezogen.

Im 4-Stunden-Chart hat sich das Währungspaar oberhalb des fallenden Trendkanals konsolidiert, was den Bullen jedoch keinerlei Vorteil verschafft hat. Eine erneute Erholung vom Fibonacci‑Niveau von 50,0 % (1,3439) spielte erneut dem US‑Dollar in die Hände, und die Konsolidierung unterhalb der Marke von 1,3340–1,3369 deutet auf einen weiteren Rückgang in Richtung des 76,4‑%‑Retracements bei 1,3215 hin. Auf den Indikatoren sind derzeit keine entstehenden Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT) Report:

Die Stimmung der Händlerkategorie „Non-commercial“ ist in der vergangenen Berichtswoche noch bärischer geworden. Bereits seit sieben Wochen in Folge bauen Non-commercial-Trader aktiv Short-Positionen auf und reduzieren gleichzeitig ihre Long-Positionen.
- Long-Positionen stiegen um 2.166
- Short-Positionen gingen um 4.927 zurück
Die Differenz zwischen Long- und Short-Positionen liegt nun bei etwa 46.000 vs. 105.000. Die Bären dominieren in den letzten Wochen klar, was angesichts der geopolitischen Lage nicht überrascht.
Ich glaube weiterhin nicht vollends an einen langfristigen Bärenmarkt beim Pfund, doch hängt nun alles weniger von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken ab, sondern von Dauer, Ausmaß und Folgen des Krieges im Nahen Osten.
Im vergangenen Jahr erschien das Pfund im Vergleich zum US-Dollar als die sicherere Währung – stabiler und mit einer klareren wirtschaftlichen Perspektive. In den letzten Monaten setzte jedoch zunächst eine Korrektur innerhalb des Aufwärtstrends ein, und anschließend verschärfte sich der Konflikt im Nahen Osten nahezu täglich. Die Geopolitik bleibt der einzige Treiber für die Stärke des US-Dollar.
Wirtschaftskalender (USA & UK):
30. März: Im Wirtschaftskalender stehen keine wichtigen Ereignisse an. Vom Informationsumfeld sind am Montag keine spürbaren Auswirkungen auf die Marktstimmung zu erwarten.
GBP/USD-Prognose und Trading-Tipps:
Verkaufspositionen waren nach einer Konsolidierung unterhalb der Marke von 1,3341–1,3352 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,3199–1,3214 möglich. Diese Trades können auch heute noch gehalten werden. Kaufpositionen können nach einem Abprall vom Bereich 1,3199–1,3214 mit einem Ziel bei 1,3341–1,3352 in Betracht gezogen werden.
Die Fibonacci-Niveaus werden im Stundenchart ausgehend von 1,3341–1,3866 und im 4-Stunden-Chart ausgehend von 1,3012–1,3868 berechnet.