Analyse von EUR/USD 5M

Das Währungspaar EUR/USD ist am Donnerstag stark gefallen und schloss den Tag in der Nähe der Ichimoku-Indikatorlinien, die sich nahezu vereinigt hatten. Die Lage beim EUR/USD-Paar ist schlicht katastrophal. Der Kurs ändert seine Richtung beinahe alle ein bis zwei Tage, und der Markt handelt weiterhin ausschließlich auf Basis geopolitischer Nachrichten und Ereignisse, wodurch alle makroökonomischen Daten und fundamentalen Ereignisse bedeutungslos werden. Trader beachten technische Faktoren, Linien, Niveaus und Trends nicht. Daher erleben wir vollkommen zufällige Bewegungen, die niemand prognostizieren kann. Niemand weiß, wann und vor allem was Donald Trump als Nächstes sagen wird.
Es ist sinnlos, das technische Bild im Stundenchart zu analysieren. In der vergangenen Woche hat der Kurs die aufsteigende Trendlinie durchbrochen, ist eine Weile gefallen, dann wieder gestiegen und fällt nun erneut. Man könnte annehmen, der Markt befinde sich in einer Seitwärtsphase, doch das ist nicht der Fall. Solche Bewegungen sind tatsächlich eine Reaktion des Marktes auf die sich ständig ändernden geopolitischen Ereignisse. Genauer gesagt ändert Trump seine Rhetorik drei Mal während einer einzigen Rede, und der Markt reagiert fortlaufend darauf.
Gestern bildeten sich im 5-Minuten-Chart zwei Handelssignale, die man angesichts der jüngsten Kursbewegungen sogar ignorieren konnte. Wir waren bis zuletzt der Überzeugung, dass der Markt aufhören würde, auf Trumps widersprüchliche Aussagen zu reagieren, doch offenbar lagen wir falsch. Der Markt reagiert inzwischen nur noch auf wirklich bedeutende Ereignisse und Daten.
COT-Report

Der letzte COT-Bericht datiert vom 24. März. Im Wochenchart ist klar zu erkennen, dass die Netto-Position der Non-Commercial-Trader weiterhin „bullish“ ist, jedoch aufgrund der geopolitischen Ereignisse schnell abnimmt. Trader verkaufen die europäische Währung in großem Stil zugunsten des US-Dollars. Trumps Politik hat sich zwar nicht verändert, doch der Dollar übernimmt erneut die Rolle einer „Reservewährung“, was einen deutlichen Zustrom von Käufern anzieht.
Fundamentale Faktoren, die den Euro stützen könnten, sind weiterhin nicht erkennbar. Für eine Schwächung des Dollars hingegen gibt es genügend Gründe. Der Krieg im Nahen Osten hat den Dollar vorübergehend hochattraktiv gemacht, doch wenn dieser Faktor wegfällt, könnte sich die Lage wieder normalisieren. Langfristig könnte der Euro bis auf 1,06 (die Trendlinie) fallen, wobei der Aufwärtstrend dennoch intakt bliebe.
Die Positionierung der roten und blauen Linien des Indikators signalisiert weiterhin die Fortsetzung des „bullishen“ Trends. In der letzten Berichtswoche sank die Zahl der Long-Positionen in der Gruppe „Non-commercial“ um 12.800, während die Zahl der Short-Positionen um 1.000 zurückging. Folglich verringerte sich die Netto-Position im Wochenverlauf um 11.800 Kontrakte.
Analyse von EUR/USD im 1H-Chart

Im Stundenchart hat das Währungspaar EUR/USD erneut die Richtung gewechselt. Die neue Eskalation im Nahen Osten könnte die Prioritäten der Trader wieder verschieben, weshalb jedem Anstieg mit Vorsicht zu begegnen ist. Trumps Reden provozieren weiterhin regelmäßig Marktreaktionen – typischerweise in entgegengesetzte Richtungen.
Für den 3. April heben wir die folgenden Handelsmarken hervor: 1,1234, 1,1274, 1,1362, 1,1426, 1,1542, 1,1615–1,1625, 1,1657–1,1666, 1,1750–1,1760, 1,1830–1,1837 sowie die Senkou-Span-B-Linie (1,1542) und die Kijun-sen-Linie (1,1536). Die Linien des Ichimoku-Indikators können sich im Tagesverlauf verschieben, was bei der Bestimmung von Handelssignalen berücksichtigt werden sollte. Vergessen Sie nicht, den Stop-Loss auf Break-even nachzuziehen, sobald sich der Kurs 15 Pips in die richtige Richtung bewegt. So schützen Sie sich vor möglichen Verlusten, falls sich das Signal als falsch erweist.
Am Freitag stehen in der Europäischen Union keine wichtigen Ereignisse oder Datenveröffentlichungen an, während in den USA die wichtigen Non-Farm-Payrolls sowie die Arbeitslosenzahlen veröffentlicht werden. Normalerweise würden Trader diesen Berichten große Aufmerksamkeit schenken, aber wir sind uns nicht sicher, ob es diesmal zu einer Reaktion kommen wird. Wir wissen nicht, wann Trump sich als Nächstes an die Märkte wenden wird. Für Trader bleibt die Geopolitik die oberste Priorität.
Handelsempfehlungen:
Am Freitag können Trader Short-Positionen in Erwägung ziehen, wenn der Kurs sich unterhalb der Ichimoku-Linien festigt, mit einem Ziel bei 1,1444. Long-Positionen können mit einem Ziel bei 1,1615–1,1625 eröffnet werden, wenn der Kurs von den Ichimoku-Linien nach oben abprallt.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Unterstützungs- und Widerstandsniveaus – dicke rote Linien, an denen Bewegungen enden können. Sie sind keine Quellen für Handelssignale.
- Kijun-sen- und Senkou-Span-B-Linien – Linien des Ichimoku-Indikators, die aus dem 4-Stunden-Chart in den Stundenchart übertragen wurden. Es handelt sich um starke Linien.
- Extremniveaus – dünne rote Linien, von denen der Kurs zuvor abgeprallt ist. Sie sind Quellen für Handelssignale.
- Gelbe Linien – Trendlinien, Trendkanäle und alle anderen technischen Formationen.
- Indikator 1 in COT-Charts – die Größe der Netto-Position für jede Händlerkategorie.