
Das Wellenmuster im 4-Stunden-Chart für EUR/USD hat sich verändert. Vom Abbruch des seit Januar letzten Jahres laufenden Aufwärtstrendsegments (unterer Chart) kann zwar noch keine Rede sein, aber die Wellenstruktur selbst wirkt nun sehr uneindeutig. In solchen Situationen empfehle ich immer, auf einen niedrigeren Zeitrahmen (oberer Chart) zu wechseln und sich auf die einfachsten und kleinsten Wellenstrukturen zu konzentrieren, um kurzfristige Prognosen zu erstellen – was für das Eröffnen von Trades völlig ausreicht. Wellenstrukturen können sehr komplex sein und mehrere Szenarien zulassen. Am einfachsten ist es, auf Basis der Standardmuster „Fünf-Drei“ zu handeln.
Im obigen Chart kann ich eine klassische fünfteilige Impulsstruktur mit verlängerter dritter Welle erkennen. Falls dies tatsächlich der Fall ist, ist die Ausbildung dieser Struktur abgeschlossen, und wir sollten mit der Entwicklung einer korrektiven Sequenz aus mindestens drei Wellen rechnen. Daher ist kurzfristig mit steigenden Kursen zu rechnen, allerdings im Rahmen einer Korrektur bezogen auf das jüngste Trendsegment. Vorerst fügen sich die neuesten Wellenstrukturen noch nicht gut in die übergeordnete Zählung ein, doch mit der Zeit sollte sich hier Klarheit ergeben. In naher Zukunft könnte sich der Euro in Richtung der Marken von 1,1666 und 1,1745 erholen.
Das Währungspaar EUR/USD stieg am Montag um 20 Basispunkte und legte am Dienstag weitere 20 Punkte zu. In dieser Analyse könnte man den ISM Services PMI, die Auftragseingänge langlebiger Güter oder erneut die Arbeitsmarktdaten und die Arbeitslosenquote beleuchten. Ich werde dies aber nicht tun, denn der Freitag war für mich äußerst aufschlussreich. Ich habe bereits zuvor darauf hingewiesen, dass der aktuelle Strom an Konjunkturdaten für die Marktteilnehmer nur von geringem Interesse ist. Anders lässt sich die Spanne von gerade einmal 20 Punkten am Freitag kaum erklären. Natürlich könnte man die geringe Aktivität auf die Osterzeit oder auf widersprüchliche Daten schieben. Ich möchte jedoch daran erinnern, dass niemand nach Widersprüchen in den Berichten sucht, wenn der Markt heftig auf Daten zu Arbeitslosigkeit und Beschäftigung reagiert. Daher glaube ich nicht, dass die Marktreaktion am Freitag, Montag und Dienstag auf widersprüchliche Daten oder die Osterfeiertage zurückzuführen ist – zumal Ostern am Wochenende gefeiert wird.
Der Markt wartet nicht nur auf eine Entscheidung von Donald Trump, der vor wenigen Stunden Folgendes in seinem eigenen sozialen Netzwerk veröffentlichte: „Heute Nacht wird eine ganze Zivilisation untergehen; sie wird nie wiederhergestellt werden. Ich will nicht, dass das geschieht, aber es wird wahrscheinlich so kommen. Siebenundvierzig Jahre Erpressung, Korruption und Tod werden endlich enden. God bless the great people of Iran!“ Der Markt befindet sich in völliger Ungewissheit, da Trump heute Morgen noch erklärte, die Verhandlungen mit Teheran liefen. Allzu erfolgreich scheinen sie jedoch nicht zu sein, wenn er weiterhin die Zerstörung eines ganzen Landes vorbereitet. Der Markt weiß nicht, was oder wem er glauben soll, und zieht es vor, auf offizielle Informationen zu warten.
Allgemeine Schlussfolgerungen
Auf Basis der EUR/USD-Analyse komme ich zu dem Schluss, dass das Instrument sich weiterhin in einem Aufwärtstrendsegment (unterer Chart) befindet, während es kurzfristig eine abwärtsgerichtete Wellenfolge abgeschlossen hat. Da eine fünfteilige Impulsstruktur beendet ist, können Leser in der kommenden Woche mit einem Anstieg der Kurse rechnen, mit Zielen im Bereich von 1,1666 und 1,1745, was den Fibonacci-Niveaus von 38,2 % und 50,0 % entspricht. Die weitere Entwicklung hängt vollständig von der Lage im Nahen Osten ab.
Im kleineren Zeitrahmen ist das gesamte Aufwärtstrendsegment sichtbar. Die Wellenstruktur ist nicht ganz standardisiert, da sich die Korrekturwellen in ihrer Größe unterscheiden. So ist zum Beispiel die übergeordnete Welle 2 kleiner als die interne Welle 2 innerhalb der Welle 3. Solche Fälle kommen jedoch vor. Ich möchte daran erinnern, dass es besser ist, auf den Charts klare und gut nachvollziehbare Strukturen zu identifizieren, als starr an der Beschriftung jeder einzelnen Welle festzuhalten. Der Trend könnte sich in naher Zukunft umkehren.
Grundprinzipien meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu handeln und ändern sich häufig.
- Wenn keine Sicherheit über die Marktlage besteht, ist es besser, draußen zu bleiben.
- Absolute Gewissheit über die Marktrichtung ist unmöglich. Verwenden Sie stets schützende Stop-Loss-Orders.
- Wellenanalyse kann mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombiniert werden.
