
Der Euro hat seine Gewinne nun schon den vierten Tag in Folge behauptet, gestützt durch die allgemeine Schwäche des Dollars. Der US-Dollar steht weiterhin unter Druck nach dem Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran sowie der Hoffnung auf eine Deeskalation. Die Unsicherheit über die Nachhaltigkeit des Waffenstillstands veranlasst Anleger dazu, vorsichtig zu agieren.

Die Geopolitik hat die makroökonomischen Daten vollständig in den Schatten gestellt: Händler haben auf die jüngsten US-Konjunkturdaten kaum reagiert. Die Veröffentlichungen blieben weitgehend unbeachtet. Der Kern-PCE stieg wie erwartet um 0,4 % gegenüber dem Vormonat, während der Jahreswert von 3,1 % auf 3 % zurückging. Die endgültige Schätzung des BIP für das vierte Quartal wurde auf magere 0,5 % nach unten revidiert, während die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe über den Erwartungen lagen (219.000 gegenüber 210.000). Insgesamt deutet dies darauf hin, dass Disinflation stattfindet, wenn auch langsam, sodass sich die Fed leisten kann, untätig zu bleiben und die aktuelle Geldpolitik beizubehalten.
Gleichzeitig weist die Abschwächung des BIP-Wachstums auf einen leichten Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität hin und macht die Herausforderung für die Entscheidungsträger deutlich: die Inflation zu kontrollieren und zugleich das Wachstum zu stützen, angesichts von Arbeitsmarktrisiken, die eher in Richtung Abschwächung tendieren.
Die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und der Anstieg der Arbeitslosenanträge verschärfen gleichzeitig das Dilemma der Zentralbank: Die Preise sind noch deutlich von den angestrebten 2 % entfernt, während die Risiken am Arbeitsmarkt bereits in Richtung Schwäche zeigen.
Auf geopolitischer Ebene richten die Märkte den Blick auf die für Samstag in Islamabad, Pakistan, angesetzten Verhandlungen zwischen den USA und Iran. Iran hat jedoch Israel bereits vorgeworfen, durch Angriffe auf den Libanon drei Punkte der Vereinbarung verletzt zu haben; der iranische Präsident Masoud Pezeshkian erklärte, jeder Angriff auf Beirut würde die Abkommen „entwerten“. Der Markt bewertet weiterhin die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Eskalation, was die Risikobereitschaft dämpft und den Euro daran hindert, sich deutlich über 1,1700 zu etablieren.
Aus technischer Sicht versucht das Währungspaar, sich oberhalb der runden Marke von 1,1700 zu behaupten, nachdem es bereits die 100- und 200-Tage-SMAs überwunden hat. Der Relative-Stärke-Index ist in den positiven Bereich vorgedrungen und unterstützt damit die Bullen.
Die nachstehende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung des US-Dollar gegenüber den wichtigsten Währungen am Donnerstag. Der US-Dollar hat gegenüber dem japanischen Yen die größte Stärke gezeigt.
