
Das Währungspaar GBP/USD zeigt eine vorsichtige Erholung von der Marke von 1,3155, also dem Bereich eines Viermonatstiefs, das während der asiatischen Sitzung erreicht wurde, und scheint damit eine fünftägige Verlustserie beendet zu haben. Der Kurs ist wieder über das Niveau von 1,3200 gestiegen; das weitere Aufwärtspotenzial bleibt jedoch angesichts der eskalierenden Spannungen im Nahen Osten begrenzt. Meldungen, wonach US-Präsident Donald Trump Fortschritte in den Verhandlungen zur Beendigung der US-Militäroperationen gegen den Iran sieht, haben dem Markt zwar kurzfristige Unterstützung gegeben, doch Drohungen mit neuen Angriffen auf die Energieinfrastruktur und Forderungen nach einer Wiedereröffnung der Straße von Hormus bestehen fort.
Der Iran seinerseits hat deutlich gemacht, dass er nicht zu einem direkten Dialog mit den Vereinigten Staaten bereit ist, was die Fragilität des diplomatischen Prozesses unterstreicht und die Hoffnungen auf eine schnelle Deeskalation schmälert. Vor diesem Hintergrund bleiben die Energiepreise erhöht, was Inflationsrisiken verstärkt und die Erwartungen an eine straffe Geldpolitik der US-Notenbank stützt. Marktteilnehmer preisen bereits eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 50 % für eine Zinserhöhung der Fed im Jahr 2026 ein, was dem US-Dollar am Dienstag zu einem neuen Jahreshoch verholfen hat und wahrscheinlich ausgeprägtere Kursgewinne beim GBP/USD begrenzen wird.

Zusätzlicher Druck auf das Pfund ergibt sich aus der Anfälligkeit der britischen Wirtschaft für Energieschocks im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten. Gleichzeitig schüren restriktive Signale der Bank of England bezüglich einer möglichen Zinserhöhung bereits im April – vor dem Hintergrund bestehender Inflationsrisiken – die Sorge vor einer Konjunkturabkühlung und machen Investoren vorsichtiger, neue Long-Positionen im Pfund zu eröffnen.
Unter diesen Bedingungen wird der Markt vermutlich zunächst eine überzeugende Fortsetzung der Käufe sehen wollen, bevor man zu dem Schluss kommt, dass sich bei den Kassakursen ein kurzfristiger Boden ausgebildet hat.
Später in der nordamerikanischen Sitzung könnten die US-Daten zu offenen Stellen aus dem JOLTS-Bericht sowie der Verbrauchervertrauensindex des Conference Board den Dollar beeinflussen und kurzfristige Handelschancen im GBP/USD schaffen. Dennoch bleiben geopolitische Entwicklungen der wichtigste Treiber der Marktstimmung.
Aus technischer Sicht sind die Oszillatoren negativ, und das Währungspaar notiert unter allen gleitenden Durchschnitten. Es ist jedoch erwähnenswert, dass sich die 100-Tage- und 200-Tage-SMAs abgeflacht haben, was auf die Möglichkeit einer Seitwärtsbewegung hindeutet und den Bullen zumindest kurzfristig eine Chance lässt.