
Das Währungspaar USD/JPY setzt seine allmähliche Erholung fort, nachdem es unter die Marke von 158,00 gefallen war – den tiefsten Stand seit fast drei Wochen – und zeigt am Donnerstag positive Dynamik. Die Kassakurse nähern sich derzeit dem Niveau von 159,00, gestützt durch mehrere Faktoren.
Marktteilnehmer bleiben skeptisch hinsichtlich der Verlässlichkeit der fragilen Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und Iran, nachdem Israel eine großangelegte Offensive im Libanon gestartet hat. Zusätzliche Berichte deuten darauf hin, dass Iran einen Ausstieg aus der Waffenstillstandsvereinbarung erwägt und Israel vorwirft, die Bedingungen verletzt zu haben. Vor diesem Hintergrund wird die Risikobereitschaft gedämpft, während die Stellung des US-Dollars als wichtigste Reservewährung gestärkt wird, was dem USD/JPY zusätzliche Unterstützung verleiht.
Darüber hinaus meldeten die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC), dass der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus wenige Minuten nach dem israelischen Angriff auf den Libanon ausgesetzt wurde. Angesichts der starken Abhängigkeit Japans von Ölimporten aus der Region nähren diese Entwicklungen erneut die Sorge, dass die Wirtschaft des Landes in naher Zukunft vor ernsthaften Herausforderungen stehen könnte. Dies schwächt den japanischen Yen zusätzlich und bietet dem USD/JPY weiteren Rückhalt.
Gleichzeitig agieren die Bullen im US-Dollar vor dem Hintergrund der eher dovish ausgerichteten Geldpolitik der Federal Reserve zurückhaltend. Insbesondere zeigten die am Mittwoch veröffentlichten Protokolle der FOMC-Sitzung vom März, dass die Notenbank für die Zukunft Zinssenkungen erwartet, sofern sich die Inflation im Rahmen der Prognosen entwickelt. Dies könnte die weiteren Aufwärtsbewegungen im USD/JPY begrenzen, da Händler gespannt auf wichtige US-Inflationsdaten warten, die den Markt maßgeblich beeinflussen könnten.
Der US-Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) wird später während der nordamerikanischen Sitzung veröffentlicht. Anschließend richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf den am Freitag anstehenden Verbraucherpreisindex (CPI), der eine entscheidende Rolle für die Erwartungen an die zukünftige Geldpolitik der Federal Reserve und damit für die Nachfrage nach dem US-Dollar spielen wird. Darüber hinaus könnten die anhaltenden geopolitischen Entwicklungen zu erhöhter Volatilität an den globalen Finanzmärkten und im USD/JPY führen.
Aus technischer Sicht hält sich USD/JPY über einer horizontalen Unterstützung bei 158,35 im 4-Stunden-Chart, die nun mit dem exponentiellen 200-Perioden-Durchschnitt (EMA) zusammenfällt und damit einen konstruktiven kurzfristigen Ausblick stützt. Unterdessen notiert der Relative-Stärke-Index (RSI) nahe 50, was eher auf eine Stabilisierung der Dynamik als auf stark überverkaufte Bedingungen hindeutet. Dies lässt Spielraum für eine weitere Erholung vor dem Hintergrund der anhaltenden Unsicherheit rund um den Konflikt im Nahen Osten.
Allerdings deuten die negativen MACD-Werte darauf hin, dass Aufwärtsbewegungen auf nachlassende Dynamik treffen könnten. Sollte der Kurs nicht in der Lage sein, sich über 158,35 zu behaupten und darunter fallen, würde dies die aktuelle positive Struktur schwächen und auf eine tiefere Korrektur hindeuten.